Harlem in New York

Freitag, 28. Dezember 2018 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, New York City

Cotton Club © Gotanero/cc-by-sa-3.0

Cotton Club © Gotanero/cc-by-sa-3.0

Harlem ist ein Viertel im New Yorker Stadtbezirk Manhattan. Harlem ist eines der Hauptzentren afroamerikanischer Kultur in den USA. Obwohl der Name “Harlem” häufig für ganz Upper Manhattan benutzt wird, wird dieser Stadtteil eigentlich durch die 155th Street im Norden und den Harlem River im Osten begrenzt. Die südliche Grenze, die Harlem unter anderem von der wohlhabenden Upper East Side trennt, ist nicht geradlinig. Zwischen dem East River und der 3rd Avenue formt die 96th Street die Grenze, zwischen 3rd Avenue und Madison Avenue verschiebt sich die Grenze zwei Blocks nördlich zur 98th Street und an der Fifth Avenue beginnt Harlem erst an der 104th Street. Es gibt fast immer eine deutliche Trennung zwischen den jeweiligen Nachbarschaften. Auf der Kreuzung zwischen 96th Street und Park Avenue gibt es teure Wolkenkratzer auf der südlichen Seite und auf der nördlichen Seite billige Sozialwohnungen. Zwischen 5th Avenue und 8th Avenue bildet der Central Park entlang der 110th Street die Grenze. Westlich der 8th Avenue beginnt Harlem ab der 125th Street. Im Nordwesten von Harlem bildet der Hudson River die Grenze. Der Hudson ist auch die Grenze für New York City selbst sowie für den Bundesstaat und den Kreis New York. Das Viertel bekam seinen Namen von dem niederländischen Haarlem.

Innerhalb Harlems gibt es verschiedene Nachbarschaften (Neighborhoods): East Harlem, Morningside Heights, Hamilton Heights und Sugar Hill. Der Mount Morris Park Historic District ist keine eigene Nachbarschaft, sondern ein Bereich zwischen 118th Street und 124th Street, begrenzt durch die 5th Avenue und den Adam Clayton Powell Jr. Boulevard (7th Avenue), in dem die Gebäude ganzer Straßenzüge unter Denkmalschutz stehen und in den letzten und kommenden Jahren aufwändig renoviert wurden bzw. werden. Upper Manhattan hingegen besteht auch aus anderen Stadtteilen. In Washington Heights, der Gegend in der Nähe der 181st Street, lebten früher viele deutsche Juden, darunter Henry Kissinger, die in den 1930er Jahren Deutschland und Österreich verlassen hatten. Jenseits von Washington Heights liegt Inwood, wo früher viele Menschen irischer Herkunft wohnten. Heute wohnen in Washington Heights und Inwood hauptsächlich Emigranten aus Puerto Rico und der Dominikanischen Republik, obwohl eine kleine jüdische Gemeinschaft noch in der Nähe der Yeshiva University existiert. Anfang des 21. Jahrhunderts setzte in Harlem ein Gentrifizierungsprozess ein.

Der Mount Morris Park Historic District liegt westlich vom Marcus Garvey Park (bis 1973 Mount Morris Park) und wurde in der ersten Stufe (bis 1996) durch die Lenox Avenue (Malcolm X Blvd) im Westen, der 119th Street im Süden und der 124th Street in Norden begrenzt. In der zweiten Stufe wurde der Distrikt nach Westen hin zum Adam Clayton Powell Jr. Blvd, zum Süden bis zur 118th Street erweitert. Der Mount Morris Park Historic District wurde im Jahre 1971 von der New York City Landmarks Preservation Commission eingerichtet und war einer der ersten Denkmalschutz-Bezirke in New York. Die Gebäude wurden im Stile des 19. und frühen 20. Jahrhundert errichtet und sind zum größten Teil bis heute unverändert. Der Block an der Lenox Avenue zwischen der 120th und der 121st Street stellt in ganz New York eine Besonderheit dar. Alle 10 Gebäude wurden komplett von einem Architekten und von einer Baufirma zur gleichen Zeit erstellt. Ausgehend von der Mitte, wiederholt sich der architektonische Stil der Gebäude nach außen, so dass die Mitte des Blocks als eine Spiegelachse dient. Eines der Gebäude wurde allerdings vom Department of Buildings der Stadt New York aus Versehen abgerissen, so dass heute an dieser Stelle eine Lücke klafft. Während der Errichtung der Gebäude bestand auf allen Etagen ein Durchgang zu allen Gebäuden, sodass die Bauarbeiter alle Baumaterialien von einer Seite in den Neubau bringen konnte. Dieser Durchgang wurde nach der Fertigstellung zugemauert und ist in den einzelnen Wohnungen noch heute erhalten und sichtbar. Bis auf einige Änderungen, die vor 1971 durchgeführt wurden, ist der Stil der Gebäude immer noch sehenswert. Einige der bekannten Architekten, die Gebäude im Mount Morris Park Historic District errichtet haben, sind Edward L. Angell und Charles Baxter.

