Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke in China

Montag, 01. April 2019 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Architektur, Allgemein, Haus des Monats

© Kellykaneshiro/cc-by-sa-4.0

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Die Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke ist eine Straßenverbindung zwischen Hongkong, Zhuhai und Macau. Das chinesische Infrastrukturprojekt besteht aus mehreren Brücken, Tunneln und künstlichen Inseln am Perlflussdelta. Seit ihrer Fertigstellung am 14. November 2017 bzw. der Eröffnung für den Verkehr am 24. Oktober 2018 gilt die Brücke als die längste Überwasser-Brücke der Welt. Sie löste damit den bisherigen Rekordhalter, die Jiaozhou-Bucht-Brücke, ab.

Im Dezember 2009 wurde der Grundstein für das Projekt gelegt, welches von dem Chesapeake Bay Bridge-Tunnel inspiriert wurde. Die Kosten wurden anfänglich auf 73 Milliarden Renminbi (rund 10,7 Milliarden US-Dollar) veranschlagt. Die Eröffnung war ursprünglich für Ende 2016 vorgesehen. Das Brückenbauwerk wurde am 27. September 2016 fertiggestellt. Am 7. Juli 2017 wurde der Unterseetunnel fertig. Am 28. September 2018 wurde ein dreitägiger Testbetrieb mit einigen Dutzend Fahrzeugen aufgenommen, um das Funktionieren der Signaltechnik und der Zolleinrichtungen zu überprüfen. Ausläufer des Taifuns Mangkhut hatte die Brücke einige Tage zuvor überstanden. Die offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten fanden am 23. Oktober 2018 in Zhuhai statt. Nach Angaben der Verwaltung der Sonderverwaltungszone aus dem Jahr 2017 kamen im Verlauf der Bauarbeiten auf Hongkonger Seite neun Arbeiter ums Leben. Nach Einschätzung Hongkonger Oppositionspolitiker könnte es auf festlandchinesischer Seite bis zu zehnmal mehr tödliche Unfälle gegeben haben. Außerdem werde das Projekt von dort beschäftigten Arbeitern als Blut-und-Tränen-Brücke (“bridge of blood and tears”) bezeichnet. Auf der gesamten Brücke ist wie auf dem chinesischen Festland Rechtsverkehr vorgeschrieben. In Hongkong herrscht im Gegensatz dazu Linksverkehr. Daher brauchen Fahrer zwei verschiedene Fahrlizenzen, um die Brücke nutzen zu dürfen. Aktuell trifft das auf 30.000 Personen zu. Für die Einwohner der umliegenden Städte wird die Brücke möglicherweise erst nach dem Ende der Teilautonomie von Hongkong und Macau im Jahr 2047 nutzbar.

Port of Hong © N509FZ/cc-by-sa-4.0 © N509FZ/cc-by-sa-4.0 HZMB shuttle bus © N509FZ/cc-by-sa-4.0 © Kellykaneshiro/cc-by-sa-4.0 © Kellykaneshiro/cc-by-sa-4.0 Artificial island © Wpcpey/cc-by-sa-4.0 The complete Hong Kong section © Davin88/cc-by-sa-4.0
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The complete Hong Kong section © Davin88/cc-by-sa-4.0
Das Bauwerk besteht aus mehreren Teilabschnitten. Alle Straßen sind in beide Richtungen dreispurig ausgelegt. Im Folgenden werden die Anlagen von Westen (Macau/Zhuhai) in Richtung Osten (Hongkong) beschrieben.

Am Westufer des Perlflusses befinden sich auf einer künstlichen Insel Grenzübergangsanlagen für die Einreise in die Sonderverwaltungszone Macau und das chinesische Festland. Hier beginnt auch die Hauptbrücke.

Die 22,9 Kilometer lange eigentliche Hauptbrücke hat ihre Endpunkte auf zwei im Rahmen des Projektes neu angelegten künstlichen Inseln. Die westlich gelegene künstliche Insel liegt vor Macau und gehört zum Unterdistrikt Gongbei von Zhuhai. Die östliche künstliche Insel wurde mitten im Perlfluss angelegt. Hier geht die Hauptbrücke in einen 6,7 Kilometer langen Untersee-Tunnel über, der auf einer dritten, weiter östlich gelegenen künstlichen Insel wieder zutage tritt. Der Tunnel wurde aus 100 m langen Teilstücken zusammengesetzt. Die Hauptbrücke und der Tunnel (zusammen 29,7 Kilometer) wurden in Regie der Volksrepublik China erbaut. In diesem Abschnitt befinden sich auch die Hauptschifffahrtsstraßen. Der Hauptschiffahrtskanal befindet sich im Bereich des Unterseetunnels. Zusätzlich gibt es drei weitere Durchfahrten unter drei großen Schrägseilbrücken (Qingzhou-Brücke, Jiuzhou-Brücke und Jianghai-Brücke).

Östlich des Tunnels beginnt der Abschnitt, der in Regie Hongkongs erbaut wurde. Dieser Abschnitt, die Hongkong-Verbindungsstraße, hat eine Gesamtlänge von 12 Kilometern. Er besteht aus einem 9,4 Kilometer langen Überwasser-Viadukt, der durch die Meerenge zwischen der Insel Chek Lap Kok mit dem Internationalen Flughafen Hongkong und Lantau Island führt und am Guanjinshan-Hügel auf Chek Lap Kok endet. Von dort führt der 1 km lange Guanjinshan-Tunnel zur Ostseite der Flughafeninsel, dem ein 1,6 km langes ebenerdiges Straßenstück zu den Grenzübergangsanlagen folgt. Für diesen letzten Straßenabschnitt wurden an der Ostseite von Chek Lap Kok 20 Hektar Land aufgeschüttet.

Für die Grenzübergangsanlagen (Hong Kong Boundary Crossing Facilities, HKBCF) und die Anbindung an die Stadtautobahn wurde eine 130 ha große künstliche Insel östlich der Flughafeninsel Chek Lap Kok aufgeschüttet.

Die Tuen Mun-Chek Lap Kok-Verbindung (Tuen Mun–Chek Lap Kok Link, TM-CLKL) ist eine jeweils zweispurige Verbindungsstraße, die die Hongkonger Grenzübergangsanlagen und Chek Lap Kok einerseits mit den nördlich gelegenen New Territories (Distrikt Tuen Mun) und zum anderen mit der südlich gelegenen Insel Lantau verbinden soll. Für die Nordverbindung ist ein 5 Kilometer langer Unterseetunnel geplant und für die Südverbindung eine 3,5 Kilometer lange Straßenverbindung (1,6 km über Wasser, 1,9 km über Land). Die Fertigstellung der Nordverbindung in die Neuen Territorien ist erst nach der Eröffnung der Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke geplant. Die Südverbindung führt zur bestehenden Autobahn Route 8 auf Lantau Island. Von dort ist das Stadtzentrum ca. 30 km entfernt.

Lesen Sie mehr auf Hong Kong-Zhuhai-Macao Bridge – Mainland Section, Hong Kong-Zhuhai-Macao Bridge – Hong Kong Section, Hong Kong-Zhuhai-Macao Bridge – Macao Section und Wikipedia Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.



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