Haifa, Heimat des Weltzentrums der Baháí

Montag, 31. März 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, UNESCO-Welterbe, Union für das Mittelmeer

Baháí World Centre © flickr.com - israeltourism/cc-by-2.0

Baháí World Centre © flickr.com – israeltourism/cc-by-2.0

Haifa ist mit rund 268.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Israels nach Jerusalem und Tel Aviv. Die Großstadt an der Mittelmeerküste existiert seit der Antike. Im Großraum Haifa leben etwa 600.000 Menschen. Haifa liegt in Nordisrael an der Bucht von Haifa und am nördlichen Abhang des Karmelgebirges. Am Nordrand der Stadt befindet sich Israels größter Seehafen.

Den besten Blick über die gesamte Stadt bietet die Louis Promenade, eine Aussichtsstraße, die sich im oberen Teil Haifas am Hang entlangzieht. Von dort kann man die Bucht von Haifa überblicken und bei guter Sicht bis zum Hermongebirge sehen. Die Louis Promenade führt auch zum oberen Eingang der Hängenden Gärten der Bahai, die seit ihrer Eröffnung im Jahre 2001 das Stadtbild dominieren. 2008 wurde der Schrein des Bab, der als Wahrzeichen der Stadt gilt, von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Baháí World Centre © flickr.com - israeltourism/cc-by-2.0 Mount Carmel by the sea © Zvi Roger/cc-by-3.0 The gardens and Shrine of the Báb © Zvi Roger/cc-by-3.0 Haifa-Bat_Galim_neighborhood-EdoM Downtown and port © Zvi Roger/cc-by-3.0
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Baháí World Centre © flickr.com - israeltourism/cc-by-2.0
Während der Kreuzfahrerzeit wurde Haifa mehrfach erobert und war Zentrum einer Seigneurie im Königreich Jerusalem, ehe das benachbarte Akko 1291 fiel und die Kreuzfahrer geschlagen waren. Danach war Haifa das Fischerdorf Haifa el Atikah. Ein weiterer Impuls war 1869 die Gründung eines Dorfes, der Deutschen Kolonie, durch christliche Siedler der Tempelgesellschaft aus Süddeutschland – damals etwas außerhalb der Stadt, unterhalb des heutigen Schrein des Bab. Sie lösten Modernisierungsimpulse durch modernes Handwerk, Landwirtschaft, Industrie, Gesundheits- und Transportwesen aus, veranlassten den Bau der ersten Mole und legten damit die Grundsteine für die spätere Hafenstadt. Haifa wurde zu einem wichtigen Knotenpunkt für christliche Pilgerreisende. Einige Siedler der Tempelgesellschaft wirkten als Vizekonsuln für verschiedene europäische Regierungen.

Durch die Lage am Berghang hat Haifa eine besondere städtische Gliederung. Die verschiedenen Stadtteile steigen vom Meeresniveau bis auf eine Höhe von etwas über 400 m an. Dabei lassen sich drei Bebauungsgebiete unterscheiden:

  • Am Meer in der Unterstadt befinden sich in Nähe zum Hafen große Industriegebiete mit Raffinerie, große Durchgangsstraßen und Bahnanlagen. Der größte Teil der arabischen Bevölkerung Haifas wohnt in diesem Teil der Stadt (mit dem Namen haIr).
  • Auf halber Höhe (80–120 Meter über dem Meer) in der mittleren Stadt befinden sich die Hauptgeschäftszonen und Verwaltungseinrichtungen. Dieser Stadtteil (Hadar haKarmel) entstand 1920.
  • Im höchstgelegenen Teil Haifas (Central Carmel, HarHacarmel) haben Hotels und Restaurants sowie teilweise gehobene Wohngegenden ihren Standort. Am südlichen Ausgang aus der Stadt und damit an der höchsten Stelle liegt auf über 400 Meter die Universität Haifa mit einem markanten Hochhausturm.

Die verschiedenen Ebenen Haifas werden durch die einzige Untergrundbahn Israels, die Karmelit, verbunden. Im Jahr 2012 wurde die umfangreicher Entwicklung New Haifa Waterfront Plan angekündigt. Nach dem Plan wird der westliche Teil des Hafens abgerissen und alle Hafenaktivitäten nach Osten verschoben (Haifa Port Development Plans). Die Westseite des Hafens soll als Zentrum für Tourismus und das Nachtleben sowie als Punkt für die Ankunft und Einschiffung von Seereisenden genutzt werden. Umfangreiche Sanierungsmassnahmen finden derzeit in der unteren Stadt statt, wo das neue Geschäftsviertel Haifas entsteht.

Im nordwestlichen Teil des Hafens befindet sich die Marinebasis Haifa. Dort sind neben Einheiten der israelische Marine (u.a die deutschen U-Boote der Dolphin-Klasse) auch noch Einheiten der 6. Flotte der USA stationiert. Durch die Übernahme des Handelshafens durch eine chinesische Firma, sehen die USA allerdings ihre Sicherheitsinteressen verletzt und werden deshalb voraussichtlich ihre Einheiten aus dem Hafen abziehen. Da auch der Hafen von Aschdod durch eine chinesische Firma übernommen worden ist, wird sich die US Navy voraussichtlich aus Israel zurückziehen.

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