Hôtel des Invalides in Paris

Mittwoch, 14. März 2018 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Museen, Ausstellungen, Paläste, Schlösser, Villen, Parks, Paris

Hôtel des Invalides, as seen from the Tour Montparnasse © Jens Peter Clausen/cc-by-sa-3.0

Hôtel des Invalides, as seen from the Tour Montparnasse © Jens Peter Clausen/cc-by-sa-3.0

Das Hôtel des Invalides (deutsch Invalidenheim, französisch auch kurz Les Invalides) in Paris (7. Arrondissement) ist ein ursprünglich unter der Bezeichnung Hôtel royal des Invalides im Auftrag von König Ludwig XIV. in den Jahren von 1670 bis 1676 nach den Plänen der Architekten Libéral Bruant und Jules Hardouin-Mansart errichtetes Heim für kriegsversehrte, berufsunfähige Soldaten. Heute wird es geführt von der Institution nationale des Invalides und beherbergt mehrere Museen, darunter das bedeutende Musée de l’Armée, sowie im Invalidendom die Grabstätten Kaiser Napoleons I. und weiterer hoher Militärs.

Das Gebäude entstand zur Lösung des Problems, was mit den heimatlosen, arbeitslosen oder verwundeten Soldaten nach einem Krieg geschehen sollte. Nicht nur aus Gründen der Humanität fühlten sich Herrscher verpflichtet, für die Soldaten zu sorgen, die ihr Leben riskiert und oft ihre Gesundheit beschädigt hatten. Auch aus Gründen der staatlichen Sicherheit empfahl sich eine solche Maßnahme, denn unbeschäftigte, aber waffenkundige Soldaten konnten gefährlich werden, wenn sie als marodierende Banden unkontrolliert durch das Land zogen. Schon im 12. Jahrhundert dachte Philipp Augustus deshalb an eine Art Hospital. Lange kamen alte Soldaten in Klöstern unter, wo sie häufig Unruheherde bildeten, weil sie sich nicht den strengen Mönchsregeln unterwerfen wollten. König Ludwig XIV. sorgte mit dem Hôtel des Invalides für eine umfassende Lösung, bei der er für die Architektur die äußere Gestalt des spanischen Escorial zum Vorbild nahm und für die soziale Organisation die Tradition des Klosters. Die Anlage ist eine gewaltige militärische Gedächtnisstätte mit einem riesigen zentralen Innenhof, einem Kreuzgang vergleichbar, der von vier Nebenhöfen mit Wohntrakten umgeben war. Die alten und gebrechlichen Soldaten sollten hier ein geregeltes Leben führen. Ihre Tage waren mit Gottesdiensten und handwerklichen Betätigungen ausgefüllt.

Cour d'Honneur © Juan Carlos Cordovez-Mantilla/cc-by-sa-3.0 Dôme des Invalides © Benh/cc-by-2.5 Hôtel des Invalides, as seen from the Tour Montparnasse © Jens Peter Clausen/cc-by-sa-3.0 Northern façade © Thesupermat/cc-by-sa-3.0 Tomb of Joseph Bonaparte © flickr.com - Son of Groucho/cc-by-2.0 Hôtel des Invalides © Eric Gaba/cc-by-sa-3.0 Tomb of Napoleon © Thesupermat/cc-by-sa-3.0
<
>
Hôtel des Invalides, as seen from the Tour Montparnasse © Jens Peter Clausen/cc-by-sa-3.0
Wohngebäude und Werkstätten
Die Militäranlage bildet ein großes, 390 Meter langes und 450 Meter breites Rechteck. Allein die viergeschossige Fassade ist 195 Meter breit. Sie beherbergt unter anderem ein Hospital und eine Manufaktur. Den zu der sogenannten Esplanade gelegenen Vorplatz säumen aufgebockte Kanonenrohre des 17. und 18. Jahrhunderts. Durch den Haupteingangsprospekt gelangt man auf den Ehrenhof. Der Haupteingang wird von Kriegerstatuen in antikem Dekor gesäumt. Durch den Haupteingang geht der Blick auf das Tempelmotiv auf der gegenüberliegenden Seite. Dieser gesamte Bereich ist streng symmetrisch gebaut. Die Mitte ist an den vier Trakten jeweils nur leicht dadurch betont, dass in der langen zweigeschossigen Arkadenreihe eine Dreiergruppe schwach herausgezogen und mit einem Dreiecksgiebel bekrönt wird, ohne dadurch den Eindruck der endlosen Reihung und damit militärischer Strenge und Disziplin zu schmälern. Der Ehrenhof (französisch Cour d’Honneur) ist heute noch Schauplatz von Militärparaden. Auf der Südseite, gegenüber dem Haupteingang, befindet sich im Zentralbogen der oberen Galerie eine Bronzestatue Napoleons (von Emile Seurre, 1833), die im Volksmund Le Petit Corporal genannt wird. Die oberen Gänge der Wohntrakte, die zum Ehrenhof hin liegen, sind ebenfalls mit historischem Kriegsgerät ausstaffiert.

