Gozo in Malta

Mittwoch, 12. April 2017 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination: | Category/Kategorie: Allgemein

© ZiYouXunLu/cc-by-sa-4.0

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Gozo ist die zweitgrößte Insel des Archipels der Republik Malta. Gozo liegt etwa sechs Kilometer nordwestlich der Hauptinsel des maltesischen Archipels. Die Flächengröße beträgt 67 km², die längste Ausdehnung misst 14 Kilometer, und die Küstenlinie ist 43 Kilometer lang. Im Westteil erreicht Gozo mit 176 Metern seine höchste Erhebung. In vierzehn Orten leben etwa 37.000 Menschen, die meisten in der Inselhauptstadt Victoria mit zirka 7000 Einwohnern. Die übrigen Siedlungen, in denen jeweils nicht mehr als 2000 Menschen wohnen, haben dörflichen Charakter. Da für viele Bewohner (Berufstätige und Studenten) der Weg nach Malta sehr aufwändig ist, gibt es im Jahr 2015 Überlegungen, einen Tunnel oder eine Brücke dorthin zu bauen. Dagegen wird als Argument angeführt, dass sich dann auf Gozo der Charakter der Insel deutlich ändern könnte. Finanzielle und ideelle Überlegungen halten die Diskussion im Fluss.

Die Verbindung zur Insel Malta wird durch Autofähren wie die der Gozo Channel Line gewährleistet, die tagsüber im 45-Minuten-Takt zwischen dem Hafen Mġarr auf Gozo und dem Fähranleger Ċirkewwa an der Nordwestküste Maltas hin und her pendeln. Zeitweise bestand eine regelmäßige Hubschrauberverbindung, die über die fünf Kilometer südöstlich der Inselhauptstadt gelegene Landestelle bei Xewkija und den Luqa Airport auf Malta realisiert wurde. Während des Zweiten Weltkriegs wurde im Rahmen der Landung in Sizilien ein Behelfsflugplatz für die amerikanischen Streitkräfte errichtet. Nach zwei Monaten Betrieb wurde dieser aufgegeben und wieder landwirtschaftlich genutzt. Seit den späten 1960ern gibt es immer wieder Pläne für die Errichtung eines Flugplatzes. Zurzeit gibt es ein Wasserflugzeug vom Typ de Havilland Canada DHC-3 der Harbour Air Malta, das zwischen dem Hafen in Mgarr und dem Grand Harbour in Valletta fliegt.

© ZiYouXunLu/cc-by-sa-4.0 Azure Window © Berthold Werner/cc-by-sa-3.0 Fort Chambray panorama © Sudika/cc-by-sa-3.0 Oldest watch tower © A,Ocram/cc-by-sa-3.0 Salt pans © Thyes Victoria © Berthold Werner/cc-by-sa-3-0
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Fort Chambray panorama © Sudika/cc-by-sa-3.0
Haupterwerbszweig auf Gozo ist die Landwirtschaft, in der etwa 1.000 Einwohner beschäftigt sind. Für ein Viertel von ihnen ist es aber nur ein Nebenerwerb. Immerhin wird die Landwirtschaft so intensiv betrieben, dass Gozo den gesamten maltesischen Archipel zu 60 Prozent mit Nahrungsgütern versorgen kann. Viele der Gerichte der maltesischen Küche haben zudem ihren Ursprung auf der Insel. Daneben spielen die Meersalzgewinnung und der Kalksandsteinabbau als Wirtschaftsfaktoren eine Rolle. Immer mehr gewinnt der Tourismus als Einnahmequelle an Bedeutung.

Der Westen Gozos, das Dwejra genannte Gebiet, ist die Hauptattraktion der Insel: Der durch einen Tunnel mit dem Meer verbundene Inlandsee, ein kleiner, vom Meer gespeister Salzwassersee, der Fungus Rock, die Heimat des Malteserschwamms, das Azure Window ein natürlich entstandenes Felsentor, die Salzpfannen und der Aquädukt von Kerċem. Das auf einem Berg, 150 Meter über dem Meer weithin sichtbare Giordan Lighthouse ist der einzige Leuchtturm von Gozo. Nördlich davon an der Küste, befindet sich das Wied il-Mielah Window, ein weiteres natürlich entstandenes Felsentor. An der Nordküste, östlich von Marsalforn, oberhalb der Ramla Bay, liegt die Calypso Cave (Kalypso-Grotte), von der man behauptet, dort habe Odysseus sieben Jahre bei der Nymphe Kalypso gelebt. Seit 2011 gilt die Höhle als einsturzgefährdet und ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Tauchgebiete von Gozo zählen wegen der grandiosen Unterwasserlandschaft, Wracks und Höhlen und der klaren Sicht zu den besten im ganzen Mittelmeer. Die bekanntesten Tauchplätze sind Xwejni Bay, Double Arch, Reqqa Point, Inland Sea, Blue Hole, Billinghurst Cave, Azure Window.

Lesen Sie mehr auf VisitGozo.com, VisitMalta.com – Gozo, Wikivoyage Gozo und Wikipedia Gozo (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons.



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