Hakka Tulou Rundhäuser

Dienstag, 23. November 2010 - 05:14 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination: | Category/Kategorie: Architektur, Allgemein, Nachhaltigkeit

© china-guide.de

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Eher zufällig sind wir bei Recherchen auf diese faszinierenden Rundbauten aufmerksam geworden. Es handelt sich um eine geschlossene, in sich funktionierende Siedlungsform in China. Auf der einen Seite Wohnunterkunft für Großfamilien und Sippen, auf der anderen Seite durch meterdicke Außenwände passiver Schutz, der wochenlang feindlichen Übergriffen standhalten konnte und gleichzeitig autark durch kleine Anbauflächen für Lebensmittel und Stallungen für Viehzucht. Ein spannendes Konzept, welches, wie kaum ein anderes, gelebte Nachhaltigkeit auf kleinem Raum verdeutlicht und dabei gleichzeitig praktische Hinweise für heutige Erfordernisse gibt, frei nach dem Motto “Think global, act local!”.

© Bolobolo

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Die Rundhäuser von Yongding befinden sich im Süden des Verwaltungsbezirks Longyan in der Provinz Fujian. Ihre Geschichte geht weit in die Vergangenheit zurück, und sie sind einzigartig in China, aus Erde gebaut, sehr groß, aber äußerst kunstfertig. Berühmt ist Longyang durch die Fujian Hakka Tulou.

Die Yongding Rundhäuser wurden hauptsächlich in der Ming Dynastie (1368-1644 n. Chr.) und der Qing Dynastie (1644-1911 n. Chr.) erbaut. Doch ihre Ursprünge gehen bis auf die frühe westliche Jin Dynastie (265-316 n. Chr.) zurück. Zu jener Zeit ungefähr siedelten sich die Hakka hier an, weil sie hier günstige Lebensbedingungen vorfanden, und sie entwickelten ihre Lehmhütten zu diesen wehrhaften Wohntürmen, wie wir sie heute bewundern können. Mit Beginn der mittleren Ming Dynastie wurden ihre Häuser größer. Sie sind enorm widerstandfähig. Weder Sturm noch Erdbeben noch marodierende Banditen konnten ihnen etwas anhaben. Und sie waren die Heimat ganzer Hakka-Sippen, die so unter einem Dach zusammen wohnten. So konnten sie gemeinsam allem Unbill von außen begegnen. Lesen Sie den ganzen Artikel hier: Tulou Rundhäuser von Yongding.

© yazi-swallow

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Die Hakka ist eine der acht hanchinesichen Volksgruppen. Sie haben eine eigene chinesische Sprache, die sich in mehrere Dialekte aufteilt und weisen bestimmte kulturelle Besonderheiten auf. Sie stammen ursprünglich aus der Gegend um den Baikalsee in Sibirien und haben sich nach mehreren Migrationsbewegungen in Südchina und von dort aus weiter in Taiwan, Südostasien, Nord- und Mittelamerika sowie in Australien angesiedelt.

Inzwischen leben die Hakka nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern Asiens und in Übersee. Der Name Hakka bedeutet “Gäste”. Weltweit gibt es über 60 Millionen Hakka, manche von ihnen können inzwischen kein Hakka mehr sprechen. Andererseits gibt es eine stark gewachsene und mancherorts recht einflussreiche Bewegung, die das Kulturerbe der Hakka nachhaltig mit Hakka-Kultur spezifischen Bildungsangeboten fördert und den kulturellen Standort der Hakka in der chinesischen Welt verteidigt.

Lesen Sie mehr auf Wikipedia Hakka. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung.



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