Jüdisches Museum Berlin

Samstag, 8. November 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Berlin, Museen, Ausstellungen

Kollegienhaus, the baroque part of the Jewish Museum © flickr.com - Jess & Peter/cc-by-2.0

Kollegienhaus, the baroque part of the Jewish Museum © flickr.com – Jess & Peter/cc-by-2.0

Das Jüdische Museum Berlin ist das größte jüdische Museum Europas. Es zeigt dem Besucher zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte, darunter Höhe- und Tiefpunkte der Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden in Deutschland. Das Museum beherbergt eine Dauerausstellung, mehrere Wechselausstellungen, Archive, eine Bibliothek, das Rafael Roth Learning Center und Forschungseinrichtungen. All diese Abteilungen dienen dazu, jüdische Kultur und jüdisch-deutsche Geschichte darzustellen.

Zum 300. Jahrestag der Jüdischen Gemeinde zu Berlin im Jahr 1971 entstand anlässlich der Ausstellung Leistung und Schicksal des Berlin Museums im Gebäude des alten Kammergerichts die Idee einer Neugründung des 1938 von den Nazis geschlossenen alten Museums. Aus der Jüdischen Abteilung des ehemaligen Berlin-Museums für Berliner Geschichte entstand das neue Jüdische Museum. Im Jahr 1989 gewann Daniel Libeskind mit seinem Entwurf den ersten Preis eines Architektenwettbewerbs für die Erweiterung des Berlin-Museums. 1992 wurde der Grundstein für den Neubau gelegt. Während der sich lange hinziehenden Bauphase gab es heftige Diskussionen über die Nutzung des Neubaus und die Stellung der Jüdischen Abteilung. Am 1. Januar 1999 wurde das Jüdische Museum als Einrichtung des Landes Berlin gegründet. Schon zu diesem Zeitpunkt war der noch leere Neubau für Besucher geöffnet; er wurde mit dem Deutschen Architekturpreis 1999 gewürdigt. Das Museum ist seit dem 13. September 2001 für das Publikum zugänglich.

Garden view © Konstantindegeer/cc-by-3.0 Garden of Exile © Andi oisn/cc-by-sa-3.0 The museum's 10-year anniversary © Assenmacher/cc-by-sa-3.0 Glass Courtyard © Stefan Kemmerling/cc-by-sa-3.0 Holocaust Tower © Stefan-Xp/cc-by-sa-3.0 Kollegienhaus, the baroque part of the Jewish Museum © flickr.com - Jess & Peter/cc-by-2.0
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Kollegienhaus, the baroque part of the Jewish Museum © flickr.com - Jess & Peter/cc-by-2.0
Das Museum in der Lindenstraße im Berliner Ortsteil Kreuzberg besteht aus dem Altbau des barocken Kollegienhauses (ehemals: Kammergericht) und dem zickzackförmigen Neubau des US-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind. Auf der gegenüberliegenden Seite der Lindenstraße wird seit 2011 eine Erweiterung des Museums in die ehemalige Blumengroßmarkthalle hineingebaut. Nach einem weiteren Entwurf von Libeskind sollen dort Bibliothek, Museumspädagogik und ein Garten Platz finden. Die Umbaukosten von knapp zwölf Millionen Euro trägt mehrheitlich der Bund. Das Museum ist inzwischen eine Stiftung öffentlichen Rechts in der Verantwortung des Bundes. Das Museum hatte seit der Eröffnung 2001 bis Ende 2011 knapp 7,5 Millionen Besucher. Mit rund 722.000 Besuchern im Jahr 2011 gehört es zu den meistbesuchten Museen Berlins.

