Korsika, das Gebirge im Meer

07. Mai 2011 | Destination: | Rubric: Umwelt, Allgemein, Nachhaltigkeit |

Port of L'Île-Rousse © Jean-Pol GRANDMONT

Port of L’Île-Rousse © Jean-Pol GRANDMONT

Korsika ist eine zum großen Teil aus Hochgebirge bestehende Insel im Mittelmeer und stellt politisch eine Region Frankreichs dar. Sie liegt westlich von Italien, auf der Höhe der Abruzzen, nördlich der italienischen Insel Sardinien und südöstlich des Mutterlandes. Nach Sizilien, Sardinien und Zypern ist Korsika die viertgrößte Mittelmeerinsel. Korsika hat rund 299.000 Einwohner, die Hauptstadt der Region ist Ajaccio. Das frühere Département Korsika wurde 1976 in zwei Départements aufgeteilt: Corse-du-Sud und Haute-Corse. Die Entfernung nach Frankreich (Nizza) beträgt 180 km, das italienische Festland ist dagegen nur 83 km entfernt (Livorno), die italienische Insel Sardinien an der Straße von Bonifacio im Süden sogar nur 12 km. Auf Korsika herrscht ein typisches Mittelmeerklima: heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter. Dabei wirkt im Winter das Mittelmeer (13–24 °C) als Wärmespeicher. Aufgrund der hohen Berge und starker Winde gibt es auf Korsika allerdings einige Abweichungen.

Auf Korsika wird eine große Vielfalt an Weinen produziert: Rotwein, Rosé, Weißwein, still und schäumend, trocken und süß. Das Relief sowie unterschiedliche Böden sind für diese Vielfalt verantwortlich. Reben werden bis in einer Höhe von ca. 300 m kultiviert. Traditionell verwendet man die Rebsorten Cinsaut, Carignan, Grenache, Ugni Blanc und Syrah. Inzwischen sind Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Viognier, Merlot sowie Pinot Noir hinzugekommen. Regionale Bedeutung haben die Sorten Niellucciu, Sciaccarellu und Vermentinu.

Napoléon Bonaparte wurde in Ajaccio geboren, wo sich der Familiensitz, die Casa Buonaparte, ebenfalls befindet.

Vico © Jean-Pol GRANDMONT The Bay of Calvi © Wolffy & Greudin Seafront boulevard in Ajaccio © Grain de sel Sant'Antonino © Jean-Pol GRANDMONT San Cervone church near Oletta © Greudin Propriano © Marc ROUSSEL Port of Vechio © Jean-Pol GRANDMONT Port of Bonifacio © Traroth Port of Bonifaccio © Jean-Pol GRANDMONT Port of Bastia © Greudin Port of Ajacio © Gabridelca Pietra Beer © Florent Piana © Jean-Pol GRANDMONT Osani © Jean-Pol GRANDMONT Old city of Calvi © Rikouman Montegrosso © Jean-Pol GRANDMONT Corte © David Bolius Cliffs of Bonifacio © Gabridelca Citadelle of Calvi © Rikouman Church of Aregno © Pinpin Cheese from Corsica © Arnaud 25 Bastelica © Martin Leveneur Ajaccio Market © Jean-Pol GRANDMONT Port of L'Île-Rousse © Jean-Pol GRANDMONT
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Seafront boulevard in Ajaccio © Grain de sel
Korsika ist trotz des idealen Naturpotenzials touristisch relativ wenig erschlossen. Von der korsischen Bevölkerung wird auch befürchtet, dass eine weitere Erschließung durch den Massentourismus die Eigenständigkeit der korsischen Kultur gefährden könnte. Nach korsischer Tradition ist der Strand überall allgemein zugänglich; es gibt kaum größere Hotelkomplexe oder Hotels mit ausländischen Eigentümern. An der Ostküste gibt es südlich von Phare d´Alistro und südlich von Porto Vecchio zahlreiche FKK-Urlaubsanlagen und Strände.

Im Jahr 1995 waren 73 % aller Touristen, die Korsika besuchten, Festlandfranzosen. Besonders beliebt ist Korsika bei den Fahrrad- und Motorradfahrern, nicht zuletzt wegen der Kombination von Bergstraßen und Meerblick. Die Rennradfahrer schätzen an der Insel den Trainingseffekt der anspruchsvollen Passstraßen. Der umfangreiche Fernwanderweg GR 20 mit zahlreichen Kletterpartien zieht sehr viele Wanderer an. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gewinnt auch das Klettern als touristische Einnahmequelle zunehmend an Bedeutung. Die zahlreichen bizarren Felsformationen, auch als Tafoni bezeichnet, sind extrem griffig. Die bekanntesten Kletterzentren sind das Restonica-Tal und der Bavella-Pass. Trotz der südlichen Lage kann im Winter ein Skibetrieb aufrechterhalten werden. Am Col de Vergio zwischen Porto und Calacuccia, unterhalb des Monte Renoso bei Ghisoni (Capannelle) sowie auf dem Plateau d’Eze nordöstlich von Bastelica gibt es drei kleinere Skigebiete mit jeweils 3 bis 6 Schleppliften. Ein weiteres Skigebiet bei Haut-Asco nördlich des Monte Cinto ist seit dem Winter 1997/98 nicht mehr in Betrieb, da der Hauptskilift durch einen Steinschlag beschädigt wurde. Skilanglauf kann man auf dem Plateau de Coscione zwischen Zicavu und Monte Incudine sowie oberhalb von Evisa betreiben.

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