Themenwoche Kanarische Inseln – Lanzarote

Donnerstag, 12. Mai 2011 - 16:43 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Umwelt, Allgemein, UNESCO-Welterbe

Cactus © Méndez

Cactus © Méndez

Lanzarote liegt rund 140 Kilometer westlich der marokkanischen Küste und rund eintausend Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Hauptverkehrsanbindung ist der Flughafen Arrecife. Mit einer Fläche von 845,94 Quadratkilometern hat die Insel einen Flächenanteil von 11,29 Prozent an der Gesamtfläche aller Kanaren. Als erste vollständige Insel wurde Lanzarote 1993 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

Lanzarote misst von Nord (Punta Fariones) nach Süd (Punta Pechiguera) rund 58 Kilometer und in der größten Ost-West-Ausdehnung 34 Kilometer. Südlich von Lanzarote liegt in 11,5 Kilometern Entfernung die Insel Fuerteventura, und im Norden nur einen Kilometer entfernt der Chinijo-Archipel mit den kleinen Inseln La Graciosa, Montaña Clara, Alegranza, Roque del Oeste und Roque del Este. Von den insgesamt 213 Kilometern Küste sind 10 Kilometer Sand- und 16,5 Kilometer Kiesstrand, der Rest besteht aus Felsküste. Auf der Insel gibt es zwei Gebirgszüge. Im Norden der Insel steigt das Famara-Massiv mit dem Gipfel Peñas del Chache auf 671 Meter an, und im Süden der Los Ajaches auf 608 Meter.

Die Wasserversorgung stellte auf der niederschlagsarmen Insel schon immer ein Problem dar. In der Vergangenheit wurde der Niederschlag mittels großer befestigter Flächen (Acogida) an Berghängen bzw. nahe der Häuser aufgefangen und in großen Zisternen (Ajibes) gesammelt. Rund 25 Prozent des Wasserbedarfs wurde in den 50er Jahren durch wasserführende Stollen im Famara-Massiv gedeckt. Von den sieben wasserführenden Stollen wurden 1950 vier genutzt, heute nur noch einer, da sinkende Grundwasserstände zu einem Nachdrücken von schwererem Meerwasser und damit zu einer Versalzung (Brackwasser) des Grundwassers geführt haben. Durch den in den 50er Jahren einsetzenden Tourismus stieg der Wasserbedarf auf Lanzarote sprunghaft an, so dass mit Tankschiffen Wasser von den Nachbarinseln Teneriffa und Gran Canaria auf die Insel transportiert werden musste. Ursprünglich wurde Regenwasser auch mittels Eras oder auch Alcogidas genannt, gesammelt und in Ajibes gespeichert um es für den Verbrauch im Haus, für Tiere und die Landwirtschaft zu nutzen. Diese Anlagen aus befestigten Flächen, mit ihren teilweise eigenwilligen Außenformen an den Berghängen Lanzarotes, prägen in manchen Regionen die Landschaft.

Vista de Corralejo y su puerto desde el campanario © HHSS Salinas de Janubio © Alchemist-hp Papagayo Beach © biallasg Mirador del Rio-Graciosa © afrank99 Lanzarote © NASA World Wind Timanfaya Geysir © Andreas Tusche Jameos del Agua Pool © Peter Gerstbach La Geria vines © Yummifruitbat Jardin de Cactus © www.gernot-keller.com Jardin de Cactus © Peter Gerstbach Iglesia de San Ginés © Alexander Hauck - avf solutions Hacha Grande from Papagayo panorama © Yummifruitbat Cueva de los Verdes © www.gernot-keller.com Castillo de Santa Barbara © Frank Härtelt Cactus © Méndez
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Vista de Corralejo y su puerto desde el campanario © HHSS
Mit der Einführung der Meerwasserentsalzungsanlagen und der Verfügbarkeit von Leitungswasser fast überall, haben die Eras und Ajibes in der Nutzung an Bedeutung verloren. Sie haben aber über Jahrhunderte das Leben auf Lanzarote ermöglicht und sind als Bauwerke die Landschaft prägend und kulturhistorisch von Bedeutung.

Der Künstler César Manrique trug entscheidend zur Gestaltung der Insel bei. Manrique hat es sogar erreicht, dass außer einem Hochhaus in der Hauptstadt Arrecife, welches bereits stand, bevor César mit seinem Schulfreund die entsprechenden Gesetze durchbrachte, kein Gebäude auf der Insel höher als drei Stockwerke (also eine ausgewachsene Palme) gebaut werden durfte, und somit die Insel nicht für den typischen Massentourismus geeignet war. Diese Entwicklung hat sich seit einigen Jahren zunehmend verändert, so dass in den Touristenhochburgen Costa Teguise, Puerto del Carmen und Playa Blanca in Richtung der Papagayo-Strände nun ebenfalls höher gebaut wird.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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