Jumel Terrace Historic District © Beyond My Ken/cc-by-sa-4.0 Sugar Hill © Marcel René Kalt St. Nicholas Historic District - Striver's Row © Beyond My Ken/cc-by-sa-4.0 Schomburg Center for Research in Black Culture © Jim.henderson Rowhouse built for the African-American population in the 1930s © Aude/cc-by-sa-2.5 Old Broadway Synagogue © Jim.henderson James A. and Ruth M. Bailey House © Beyond My Ken/cc-by-sa-4.0 Hotel Theresa © Shugars/cc-by-sa-4.0 Harlem YMCA © Beyond My Ken/cc-by-sa-4.0 Harlem River Houses © Beyond My Ken/cc-by-sa-4.0 Dunbar Apartments © Beyond My Ken/cc-by-sa-4.0 Duke Ellington Circle © Jim.henderson Cotton Club © Gotanero/cc-by-sa-3.0 Astor Row © Beyond My Ken/cc-by-sa-4.0 Apartment buildings adjacent to Morningside Park © Momos Abyssinian Baptist Church © flickr.com - DennisInAmsterdam/cc-by-sa-2.0
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Rowhouse built for the African-American population in the 1930s © Aude/cc-by-sa-2.5
Die ersten dunkelhäutigen Einwohner waren mit der St.-Philips-Episkopalkirche verbunden. Früher hatten die Afroamerikaner New Yorks in anderen Stadtvierteln gewohnt, z. B. in Tenderloin, San Juan Hill, Hell’s Kitchen und weiteren. In den 1920er Jahren hatte sich die Bevölkerungsanzahl der Afroamerikaner in Harlem vervierfacht, und die schwarze Kultur, die Harlem Renaissance, begann zu florieren. Ironischerweise durften die meisten Afroamerikaner nicht daran teilnehmen, weil die berühmtesten Klubs, wie Barron Wilkins’ Exclusive Club, Connie’s Inn, Small’s Paradise und der Cotton Club, wo Duke Ellington spielte, Zutritt nur den Weißen gestatteten. Das Apollo Theater eröffnete am 26. Januar 1934 auf der 125th Street. Das Gebäude war vorher ein Burleskenhaus gewesen. Der Savoy Ballroom an der Lenox Avenue war ein renommierter Standort für das Swing-Tanzen. Auch in Harlem zu finden war das Theresa-Hotel, damals das größte und beste Hotel in den USA, das auch für Afroamerikaner zugänglich war. Die Kriegsjahre waren für Harlem angespannt. Viele Schwarze kämpften nicht gerne, weil die amerikanische Gesellschaft sie als minderwertige Menschen behandelte. Schon 1934 hatte es Auseinandersetzungen mit der Polizei gegeben, und weitere Unruhen brachen 1943 aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen Afroamerikaner in andere Nachbarorte New Yorks, da die Rassendiskriminierung allmählich nachließ; 1950 war der Höhepunkt des schwarzen Bevölkerungsanteils in Harlem erreicht. Jedoch blieb Harlem der Hauptort für afroamerikanische Politik, für Intellektuelle und für die Kultur. Die Konflikte wurden in den 1960er Jahren noch ernsthafter, besonders nach dem Attentat auf Martin Luther King. Bis in die frühen 1990er Jahre hatten kaum Anleger Kapital in dieses Viertel investiert. Die meisten Gebäude, Häuser und Schulen waren heruntergekommen, und Drogen, Prostitution und Gewalt stellten seit den 1970er Jahren große Probleme dar, die das Leben der meisten Bürger beeinträchtigten. Eine neue Renaissance gab es in Harlem, wie auch in anderen Stadtteilen New Yorks, ab Mitte der 1990er Jahre, unter anderem durch eine schärfere Sicherheitspolitik in ganz New York und durch verschiedene soziale Programme der Stadt und von privaten Organisationen. Auch Geschäftsleute und Politiker sahen, ermutigt durch die Veränderungen, neues Potential in Harlem, und eine Gentrifizierung, d. h. die Aufwertung der Gegend durch Renovierung, wurde und wird allmählich durchgeführt. Es entstanden neue Gebäude, Kaufhäuser (u. a. Old Navy) und Geschäfte, alte Gebäude werden in zunehmendem Maße renoviert und aufgrund immer weiter steigender Immobilienpreise in Manhattan werden viele wohlhabendere Menschen durch die im Vergleich noch relativ moderaten Preise angezogen. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat heute ein Büro an der Kreuzung 125th Street und Adam Clayton Powell Jr. Boulevard (7th Avenue). Dieser Prozess wird von einigen Menschen kritisch gesehen, da dadurch teilweise Menschen mit geringerem Einkommen aus ihren Häusern verdrängt werden und durch geplante Hochhausneubauten ein Identitätsverlust des Stadtteiles mit seinen zahlreichen Brownstone-Reihenhäusern aus der Periode von 1870 bis 1910 befürchtet wird. Einige Straßen haben inzwischen Namen von schwarzen Aktivisten oder Persönlichkeiten erhalten.

Die Religion spielt im Leben eines Großteils der Bevölkerung Harlems eine wichtige Rolle. In Harlem gibt es daher eine große Vielfalt an Kirchen. Einige sind so klein, dass sie in normalen Apartments ihre Messen durchführen. Die Gemeinden sind dementsprechend klein. So sind zum Beispiel am Malcolm X Boulevard (auch Lenox Avenue) zwischen der 120th Street und 123rd Street mehr als zehn Kirchen verschiedener Konfessionen und Größen.

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