Die Republik Island

Donnerstag, 05. Januar 2012 - 13:47 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Reykjavík - Hotel Borg built in 1930 by architect Guðjón Samúelsson © TommyBee

Reykjavík – Hotel Borg built in 1930 by architect Guðjón Samúelsson © TommyBee

Island ist mit rund 103.000 km² (Landfläche: 100.250 km², Wasserfläche: 2750 km², mit Fischereizone 758.000 km²) – nach dem Vereinigten Königreich – der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Die im Nordatlantik liegende Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Seit Sommer 2010 ist Island EU-Beitrittskandidat. Zudem ist der Inselstaat Gründungsmitglied der NATO. Seit 1994 ist Island Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). 2001 trat Island dem Schengener Abkommen bei.

In der isländischen Politik herrscht seit langem keine klare Position zu einem EU-Beitritt des Landes. Als problematisch für Island wird vor allem der Status der isländischen Fischereirechte angesehen, da Island wie kein anderes Land auf diese angewiesen ist. Nachdem infolge der Finanzkrise die konservative Regierung von Geir Haarde zurückgetreten war, kündigte die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurðardóttir eine Initiative zum EU-Beitritt Islands an. Das isländische Parlament bestätigte ihren politischen Kurs, somit wurde am 17. Juli 2009 ein Beitrittsgesuch gestellt. Das Veto des isländischen Präsidenten Ólafur Ragnar Grímsson gegen das Gesetz über die Rückzahlung von fast 4 Milliarden Euro wegen des Konkurses der Icesave-Bank an Großbritannien und die Niederlande und die Ablehnung des Gesetzes in der Abstimmung am 6. März 2010 durch eine Mehrheit von 93,2 Prozent der Abstimmenden könnte den Beitrittsprozess Islands zur Europäischen Union in Frage stellen. Am 24. Februar 2010 empfahl die EU-Kommission die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen.

View of Reykjavík from the tower of Hallgrímskirkja © Andreas Tille Vík í Mýrdal © Bromr Typical Icelandic Road sign, showing the way to lots of farms and villages © Jutta234 Reykjavík © Jóhann Heiðar Árnaso Parliament Building in Reykjavík © Tomi Lake Skorradalsvatn © Reykholt Icelandic Sheep © Jutta234 Gullfoss Falls © Andreas Tille Bolungavík - Traditional fisherboat © TommyBee Iceland Krona Coins © Central Bank of Iceland Reykjavík - Hotel Borg built in 1930 by architect Guðjón Samúelsson © TommyBee
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Typical Icelandic Road sign, showing the way to lots of farms and villages © Jutta234
Der Tourismus bildet den zweitgrößten Wirtschaftszweig; insbesondere der Sommertourismus spielt eine große Rolle: Beliebt sind die Natur, die Gletscher, der Reittourismus und viele andere Aktivitäten. 2004 nahm die Zahl der ausländischen Touristen um 13 % zu und stieg auf 362.000. In der Besucherstatistik führen jetzt Briten vor Nordamerikanern und Deutschen. Der Tourismus ist in den letzten Jahrzehnten für Island zu einer immer wichtigeren Quelle für Deviseneinnahmen geworden. Der Anteil an den Exporterlösen liegt bei dieser Branche bei 13 %. Während im Jahr 1950 lediglich rund 4000 Besucher nach Island kamen, stieg die Zahl auf etwa 190.000 im Jahr 1995. Seit Mitte der 1990er Jahre nimmt der Touristenstrom jährlich in großem Maße zu. Im Jahr 2000 zählte man mit über 300.000 Reisenden erstmals mehr Touristen, als Island damals Einwohner hatte. Zugleich stieg auch die Zahl der Übernachtungen in Hotels und Gästehäusern sowie auf Bauernhöfen auf dem Land deutlich. Knapp 75 % der ausländischen Touristen stammen aus europäischen Ländern, insbesondere aus Deutschland, Frankreich und aus Ländern Skandinaviens.

Island war im April 2009 laut dem US-amerikanischen Ökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman vor Irland und Österreich das Land mit dem größten Risiko eines Staatsbankrotts. Die drei größten Banken (Kaupthing, Landsbanki und Glitnir) erlebten nach ihren sehr riskanten internationalen Kreditgeschäften einen Absturz und konnten nur durch die Verstaatlichung im Oktober 2008 vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Sie hinterlassen Island einen Schuldenberg vom Zehnfachen der bisherigen jährlichen Wirtschaftsleistung. Laut OECD-Bericht vom Mai 2010 sind Island inzwischen beträchtliche Konsolidierungen im Wirtschaftsbereich gelungen. Dies bildet nach OECD eine gute Grundlage für eine weitere wirtschaftliche Erholung im 2. Halbjahr 2010 und einen beginnenden Aufschwung im Jahr 2011. Die Empfehlungen der OECD-Kommission gehen dahin, 2011 energieintensive Unternehmen in Island zu installieren, was nach Meinung der OECD die private Nachfrage ankurbeln sollte. Außerdem soll weiterhin der bisher erfolgreiche Kurs fiskalischer Konsolidierung verfolgt werden. Der Bankensektor hat sich stabilisiert und entsprechende Reserven in internationaler Währung sind vorhanden. Die Währungskonsolidierung wird weiter ein Ziel sein.

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