Hattuša, Hauptstadt des Hethiter-Reiches

Samstag, 21. Februar 2015 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination: | Category/Kategorie: Allgemein, Museen, Ausstellungen, Paläste, Schlösser, Villen, Parks, UNESCO-Welterbe, Union für das Mittelmeer

One of the first peace treaties of the world, between Hattushili III of Hatti and Ramesses II of Egypt © deror avi

One of the first peace treaties of the world, between Hattushili III of Hatti and Ramesses II of Egypt © deror avi

Hattuša war die Hauptstadt des Hethiter-Reiches. Sie liegt in der Provinz Çorum beim Dorf Boğazkale (früher Boğazköy) im anatolischen Hochland am Bogen des Kızılırmak nördlich der antiken Landschaft Kappadokien, etwa 170 Kilometer östlich von Ankara. 1986 wurden Hattuša und das benachbarte hethitische Heiligtum Yazılıkaya als Kulturdenkmal Nr. 176 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen. Beide Orte gehören mit der weiteren Umgebung zum türkischen Nationalpark Boğazköy-Alacahöyük.

Die frühesten Besiedlungsspuren im Stadtgebiet von Hattuša stammen aus dem Chalkolithikum im 6. Jahrtausend v. Chr. Eine kontinuierliche Besiedlung setzt gegen Ende des 3. Jahrtausend v. Chr., in der entwickelten Frühbronzezeit ein. Die Hattier gründen hier eine Siedlung und nennen sie Hattusch. Im frühen 2. Jahrtausend v. Chr. entsteht am Rand der hattischen Siedlung ein Karum, eine Kolonie von assyrischen Händlern. Mit ihren Eselskarawanen transportierten sie Güter über große Entfernungen, sowohl innerhalb Anatoliens als auch nach Mesopotamien. Mit ihnen kommt erstmals die Schrift nach Anatolien. Im Verlauf dieser Epoche hat man auf der Höhe von Büyükkale eine Befestigung angelegt, um sich vor Feinden zu schützen. In diesen ersten Jahrhunderten des 2. Jahrtausends v. Chr. gab es in Zentralanatolien häufig Konflikte zwischen den einheimischen hattischen Fürsten und den zugewanderten hethitischen Gruppen, die ihre Macht auszudehnen versuchten.

Reconstructed city wall © Rita1234/cc-by-sa-3.0 Great Temple © China Crisis/cc-by-sa-2.0 Yerkapi rampart © China Crisis/cc-by-sa-2.0 Upper City - Temple District © Rita1234/cc-by-sa-3.0 One of the first peace treaties of the world, between Hattushili III of Hatti and Ramesses II of Egypt © deror avi
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One of the first peace treaties of the world, between Hattushili III of Hatti and Ramesses II of Egypt © deror avi
Die ausgegrabenen Ruinen zeigen, dass die Stadt Hattuscha um ca. 1700 v. Chr. in einem großen Brand zugrunde gegangen ist. Für die Zerstörung des Orts gibt es sogar eine Überlieferung in einem Keilschrifttext, in dem ein König Anitta von Kuschara davon berichtet, dass er den König Pijuschti von Hattusch geschlagen und seine Stadt zerstört habe. Er verflucht die Stadt auf ewig, säte sie mit Fenchel ein und richtet sein Handelszentrum in der 160 km südöstlich gelegene Stadt Kaneš, die als Hauptort der assyrischen Handelskolonien bereits Macht und Ansehen besaß, ein. Hattuša wurde jedoch bereits ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts v. Chr. wiederbesiedelt. Der hethitische Fürst Labarna (1565-1540 v. Chr.) baute hier seine Residenz auf und nannte sich danach Hattušili, “Der von Hattuša”. Damit beginnt die Geschichte Hattušas als hethitische Hauptstadt und des hethitischen Königshauses, von dem man bisher 27 Großkönige mit Namen kennt. Die Kultwelt wurde von vielen männlichen und weiblichen Gottheiten beherrscht. “Tausend Götter des Hatti-Landes” heißt es öfters in alten Schriften.

Hattuša war unter anderem eine Stadt der Götter und Tempel. In der zentralen Oberstadt konnten zahlreiche Tempel eines sakral genutzten Areals freigelegt werden. Daneben legten die neuesten Grabungen aber auch Stadtbereiche, die für verschiedenste nichtreligiöse Tätigkeiten genutzt wurden, frei. Die mit Löwen, Sphingen oder der reliefierten Darstellung eines Gottes dekorierten Stadttore der Oberstadt sind möglicherweise Bestandteile einer repräsentativen Prozessionsstraße. Das Sphinxtor (Wall von Yerkapi) in der Neuen Stadt (Oberstadt) bildet mit 1242 Meter den höchsten Punkt der Stadtanlage. In Hattuša wurden bisher nur kleine Flächen der Wohnviertel und der Werkstattbezirke freigelegt.

Lesen Sie mehr auf unesco.org – Hattuša und Wikipedia Hattuša. Fotos von Wikimedia Commons.



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