Museen
Die ehemaligen Werkstätten beherbergen heute unter anderem:

Soldatenkirche
Nach der Inbetriebnahme wurden dem Gebäudekomplex zwei Kirchen hinzugefügt. Der Rohbau der sogenannten Soldatenkirche, der Cathédrale Saint-Louis-des-Invalides, wurde 1676 begonnen und bereits 1677 mit der Überdachung abgeschlossen. Die zur Kathedrale erhobene Kirche ist Sitz der römisch-katholischen Diözese der französischen Armeen (Diocèse des Armées françaises).

Église du Dôme – Grabmal Napoleons
Die im Anschluss an die Soldatenkirche in Auftrag gegebene, ebenfalls dem heiligen Ludwig geweihte, nach ihrer Kuppel (frz. dôme) “Église du Dôme” genannte ehemalige Chapelle royale des Invalides wird im Deutschen “Invalidendom” genannt. Diese Bezeichnung als Dom ergab sich aus dem “falschen Freund” dôme; es handelt sich nicht um den Sitz des Militärbischofs. Der in den Jahren 1677 bis 1691 errichtete Rohbau konnte aufgrund von Kapitalmangel erst im Jahr 1706 endgültig vollendet und ausgeschmückt werden. Ein Gesetz bestimmte das Gebäude am 10. Juni 1840 zum Grabmal Napoleons. Die Aushebung und Ausstattung der Krypta, die den Innenraum der Kuppelkirche erheblich veränderten, nahmen rund zwanzig Jahre in Anspruch und wurden 1861 abgeschlossen.

Lesen Sie mehr auf Musée de l’Armée, france.fr – Armeemuseum – Hôtel National des Invalides in Paris und Wikipedia Hôtel des Invalides (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.






Das könnte Sie auch interessieren:

Diesen Beitrag teilen: (Vor Nutzung der Button Datenschutzregelungen beachten)

Themenwoche Ecuador - Cuenca

Themenwoche Ecuador - Cuenca

[caption id="attachment_171331" align="aligncenter" width="590"] Centro Histórico © flickr.com - amalavida.tv/cc-by-sa-2.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Cuenca (von span. cuenca – "Becken") ist mit rund 331.000 Einwohnern (420.000 im Großraum) die drittgrößte Stadt Ecuadors und Hauptstadt der Provinz Azuay. Sie liegt südlich von Quito, ihrem Namen entsprechend in einem andinen Hochlandbecken in 2450 bis 2600 m Höhe. Der Tomebamba durchfließt die Stadt, die kleineren Flüsse Machangara, Yanuncay und Tarqui passieren ihren ...

[ read more/mehr lesen ]

Oban an der Westküste Schottlands

Oban an der Westküste Schottlands

[caption id="attachment_152527" align="aligncenter" width="590"] North Pier Ferry Terminal at night © Emil Goldberg/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Oban (gälisch: Die Kleine Bucht)ist eine Stadt mit etwa 8000 Einwohnern in Argyll and Bute an der Westküste Schottlands. Sie liegt in einer Bucht, der die kleine Insel Kerrera vorgelagert ist, so dass Oban sich durch eine sehr geschützte Lage auszeichnet. Der Ort mit heute fast städtischem Charakter war bis ins 19. Jahrhundert hinein ein kleines Fischerdorf. Mit ...

[ read more/mehr lesen ]

Königslutter im Naturpark Elm-Lappwald

Königslutter im Naturpark Elm-Lappwald

[caption id="attachment_160993" align="aligncenter" width="590"] Monastry church of Königslutter © ArtMechanic/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Königslutter am Elm ist eine Stadt im Osten von Niedersachsen im Landkreis Helmstedt. Die Stadt liegt mitten im Naturpark Elm-Lappwald und an der Nord-Ost-Seite des bewaldeten Höhenzugs Elm. Die nächsten größeren Städte sind Braunschweig etwa 23 km westlich, Wolfsburg etwa 20 km nördlich und die Kreisstadt Helmstedt liegt etwa 15 km östlich von Königslutter. Durch Köni...

