Markthalle Rotterdam

Donnerstag, 1. Dezember 2016 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Architektur, Allgemein, Haus des Monats

© Steven Lek/cc-by-sa-4.0

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Die Markthal ist eine in Rotterdam im Jahr 2014 fertiggestellte Markthalle. Sie steht im Zentrum der Stadt, nicht weit vom Rathaus auf dem Coolsingel und von der Hoogstraat entfernt. Letzterer ist der Ort, an dem die Stadt Rotterdam damals entstanden ist. Der Bau dieser Markthalle begann am 19. November 2009. Sie wurde am 1. Oktober 2014 von Königin Maxima offiziell eröffnet. Der Zeitraum, den man für die Gestaltung des Gebäudes brauchte, verlief nach Plan. Ebenso die Kosten, die 175 Millionen Euro betrugen. Sie ist der erste komplett überdachte Lebensmittelmarkt in den Niederlanden. Das Einzigartige an dieser Halle ist, dass sie nicht nur eine Mischung von Markt, Einkaufsläden, Gaststättengewerben und Parkplätzen ist, sondern sich auch zum Wohnen eignet. Die Stadt Seattle in den USA hat zwar eine (Pike Place Market), in der man auch wohnen kann, aber jene umfasst nicht, wie es in Rotterdam der Fall ist, nur ein einziges Gebäude, in dem alles geschieht. Der Entwurf der Rotterdamer Markthalle stammt vom Architekten Winy Maas von der Firma MVRDV aus Rotterdam.

Die Decke der Halle zeigt ein Kunstwerk des niederländischen Künstlers Arno Coenen, das er zusammen mit seinem Team Coenen (Iris Roskam, Frank aan de Stegge, Michiel van Iperen, Dustin Kershaw, Marinus de Ruiter) in Zusammenarbeit mit Frank Hanswijk und Winny Maas endgültig entworfen hat. Das Werk trägt den Namen “Hoorn des Overvloeds” (“Das Horn der Fülle”). Es ist eine gegenwärtige Variante der Stillleben von den alten, holländischen Meistern. Diese Arbeit ist etwa 11.000 m² groß. Das Werk umfasst circa 4.000 Glasscheiben, jede davon misst 1,5 m mal 1,5 m. Es stellt u.a. stark vergrößerte Früchte, Insekten, Fische, Blumen und Gemüse dar und auch eine Kuh, die Rotterdamer Laurenskerk (“die Laurenskirche”) und einen Baukran sind zu sehen. Der Meinung des Künstlers nach ist es, als wäre man ein Insekt, wenn man unter dem Kunstwerk stehe. Das sei tatsächlich die Idee: das kindliche Gefühl des Verwunderns, das man damals beim Lesen von “Alice in Wunderland” hatte. Coenen gefällt es, ein großes Werk für öffentliche Räume, die für jeden zugänglich sind, zu erschaffen. Zur Umsetzung dieser Idee brauchte er die zurzeit neuesten 3D-Techniken und den Datenspeicher von riesigen Computern, die in dazu speziell ausgestatteten Renderfarmen in Frankreich und Neuseeland rechnen. Die Dateiengröße dieses Kunstwerks beträgt 1,47 Terabyte. Das Ergebnis sind klare scharfe Bilder, die vom Boden der Halle ab gut sichtbar sind.

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Die Tiefgarage mit 1200 PKW-Parkplätzen, die sich im Keller unter der Markthalle befindet, steht nicht nur den Bewohnern der Markthalle, sondern auch den Passanten 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche zur Verfügung. Die Garage ist mit modernen Techniken ausgerüstet, wie LED-Beleuchtung, Nummernschild-Erkennung, ein Parkführungssystem und bietet dazu die Möglichkeit, zuhause übers Netz einen Platz im Voraus reservieren und bezahlen zu können. Bei jedem Parkplatz zeigt ein grünes oder rotes Signal, ob der Platz noch zur Verfügung steht oder nicht. Für Elektro-Autos stehen elektrische Ladestellen zur Verfügung. Die Bewohner der Markthalle haben die Möglichkeit, einen 24/7-Parkplatz zu mieten.

Die Markthalle ist ein hufeisenförmiges, elf Stockwerke hohes, langausgestrecktes Gebäude. Die Fassaden an der Vorder- bzw. Rückseite des Baus sind beide aus Drahtseilen und Glasscheiben zusammengestellt. Die Konstruktion dieser Glasfassaden ist derartig, dass sie sich im Falle eines starken Sturms 75 cm ausdehnen kann. Im Erdgeschoss, das 70 m mal 117 m groß ist, befindet sich der Markt mit den Buden. An den Längsseiten liegen Fachgeschäfte für Lebensmittel und Getränke, für Kochartikel und ähnliches. Im ersten Stock sieht man Gaststätten und Kneipen. Im zweiten bis zum elften Stockwerk liegen die 228 Wohnungen. Diese befinden sich alle an der langen linken bzw. rechten Außenseite des Gebäudes. Die Wohnungen haben eine Fläche von 80 bis zu 300 m². Alle sind mit einem Balkon an der Außenseite und viele mit einem oder mehreren Fenstern mit Sicht in die Markthalle ausgestattet. Diese Fenster lassen sich nicht öffnen, aber sie bieten den Bewohnern die Möglichkeit zu beobachten, was unter ihnen in der Halle passiert, ohne den Lärm der Halle hören zu müssen oder von Gerüchen belästigt zu werden. Im elften Stock liegen die Penthouses. Im ersten Untergeschoss befinden sich ein großer Supermarkt zusammen mit einem Wein- und Spirituosengeschäft und einem Drogerie. Darunter liegt, auf drei Ebenen verteilt, eine Tiefgarage mit fast 1200 Parkplätzen für PKWs. Man geht davon aus, dass die Markthalle jährlich zwischen 4,5 und 7 Millionen Besucher empfangen wird, die dort hingehen, um einzukaufen, essen zu gehen oder nur zum Bummeln. Schon am 24. Oktober 2014 wurde die Anzahl von einer Million Besuchern erreicht. Draußen am Eingang gibt es zahlreiche öffentliche Verkehrsmittel zur Auswahl: die Straßenbahn, den Bus, die U-Bahnstation und den Bahnhof “Rotterdam-Blaak”.

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