Madeira, die portugiesische Insel im Atlantischen Ozean

Dienstag, 15. März 2011 - 12:37 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, UNESCO-Welterbe

Market in Funchal © Hannes Grobe

Market in Funchal © Hannes Grobe

Madeira (vom portugiesischen Wort madeira ⇒ „Holz“) ist eine portugiesische Insel 951 km südwestlich von Lissabon und 737 km westlich der marokkanischen Küste im Atlantischen Ozean. Sie gehört mit der kleineren Insel Porto Santo und zwei unbewohnten kleineren Inselgruppen, den Ilhas Desertas und den Ilhas Selvagens, zur Inselgruppe Madeira, die die autonome Provinz Madeira bildet. Als Teil Portugals gehört Madeira zum Gebiet der Europäischen Union. 94,5 % der Bevölkerung Madeiras gehören der römisch-katholischen Kirche an. Madeira hat etwa 235.000 Einwohner auf einer Fläche von 801 km². Davon entfallen 741 km² auf die Hauptinsel Madeira und 42,5 km² auf die kleinere Insel Porto Santo, 14,2 km² auf die Ilhas Desertas sowie 3,6 km² auf die Ilhas Selvagens.

Bis in die 1970er Jahre war Madeira eine der ärmsten Regionen Europas. Madeiras BIP pro Kopf betrug 1974 nur 40 % des durchschnittlichen portugiesischen BIPs. In den letzten 30 Jahren hat Madeira wirtschaftlich enorm aufgeholt. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum der letzten 10 Jahre lag bei 5 %. Das BIP pro Kopf ist heute 29 % höher als der portugiesische Durchschnitt und beträgt etwa 80 % der EU-15 (2003) und 90,4 % der EU-25 (2005).[10] Die Haupteinnahmequelle ist der Tourismus. Derzeit plant die Regionalregierung die Zahl der Hotelbetten von 29.000 auf 39.000 zu steigern. Besonders die Gebiete an der Nordküste und dem Landesinneren sollen gefördert werden, während das Wachstum in Funchal begrenzt werden soll. Das „Madeira International Business Center“ (IBC) ist die zweite Säule der madeirischen Wirtschaft. Mit Steuervergünstigungen wurden hier mehrere tausend Unternehmen angesiedelt, die 3000 direkte Arbeitsplätze geschaffen haben. Das IBC macht 21 % des madeirischen Bruttoinlandsproduktes aus. Die gesamte Insel hat Mittel- bis Hochgebirgscharakter. Die Küste Madeiras fällt steil ins Meer ab. In der Mitte der Insel ragen die höchsten Gipfel empor. Der höchste Berg ist der Pico Ruivo mit 1.862 m. Dieser bildet zusammen mit dem Pico do Arieiro, dem Pico das Torres und dem Pico Grande das Hochgebirge der Insel. Hier ist das Lavagestein sehr zerklüftet und zeigt interessante Felsformationen. Im westlichen Teil der Insel liegt das Hochmoor Paul da Serra. Es handelt sich dabei um eine relativ ebene Hochfläche in einer Höhe von 1.300 m bis 1.500 m über dem Meer. Nördlich der Hochfläche schließt sich mit dem Tal des Ribera da Janela das tief eingeschnittene Tal des mit 12 km längsten Flusses der Insel an. Madeira ist als Wanderparadies bekannt, mit frühlingshaften bis sommerlichen, angenehmen Temperaturen das ganze Jahr hindurch. Entlang den Levadas (kleine Wasserkanäle, besonders im Nordteil der Insel) sind vor gut 300 Jahren von maurischen Sklaven Wege zur Wartung und Pflege angelegt worden, die bis heute als Wanderwege gut gepflegt werden und grandiose Ein- und Ausblicke in die Schönheit der Insel geben. Kerngebiet ist die Gegend zwischen Porto da Cruz und Santana im Norden (Weltnaturerbe der UNESCO).

Market in Funchal © Hannes Grobe Typical Madeira flowers © Amanda Jonathan & Hannes Grobe Botanical garden with Funchal in the background © Hannes Grobe Camara de Lobos © Markus Bernet Curral das Freiras © Dietrich Bartel Espada with Banana © AngMoKio Ferry between Madeira and Porto Santo Islands © Zarco Forum Madeira Mall in Funchal © Zarco Funchal from Pico da Cruz © Ville Koistinen Japanese stone lanterns in Monte Palace Tropical Garden © Jonathan Grobe & Hannes Grobe Lavradores Market © Luke H Gordon Machico and Santa Catarina Airport © Kogo Machico © Karl Gruber Monte Palace Tropical Garden © Wouter Hagens Monte Palace Tropical Garden © Wouter Hagens Pilgrimage church Nossa Senhora do Monte © Kogo Ponta do Sol © XinuXano Porto Moniz © Kogo Porto Santo and Vila Baleira © Bem bom Roman Catholic Cathedral of Funchal © Lacobrigo Statue of João Gonçalves Zarco in Funchal © Rei-artur Sunrise showing the distant Desertas Islands © Félix Potuit Traditional Madeira cottage in Santana © Lacobrigo
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Japanese stone lanterns in Monte Palace Tropical Garden © Jonathan Grobe & Hannes Grobe
Arten, die sich auf Madeira ansiedeln konnten, haben sich im Laufe der Zeit teilweise zu Unterarten und gelegentlich zu eigenständigen Arten, sogenannten Endemiten, entwickelt. Als ursprünglich heimische Pflanzen gelten etwa 793 höhere Pflanzen. Etwa 118 davon gelten als Endemiten Madeiras, 69 weitere Arten sind endemisch für die Region Makaronesien, also neben Madeira auch die Azoren, Selvagens, die Kanaren und Kapverdischen Inseln. Deutlich größer ist die Anzahl niederer Pflanzen, also Algen, Pilze, Flechten, Moose. Diese Anzahl wird auf etwa 1890 geschätzt. Wie viele davon nur auf dem Madeira-Archipel vorkommen, ist unbekannt. Die Zahl der auf Madeira lebenden Tierarten wird auf mehr als 3.340 geschätzt, davon gelten 900 als endemische Arten Madeiras beziehungsweise Makaronesiens. Die größte Anzahl der endemischen Arten stellen Käfer und Schnecken. Lediglich 20 höhere Wirbeltiere – überwiegend Vögel – sind eine endemische Art oder Unterart. Seit der Mensch Madeira besiedelt, hat sich die Zusammensetzung der Arten auf Madeira deutlich gewandelt. Neben den etwa 793 ursprünglich hier vorkommenden höheren Pflanzen sind mehr als 540 weitere Pflanzenarten bewusst oder unbewusst durch den Menschen angesiedelt worden. Die Anzahl eingeführter Tierarten ist niedriger, hat sich aber deutlich auf die Zusammensetzung der Arten ausgewirkt.

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