[ read more/mehr lesen ]

Themenwoche Miami - Little Havana

Themenwoche Miami - Little Havana

[caption id="attachment_161805" align="aligncenter" width="590"] Cuban Memorial Plaza © Marc Averette[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Little Havana (span. La Pequeña Habana) ist ein Stadtviertel im Zentrum von Miami in Florida. Der ehemalige census-designated place wird von zahlreichen kubanischen Immigranten bewohnt. Little Havana wurde nach der kubanischen Hauptstadt und Kubas größter Stadt Havanna benannt. Die groben Grenzen bilden der Miami River im Norden, die 11th Street im Süden, die 22nd Avenue im Westen, sowie die Inter...

[ read more/mehr lesen ]

Williamsburg in Virginia

Williamsburg in Virginia

[caption id="attachment_160864" align="aligncenter" width="590"] Governor's Palace © Larry Pieniazek/cc-by-2.5[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Williamsburg ist eine Stadt im Südosten des US-Bundesstaats Virginia in der Region Hampton Roads mit rund 15.000 Einwohnern. Sie ist County-Sitz des James City Countys, gehört ihm selbst aber nicht an. Das moderne Williamsburg ist eine Universitätsstadt, die zu einem großen Teil von Studenten und Mitarbeitern des College of William & Mary bewohnt wird. Ein Teil der Stadt wurde als Colonia...

[ read more/mehr lesen ]

Château d’If vor der Küste von Marseille

Château d’If vor der Küste von Marseille

[caption id="attachment_24410" align="aligncenter" width="590"] Château d'If © Philippe Alès/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Das Château d’If ist eine Festung und ein ehemaliges Gefängnis auf der Île d’If, einer Felseninsel zirka eine Seemeile vor der Küste von Marseille. Die Insel besteht aus Kalkstein und hat eine Fläche von ca. 3 Hektar. Die Festung selbst hat den Hauptgrundriss eines Quadrates mit 28 m Seitenlänge, flankiert von 3 zylindrischen Türmen (Rondellen). Jeder Turm hat breite Schießsc...

[ read more/mehr lesen ]

Themenwoche Gascogne

Themenwoche Gascogne

[caption id="attachment_151937" align="aligncenter" width="590"] Château de Castelmore in Lupiac, birthplace of Comte d’Artagnan © Jibi44/cc-by-2.5[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die Gascogne ist eine historische Provinz im Südwesten Frankreichs. Die einheimische Sprache der Gascogne ist das Gaskognische, eine Unterart des Okzitanischen. Die Gascogne wurde in der Antike von den Aquitaniern bewohnt, die im Gegensatz zu den übrigen Bewohnern Galliens nicht Keltisch, sondern vermutlich eine mit dem Baskischen verwandte Sprache sp...

[ read more/mehr lesen ]

Themenwoche Potsdam - Schloss Sanssouci

Themenwoche Potsdam - Schloss Sanssouci

[caption id="attachment_25767" align="aligncenter" width="590"] Sanssouci - Aerial view © Sven Scharr/cc-by-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Schloss Sanssouci (französisch sans souci "ohne Sorge") liegt im östlichen Teil des Parks Sanssouci und ist eines der bekanntesten Hohenzollernschlösser der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Nach eigenen Skizzen ließ der preußische König Friedrich II. in den Jahren 1745 bis 1747 ein kleines Sommerschloss im Stil des Rokoko errichten. Mit der Planung beauftragte er den Archite...

[ read more/mehr lesen ]

Return to Top ▲Return to Top ▲
Leipziger Platz © Chiara Mazzocchi/cc-by-sa-4.0
Leipziger Platz in Berlin

Der Leipziger Platz mit seiner charakteristischen achteckigen Form ist ein Platz im Berliner Ortsteil Mitte, der zusammen mit dem westlich...

© bahamas.com
San Salvador auf den Bahamas

San Salvador ist eine Insel und ein Distrikt am Nordost-Rand der Bahamas. Die Insel hat mit einer Fläche von 94,9...

Clabon Mews © flickr:com - Cristian Bortes/cc-by-2.0
Chelsea in London

Chelsea ist ein einflussreicher Stadtteil im Westen von London. Er befindet sich zwischen dem Sloane Square und der Themse als...

Schließen