Leuchtturm von Cordouan

12. Dezember 2016 | Destination: | Rubric: Allgemein |

Lighthouse of Cordouan © Yann Gwilhoù/cc-by-sa-3.0

Lighthouse of Cordouan © Yann Gwilhoù/cc-by-sa-3.0

Der Leuchtturm von Cordouan (frz. Phare de Cordouan) steht auf der Höhe der Gironde-Mündung vor der französischen Atlantikküste. Er ist seit 1611 in Betrieb und damit der dienstälteste Leuchtturm Frankreichs. Der Turm ist seit 2011 automatisiert. Seit 1862 wird der Turm als Monument historique geführt. Der Leuchtturm ist seit 1. Februar 2002 in der Tentativliste als Kandidat für das Weltkulturerbe eingetragen. Der Leuchtturm von Cordouan ist der einzige mitten im Meer gelegene Leuchtturm, der heute noch regelmäßig besucht werden kann. Ausgehend von Royan, Le Verdon-sur-Mer und Meschers-sur-Gironde fahren von Ostern bis Allerheiligen Schiffe zum Leuchtturm. Der Leuchtturm von Cordouan steht auf einem Felsplateau ungefähr in der Mitte der Gironde-Mündung. Die Entfernung zum Nord- und zum Südufer beträgt jeweils circa sieben Kilometer. Verwaltungstechnisch gehört der Leuchtturm zur Gemeinde Le Verdon-sur-Mer im Médoc. Er ist weiß, 68 Meter hoch und der Durchmesser am Fuß beträgt 16 Meter. Sein Feuer befindet sich auf 60 Meter Höhe. Es wird durch eine Hochdruck-Entladungslampe mit einer Leistung von 250 Watt erzeugt. Seine Reichweite beträgt 22 Seemeilen.

Der Turm hat sechs Stockwerke. Im Erdgeschoss befindet sich das Portal, im ersten Obergeschoss die sogenannte “Königswohnung” (“Appartement du roi“). Im zweiten Stockwerk befindet sich eine Kapelle, die gerne für Hochzeiten genutzt wird. Diese drei Geschosse befinden sich im ältesten Teil des Turmes, der von 1611 stammt. Die Geschosse Drei bis Sechs liegen in dem 1790 vollendeten Aufbau. Im sechsten Stockwerk befindet sich das Feuer.

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Lighthouse of Cordouan © Yann Gwilhoù/cc-by-sa-3.0
Es gibt mehrere unabhängige Legenden und historische Daten von der Existenz einer mittelalterlichen Siedlung auf der Insel. Henri Lancelot Voisin, Graf von Popeliniere, beschrieb seinen Besuch auf Cordouan im Jahre 1591 und berichtete, laut den Einheimischen sei die Insel früher mit der Küste zusammenhängend gewesen und hatte den Ortsnamen Lateran oder Medina. Das Land sei im Laufe der Zeit gesunken. Die Bewohner der Region behaupten, dass sie die Steine aus den Ruinen des Dorfes für den Bau von mehreren Häusern in der Küstenstadt Soulac verwendet hätten. Andererseits wird gesagt, dass die mittelalterlichen muslimischen Kaufleute aus Cordoba gebeten hätten, ein erstes Leuchtfeuer zu installieren, um die damals häufigen Unfälle in der Gironde-Mündung zu vermeiden. Oder sie hätten sich selber auf der Insel niedergelassen, wo sie dann einen Wachturm errichtet hätten, um ihre Schiffe zu leiten. Ein Vorgängerbauwerk aus dem 14. Jahrhundert war bald aufgegeben worden; bis zum 16. Jahrhundert standen nur noch Ruinen. Am 2. März 1584 erteilte Jacques II de Goyon de Matignon, der Gouverneur von Guyenne, dem Baumeister Louis de Foix den Auftrag, auf der Felsinsel einen neuen Leuchtturm zu errichten. De Foix widmete dem Projekt 18 Jahre seines Lebens und investierte sein gesamtes Vermögen, starb aber 1602 vor Ende der Bauarbeiten. Diese vollendete sein Vorarbeiter François Beuscher im Jahre 1611. Der Turm war damals 37 Meter hoch.

1645 und 1719 wurde die Turmspitze zweimal zerstört und jeweils in den Folgejahren wieder aufgebaut. Von 1782 bis 1789 leitete Joseph Teulère die Bauarbeiten zur Aufstockung des Turmes auf die heutige Höhe. 1980 sollte der Turm aufgegeben werden, da Betrieb und Unterhalt als zu kostspielig galten und da er technologisch veraltet war. Der 1981 gegründete “Verein zur Erhaltung des Leuchtturms von Cordouan” (“Association pour la sauvegarde du phare de Cordouan“) kämpfte aber mit Erfolg für seine Erhaltung. Zwischen März und November 2005 wurde das Fundament des Turmes saniert, die Kosten betrugen 4,5 Millionen Euro.

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