Israelische Siedlungen

Mittwoch, 03. Februar 2016 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination: | Category/Kategorie: Allgemein, Union für das Mittelmeer

Jerusalem barrier 2007 © The United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA)

Jerusalem barrier 2007 © The United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA)

Als israelische Siedlungen werden jene von Juden, meist israelischen Staatsbürgern mit Unterstützung der israelischen Regierung, errichteten und bewohnten Siedlungen in jenen Gebieten bezeichnet, die von Israel im Sechstagekrieg von 1967 erobert wurden. Diese israelischen Siedlungen liegen außerhalb der sogenannten Grünen Linie, die die Waffenstillstandslinien von 1949 zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn bilden.

Während die israelischen Regierungen ihre jüdische Besiedelung im Besatzungsgebiet als legal betrachten, bewerten die Vereinte Nationen die Siedlungen gemäß der 4.Genfer Konvention weiterhin als illegal. In einem Rechtsgutachten zur Israelischen Sperranlange zum Westjordanland hat der Internationale Gerichtshof in Den Haag 2004 die Siedlungen jenseits der Grünen Linie ebenfalls als illegal bewertet. Die israelischen Siedlungen befinden sich im Westjordanland (darunter auch in Ostjerusalem) und in Teilen der Golanhöhen. Aus den ehemaligen Siedlungen auf der Sinaihalbinsel zog sich Israel 1982 nach der Friedensvereinbarung mit Ägypten zurück. Die Siedlungen im Gazastreifen mit ihren ca. 9000 Siedlern wurden im Jahr 2005 (Scharon-Plan) aufgelöst. Israel betrachtet die Golanhöhen und Ostjerusalem als annektiert, weshalb die Siedlungen auf den Golanhöhen verwaltungstechnisch in den Nordbezirk des Staates Israel, diejenigen in und um Ostjerusalem in den Bezirk Jerusalem integriert sind. International sind die Annektierungen nicht anerkannt. Die Siedlungen im Westjordanland, das im amtlichen israelischen Sprachgebrauch als Judäa und Samaria bezeichnet wird, werden in vier Städten, sowie Regional- und Lokalverbänden verwaltet und vom Jescha-Rat politisch vertreten. Diese Siedlungen sind in der israelischen Gesellschaft umstritten.

Jerusalem barrier 2007 © The United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) West Bank and East Jerusalem 2012 © The United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) Golan Heights map © CIA World Factbook
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West Bank and East Jerusalem 2012 © The United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA)
Die Siedlungen im Westjordanland werden gemäß Israelischen Gesetzen in legale und illegale Siedlungen unterteilt; letztere werden meist als “Außenposten” (englisch “outpost”) bezeichnet. Alle Siedlungen werden praktisch von der israelischen Regierung materiell und ideell unterstützt und von der israelischen Armee geschützt. In seltenen Ausnahmefällen werden illegale Außenposten von den israelischen Sicherheitskräften aufgelöst. International sind die besetzten Gebiete insgesamt nicht anerkannt.

United_Nations_Security_Council_Resolution_2334


Mitte 2012 gab es rund 250 israelische Siedlungen und Außenposten mit total über 600.000 Einwohnern. Davon lebten rund 350.000 in Siedlungen im Westjordanland, etwa 300.000 in und um Ostjerusalem und rund 20.000 in den 33 Siedlungen auf den Golanhöhen.

Lesen Sie mehr auf Breaking the Silence, Wikipedia Liste israelischer Siedlungen im Westjordanland und Wikipedia Israelische Siedlung (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons.



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