Michelstadt im Odenwald

Montag, 05. Dezember 2011 - 14:51 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Timber-framed houses at the market square with the market well © Joachim Köhler

Timber-framed houses at the market square with the market well © Joachim Köhler

Michelstadt ist eine Stadt im Odenwald in Südhessen, zwischen Darmstadt und Heidelberg gelegen. Michelstadt ist die größte Stadt des Odenwaldkreises. Sie grenzt an die unmittelbar südlich gelegene Kreisstadt Erbach an und bildet mit ihr zusammen das Zentrum des Odenwaldkreises. Die Kernstadt liegt verkehrsgünstig in dem weiten, in Süd-Nord-Richtung verlaufenden Talzug der Mümling auf etwa 200 Meter Höhe.

Der Bau der Odenwaldbahn (Eisenbahnlinie) und ihre Fertigstellung 1870 nach Darmstadt, sowie 1881 nach Eberbach, brachte für Michelstadt einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Aus dem einstigen Ackerbürgerstädtchen mit all seinen Handwerkern und Händlern entwickelte sich ein ansehnliches Gemeinwesen mit bedeutenden Industriebetrieben auf der Grundlage einer jahrhundertealten Eisenverarbeitung. Wirtschaftlich begann ein neues Zeitalter. Aus der Tuchweber- und Färberzunft entwickelte sich eine Tuchfabrik, aus Eisenhütten entstanden Maschinenfabriken. Die Elfenbeinschnitzerei war Ausgangspunkt für Betriebe der Souvenir-Branche und der Kunststoff-Verarbeitung.

Im Jahr 2007 wurde die Fusion der Städte Michelstadt und Erbach zur neuen Stadt Erbach-Michelstadt für 2009 beschlossen. Ziel war es, einerseits mit 31.000 Einwohner eine größere Gewichtung in Hessen zu haben und andererseits Kosten einzusparen. Durch einen Bürgerentscheid in beiden Städten wurde das Vorhaben jedoch gestoppt. Die Michelstädter votierten dabei mit 54,9 Prozent gegen die Städtefusion.

Historical timber-framed houses © Thomas Pusch Town Hall © Berthold Werner Timber-framed houses at the market square with the market well © Thomas Pusch New Palace (left) and Fürstenau Castle © Palli Fürstenau Castle © Palli Einhard's Basilica © Fristu Diebsturm (Thiefs Tower) at the town wall © Joachim Köhler Courtyard of the winery in Michelstadt, entrance to the Odenwald and Toy Museum Haselburg © müller Timber-framed houses at the market square with the market well © Joachim Köhler
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Courtyard of the winery in Michelstadt, entrance to the Odenwald and Toy Museum Haselburg © müller
Michelstadt hat eine pittoreske Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern. Besondere Erwähnung verdienen – teils innerhalb der Altstadt, teils in den Wäldern des sonstigen Stadtgebiets – die folgenden Bauwerke: das Historische Rathaus, der Diebsturm an der Stadtmauer, der Kellereihof (eine im frühen Renaissancestil überbaute fränkische frühmittelalterliche Burganlage) im Stadtmauer-Ring von Michelstadt, die spätgotische Stadtkirche (Ende des 15. Jahrhunderts), die Einhards-Basilika, das Schloss der Grafen zu Erbach-Fürstenau – Schloss Fürstenau – darin Teile einer alten Wasserburg in Michelstadt-Steinbach, das Eulbacher Jagdschloss mit Englischer-Parkanlage, das Römerbad und Kastelle als Teil des Neckar-Odenwald-Limes.

Das Michelstädter Fachwerkrathaus, das auf einer Briefmarke der Deutschen Post verewigt und in der ganzen Welt bekannt ist, wurde im Jahre 1484 im Stil der Spätgotik errichtet, danach mehrfach im Inneren verändert und war von 1743 bis 1903 verschindelt. Das Erdgeschoss des Rathauses diente von Beginn an als Markthalle. Das Rathaus wurde in Rähmbauweise errichtet, der rückwärtige Teil (Ostwand) war ursprünglich ein Teil der Friedhofsmauer, auf den das obere Rähm des Erdgeschosses aufliegend errichtet wurde. Bis jetzt ist nicht bekannt, wer der Baumeister ist, vermutet wurde, dass die Anregung für den Bau von Schenk Adolar von Erbach und Bischof Johann von Dalberg (dessen Berater) ausgegangen sein könnte. Eine moderne Replik des Rathauses ist die in den 1970er Jahren errichtete Casa Moellmann im brasilianischen Blumenau.

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