Mit der W. Michael Blumenthal Akademie will das Jüdische Museum Berlin einen Ort der Forschung und Diskussion schaffen. Man will sich nicht allein der jüdischen Geschichte und Gegenwart widmen, sondern das Spektrum um die Themen Migration und Diversität erweitern und “eine Plattform (bieten) für die Auseinandersetzung mit Deutschland als Einwanderungsland und der damit verbundenen Pluralisierung der Gesellschaft”. Im Jahr 2012 eröffnete das Museum die W. Michael Blumenthal Akademie und erweiterte damit seine inhaltlichen Schwerpunkte. Hinzu kamen zum einen das Jüdisch-Islamische Forum und zum anderen Migration und Diversität mit dem Themenschwerpunkt Erinnerungskultur(en) in der Migrationsgesellschaft. Hier werden auch die Perspektiven anderer religiöser und ethnischer Minderheiten aufgezeigt. Der Blick richtet sich nicht nur auf die Beziehung zwischen Mehrheitsbevölkerung und einzelnen Minderheiten, sondern es wird vor allem der Austausch und die Vernetzung von Minderheiten untereinander gefördert. Die Akademieprogramme umfassen Lesungen, Konferenzen, Workshops und Podiumsdiskussionen. Angesichts der Missverständnisse der jüngeren Vergangenheit über die Aufgaben des Museums wäre vielleicht eine Namensänderung zu “Museum der Geschichte der Juden und des jüdischen Lebens in Deutschland” ein Weg, um die Kontroversen und Querelen zu beenden. Das Museum droht sonst zu einem Spielball und einer Quasselbude politischer, propagandistischer, ausländischer Lobbygruppen zu verkommen (Austellung Welcome to Jerusalem, DW vom 02.12.2017: Was steckt hinter der BDS-Bewegung, die zum Israel-Boykott aufruft?, NZZ vom 22.12.2017: Jerusalem: Seht auf diese heilige Stadt, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.12.2018: Debatte in Berlin: Was Netanjahu gegen das Jüdische Museum hat, taz.de vom 05.12.2018: Schwere Vorwürfe aus Israel, Der Spiegel vom 11.10.2018: Orbáns Antisemitismus-Politik: Juden-Hass verfolgen, Juden-Verfolger ehren, Israelnetz vom 11.12.2018: Israelische Vorwürfe gegen Jüdisches Museum Berlin, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18.12.2018: Auf Verlangen Israels: Deutschland soll Förderung für Jüdisches Museum einstellen, Süddeutsche Zeitung vom 19.12.2018: Zivilgesellschaft: Netanjahu fordert Finanzierungsstopp für Jüdisches Museum, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.12.2019: Was Netanjahu gegen das Jüdische Museum hat, TAZ vom 23.12.2018: Israels Druck auf NGOs: Kulturschaffende gegen Netanjahu, NZZ vom 28.12.2018: Die unheilige Allianz von Politik und Religion: Netanyahu verstört mit seiner Kritik am Jüdischen Museum in Berlin, Frankfurter Rundschau vom 28.12.2019: Jüdisches Museum Berlin: Netanjahus Chuzpe, Die Zeit vom 25.01.2019: Jüdisches Museum: Wem gehört Jerusalem?, taz.de vom 21.05.2019: Gastkommentar BDS und Antisemitismus: Ohne Wenn und Aber, Jerusalem Post vom 08.06.2019: ‘Anti-Jewish’ Museum in Berlin under fire for supporting BDS, Der Spiegel vom 11.06.2019: Zentralrat der Juden: Scharfe Kritik an Jüdischem Museum wegen “taz”-Link, Der Spiegel vom 12.06.2019: Direktor des Jüdischen Museums Berlin: “Der Wunsch, da mal draufzuschlagen”, taz.de vom 12.06.2019: Kommentar Jüdisches Museum und BDS: Doppelte Standards, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14.06.2019: Jüdisches Museum im Zwielicht: Haus ohne Haltung, taz vom 14.06.2019: BDS-Tweet des Jüdischen Museums Berlin: Streit, Macht, Kontrolle, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14.06.2019: Jüdisches Museum: Direktor tritt nach heftiger Kritik zurück, Die Zeit vom 18.06.2019: Jüdisches Museum: Ein Quantum Sympathie, Die Zeit vom 18.06.2019: Jüdisches Museum: In den Sand gesetzt, taz.de vom 19.06.2019: Kommentar Kritik am Jüdischen Museum: Es geht nicht um einen Tweet, Süddeutsche Zeitung vom 24.06.2019: Streit um Jüdisches Museum Berlin: “Entsetzt über die unerhörten Angriffe auf seine Person”, Süddeutsche Zeitung vom 24.06.2019: Kulturinstitutionen vertragen keine Einmischung, Süddeutsche Zeitung vom 25.06.2019: Christoph Stölzl ans Jüdische Museum Berlin berufen, Der Spiegel vom 26.06.2019: Nach Rücktritt des Direktors des Jüdischen Museums: Christoph Stölzl wird Vertrauensperson, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 05.07.2019: Rabbinische Streitkultur: Sympathie ist keine Forderung der Wissenschaft, Süddeutsche Zeitung vom 16.07.2019: Theater in Israel: “Wir machen weiter”, Süddeutsche Zeitung vom 19.07.2019: Museums-Debatte: Warum in jüdischen Museen gerade vehement gestritten wird, DW vom 16.11.2019: Jüdisches Museum ehrt Maas und Kiefer, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 26.11.2019: Hetty Berg wird Direktorin des Jüdischen Museums Berlin, Die Zeit vom 27.11.2019: Hetty Berg wird neue Direktorin des Jüdischen Museums, Süddeutsche Zeitung vom 15.09.2019: Jüdisches Museum: Grütters gegen Vertreter Israels im Beirat, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17.12.2019: Der Kurswechsel wird zum Kraftakt, Die Zeit vom 17.01.2020: Jüdisches Museum Berlin: Schiefe Wände, schräger Zwist, taz.de vom 18.01.2020: Jüdisches Museum Berlin: Opfer gegen Opfer, Der Tagesspiegel vom 20.01.2020: Hetty Berg soll es richten: Die neue Chefin des Jüdischen Museums Berlin muss Wunder wirken, Jüdische Allgemeine vom 01.04.2020: Hetty Berg tritt ihr Amt an, Die Zeit vom 03.05.2020: “Keine einfache Zeit”: Hetty Berg übernimmt Jüdisches Museum Berlin, Die Zeit vom 03.05.2020: “Keine einfache Zeit”: Hetty Berg übernimmt Jüdisches Museum Berlin).

Lesen Sie mehr auf Jüdisches Museum Berlin, berlin.de – Jüdisches Museum Berlin und Wikipedia Jüdisches Museum Berlin (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes - Wetterbericht von wetter.com). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




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