Kitesurfen

09. Februar 2018 | Destination: | Rubric: Allgemein, Sport |

Kitesurfing © flickr.com - Christopher Michel/cc-by-2.0

Kitesurfing © flickr.com – Christopher Michel/cc-by-2.0

Kitesurfen, auch Kiteboarden oder Lenkdrachensegeln, ist ein relativ junger Trendsport, der aus dem Powerkiten entstanden ist. Beim Kitesurfen steht der Sportler auf einem Board, das Ähnlichkeit mit einem kleinen Surfbrett oder Wakeboard aufweist, und wird von einem Lenkdrachen (engl. kite) – auch Windschirm oder Schirm genannt – über das Wasser gezogen. Die Vorbewegung ähnelt daher in gewisser Weise dem Surfen mit Windantrieb. Weltweit gibt es zurzeit nach Schätzungen von Experten und der Industrie etwa 1,5 Millionen Menschen, die diesen Sport regelmäßig betreiben. Die Anzahl der Kitesurfer hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Im Vergleich zu Windsurfen ist die Ausrüstung günstiger und kompakter. Abgesehen davon ermöglicht kein anderer Wassersport eine so umfangreiche Vielfalt an Sprüngen und Tricks.

In den letzten Jahren wurde die Ausrüstung stark verbessert. Sämtliche Hersteller haben ihre Produkte mit umfassenden Sicherheitssystemen ausgestattet oder noch weiter verbessert. Experten raten daher ab, Kite- und Bar-Systeme (Lenkstange) zu benutzen, die vor dem Jahr 2006 erschienen sind, da erst danach die Sicherheit wesentlich erhöht wurde. Die Kitesurf-Ausrüstung besteht aus mehreren Teilen. Die drei wichtigsten bilden dabei das Board, die Bar mit den Steuerungs- und Sicherheitsleinen und der Kite selbst. Hier gibt es große Unterschiede in Bauart und Größe, so dass die Ausrüstung an Körpergewicht und Könnensstand des Sportlers sowie an unterschiedliche Windstärken angepasst werden kann.

Das Board
Grundsätzlich wird zwischen drei Arten von Boards unterschieden: Es gibt Twin Tips (TT; auch Bidirectionals kurz Bidies genannt), Mutant-Boards und Directional-Boards, die auch Waveboards genannt werden. Alle drei Boardvarianten haben im Gegensatz zu Surfbrettern keinen nennenswerten Auftrieb, dieser entsteht erst hydrodynamisch durch die Fahrt über Wasser. Dadurch erklären sich auch die Maße der einzelnen Boards, die in Abhängigkeit von Könnensstand, Windstärke, Körpergewicht und Kitegröße zwischen 120 und 165 cm in der Länge und etwa 26 bis 52 cm in der Breite variieren. Seit Beginn des Kitesports gab es große Entwicklungssprünge; mittlerweile haben sich die Twin Tips am Markt durchgesetzt und werden vom Großteil der Kitesurfer gefahren. Die Kraftübertragung der Steuerungsbewegungen der Füße auf das Brett erfolgt in den meisten Fällen über Fußschlaufen, doch es werden vereinzelt auch feste Bindungen eingesetzt. Boards ohne Bindung oder Schlaufen existieren ebenfalls. Vereinzelt werden auch normale Surfboards eingesetzt, die dann für das sogenannte “Wavekiten” benutzt werden.

Kitesurfing © flickr.com - Christopher Michel/cc-by-2.0 Kitesurfing in San Francisco Bay © flickr.com - Alec Perkins/cc-by-2.0 Kitesurfing at Banana Bay, Florida Keys © Pietro/cc-by-sa-3.0 Kitesurfing off Mokuleia, O'ahu © Eric Guinther/cc-by-sa-3.0 Kite surfing © flickr.com - StellarD/cc-by-2.0
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Kitesurfing in San Francisco Bay © flickr.com - Alec Perkins/cc-by-2.0
Bar, Steuerungs- und Sicherheitsleinen
Die “Kitebar” oder einfach nur “Bar” verbindet den Sportler über 20–30 m lange Steuerungs- und Sicherheitsleinen mit dem Kite und ermöglicht dessen Steuerung hinsichtlich der Richtung und der Kraftentwicklung. Die neueren Modelle verfügen darüber hinaus über mehrere Sicherheitsmechanismen zum teilweisen oder vollständigen Trennen vom Schirm im Falle von Gefahr und/oder Kontrollverlust über den Schirm. Meist sind diese Sicherheitsauslösungen eine “Quickrelease” am “Chickenloop” (eine schnell trennbare Verbindung an der Schlaufe, an der das Trapez eingehängt wird) und eine sogenannte “Safetyleash”. Beim Quickrelease stürzt der Kite auf das Wasser, bleibt aber noch mit dem Trapez verbunden, damit der Kite nicht verlorengeht, während beim Auslösen des Safetyleash der Sportler vollständig vom Kite getrennt wird.

Der Schirm
Kites gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, die sich u.a. in Angriffsfläche und Winkel des Windes unterscheiden. Mittels Leinen kann der Lenkdrachen so gesteuert werden, dass die auf den Sportler ausgeübten Kräfte in Richtung und Stärke variieren. Die Größe des Schirmes, den man einsetzt, wird vor allem in Abhängigkeit von der Windstärke gewählt. Die meistgefahrenen Größen sind 9 bis 12 m². Stärkere Winde erfordern kleinere Schirme, um Überbelastungen zu vermeiden. Besonders Anfänger sollten darauf achten, keinen zu großen Drachen zu verwenden. Hier ist zu bedenken, dass eine Verdopplung der Windgeschwindigkeit eine Vervierfachung der Kräfte im Kite nach sich zieht, wodurch fehlerhafte Lenkbewegungen dramatische Folgen nach sich ziehen können. So ist ein 9-m²-Kite bei 6 Windstärken in der Lage, problemlos zwei erwachsene Männer aus dem Wasser zu reißen. Um die auftretenden Kräfte zu verringern, sind neuere Drachen mit einer sogenannten „Depower“-Möglichkeit (engl. etwa Entkräften) ausgestattet. Unter Verwendung von „Depower“ wird der Winkel der Anströmkante des Drachens zum Wind reduziert und das Profil des Kites verändert, so dass sich weniger Wind im Schirm fängt und der Zug des Drachens abnimmt. Hauptsächlich wird zwischen Softkites und Tubekites unterschieden.

Der Kitesurfer regelt seinen Kurs und seine Geschwindigkeit über die Steuerung des Schirms und des Brettes. Die Kurse zum Wind können ähnlich wie ein Segler oder Windsurfer gewählt werden, das heißt gegen den Wind kann nicht direkt angefahren, sondern nur gekreuzt werden, und alle anderen Kurse sind möglich. Unterschiede ergeben sich gegenüber den anderen Segelsportlern unter anderem durch die Eigengeschwindigkeit und die Flughöhe des Drachens. Letztere beträgt je nach Leinenlänge maximal 30 Meter. In dieser Höhe ist der Wind meist stärker, konstanter und frei von Turbulenzen.

Lesen Sie mehr auf International Kiteboarding Association, Internationaler Kitesurf und Snowkiteverband und Wikipedia Kitesurfen. Fotos von Wikimedia Commons.



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