Großer Basar in Teheran

26. September 2016 | Destination: | Rubric: Allgemein |

© Antoine Taveneaux/cc-by-sa-4.0

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Der Große Basar von Teheran (oder auch Grand Bazaar; persisch Bāzār-e bozorg) liegt in dem Stadtteil Basar im südlichen Zentrum von Teheran. Er ist weltweit der größte seinesgleichen und beherbergt Banken, Moscheen und Gästehäuser. Naturgemäß nimmt der Handel hier den größten Raum ein. Durch den Basar ziehen sich zahlreiche Korridore, die auf unterschiedliche Waren spezialisiert sind. Insgesamt bedecken sie eine Strecke von 10 km. Der Basar ist über mehrere Eingänge zugänglich, die zum Teil abends verschlossen und bewacht werden. Wichtigste Handelszeiten sind um die Mittagszeit und zwischen 17 und 19 Uhr. Der Basar ist bequem mit der Tehran Metro (Linie 1, Khayyam Metro Station) zu erreichen.

Basartätigkeiten können im Iran bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden. Nach der Islamisierung des Landes im 7. Jahrhundert nahm der Handel in diesem Gebiet zu und der Basar gewann vor allem während der Safawidenherrschaft und in den letzten 200 Jahren entscheidend an Bedeutung. Bis ins 19. Jahrhundert bildete der Basar eine “Stadt in der Stadt”. Mit dem Wachstum der Stadt Teheran im 20. Jahrhundert verlor der Basar allmählich an Bedeutung. Heute bildet er trotz dieser Entwicklung immer noch ein wichtiges Handelszentrum des Landes. Auch für Touristen ist er von großem Interesse.

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Die Basare werden als konservative Kräfte in der iranischen Gesellschaft betrachtet, die sich aus der engen Verbindung zwischen dem Klerus und den Händlern aus der Mittelschicht ergibt. Die Revolution von 1979 erfuhr starke Unterstützung von diesen Kräften. Als einer der wichtigsten Basare im Land, war der Große Basar von Teheran ein Zentrum der pro-revolutionären Ideen und deren Finanzierung. Es gab mehrere Gründe dafür, warum die sogenannte “Basar-Klasse” (Bazaaris = Jeder, der in und um die Basare herum tätig ist, vom kleinen Markthelfer, über Juweliere bis hin zu den in den Basaren angesiedelten Bankern) unter großen Anstrengungen bei der Durchsetzung der Revolution behilflich waren. Das Regime des Monarchen Mohammad Reza Pahlavi war den Bazaaris suspekt, weil sie den Eindruck hatten, durch die zunehmende Industrialisierung des Landes auf der Verliererseite zu stehen, zurückgelassen zu werden und damit gleichzeitig ihren gesellschaftlichen Status einzubüßen. Eine weitere Sorge der Bazaaris, nicht nur derer in Teheran, sondern im gesamten Land, war es, dass die traditionellen Wirtschaftszweige des Landes nicht ausreichend vom Ölboom der Jahre 1974 bis 1978 profitierten, was dazu führte die Revolution sogar noch stärker zu unterstützen. Als solcher war der Große Basar von Teheran eine Brutstätte der Unterstützung für die Revolution, die sich als Opposition zur Monarchie verstand und positionierte. Der Große Basar unterstützt auch weiterhin vor allem konservative politische Kräfte, oft im Gegenzug für niedrige Steuern und einem laissez-faire-Ansatz gegenüber den Bazaaris durch das Establishment.

Heute ist der Große Basar immer noch ein wichtiger Ort des Handels. Dennoch ist ein großer Teil des Handels und der Finanzwelt der Stadt in den Norden Teherans umgesiedelt. Zusätzlich zu den traditionellen Waren und Produkte, wächst der Anteil für Uhren und lokal produzierte Schmuckstücke kontinuierlich, dies natürlich auch zur Freude der Touristen. Auch heute noch gilt hier der Geist der alten Basare, sodass auch Touristen eingeladen sind ausgiebig um Preise zu feilschen.

Lesen Sie mehr auf IranReview.org – Grand Bazaar, yomadic.com – Grand Bazaar, TravelWithPedro.com – Grand Bazaar und Wikipedia Großer Basar. Fotos von Wikimedia Commons.





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