Freital in Sachsen

Dienstag, 14. Juli 2015 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

© Kolossos/cc-by-sa-3.0

© Kolossos/cc-by-sa-3.0

Freital ist eine Große Kreisstadt in der Mitte des Freistaates Sachsen, etwa neun Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Dresden. Sie ist nach der Einwohnerzahl die größte Stadt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und nach der Landeshauptstadt die zweitgrößte Stadt im Ballungsraum Dresden. Freital entstand am 1. Oktober 1921 durch die Vereinigung der Gemeinden Deuben, Döhlen und Potschappel, die sich im Zuge der Industrialisierung bis um die Jahrhundertwende zu bedeutenden Industriestandorten entwickelt hatten.

Freital liegt im Döhlener Becken, das von der vereinigten Weißeritz von Südwesten nach Nordosten durchflossen wird. Als weithin sichtbare Landmarke erhebt sich der Windberg rund 100 Meter über das Weißeritztal. Der tiefste Punkt der Stadt liegt bei ca. 155 m ü. NN am Übergang der Weißeritz in das Stadtgebiet von Dresden im Plauenschen Grund. Die Entfernung vom nördlichsten zum südlichsten Punkt beträgt etwa elf, vom westlichsten zum östlichsten Punkt etwa neun Kilometer. Die Stadtteile Hainsberg und Somsdorf liegen in einer und die übrigen Stadtteile in einer zweiten Talweitung, die durch eine Talenge von 1,7 Kilometern Breite voneinander abgegrenzt sind. Die im Tal liegenden Stadtteile werden durch die Talränder von Weißeritz, Wiederitz, Weißiger Bach und Poisenbach begrenzt. Außerhalb der Täler verlaufen die Grenzen oft nicht entlang spezieller Geländeformen.

Town hall © SchiDD/cc-by-sa-3.0 Schloss Burgk © Dr. Bernd Gross/cc-by-sa-3.0 King Albert monument © Ulrike Lehmann/cc-by-sa-4.0 Hope Church © Kolossos/cc-by-sa-3.0 Weißeritz © SeptemberWoman/cc-by-sa-3.0 © Kolossos/cc-by-sa-3.0
<
>
King Albert monument © Ulrike Lehmann/cc-by-sa-4.0
Am 1. Oktober 1921 trat der von den Gemeindevorstehern von Deuben, Döhlen und Potschappel im Rathaus Döhlen unterzeichnete Gründungsvertrag der Stadt Freital in Kraft. Die Geschäfte führte zunächst kommissarisch der ehemalige Potschappler Gemeindevorsteher Max Baumann. Er wurde 1922 von Carl Wedderkopf abgelöst, der die Geschicke der Stadt noch bis 1927 leitete und als erster Oberbürgermeister der Stadt gilt. Im Jahre 1924 wurde das bis dahin zur Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt gehörende Freital kreisfreie Stadt innerhalb der Kreishauptmannschaft Dresden. Seit der Kaiserzeit bis in die Weimarer Zeit hinein entwickelten sich die Stadt bzw. ihre Vorgängerorte zu einer Hochburg der Sozialdemokratie. In der Weimarer Republik war Freital die einzige Stadt in Sachsen mit einem sozialdemokratischen Oberbürgermeister, da hier die Kommunisten nicht so stark wie im übrigen Sachsen vertreten waren. Fast jeder zehnte Bürger war Mitglied der SPD, die für viele Vereine und Freizeitbeschäftigungen sorgte und Freital zu einer “Wohlfahrtsinsel im trüben kapitalistischen Gewässer der Weimarer Republik” machte. Das Heil-, Fürsorge- und Wohlfahrtswesen war vollständig in städtischer Hand und alle seine Leistungen waren kostenlos erhältlich. Es wurden zahlreiche Sozialwohnungen – teils genossenschaftlich, teils in städtischem Besitz – gebaut. Dahinter steckte eine eigene konzeptionelle Vorstellung von Sozialismus, die zum Spitznamen „Rotes Wien in Sachsen“ für Freital in den 20er Jahren und zu einem Besuch der Delegation des Genfer Völkerbundes 1927 führte, die dieses Konzept am praktischen Beispiel Freitals studieren wollte. Um 1930 hatte Freital jedoch rund sieben Millionen Mark Schulden, das geringste Steueraufkommen und mit Pirna die höchste Arbeitslosenquote in Sachsen. In dieser Zeit wurde von den Stadträten die Vereinigung mit Dresden angedacht, es fanden auch Sondierungsgespräche zwischen den Bürgermeistern beider Städte statt. Die Pläne wurden nicht verwirklicht und Freital blieb auch nach dem zehnten Jubiläum der Stadtgründung 1931 eigenständig. Nach dem Ende der NS-Zeit und des Krieges traten wieder fast 3000 Menschen der SPD bei. Erster Nachkriegsbürgermeister war Franz Baumgarten übergangsweise zwischen März und August 1945. Ihm folgte der SPD-Mann Arno Hennig bis 1946. Vom 5. bis zum 8. Oktober 1945 fand der „I. Landesparteitag der SPD“ im Goldenen Löwen, einem großen Gasthaus in Potschappel, statt. Nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED erzielte die SED eine deutliche Mehrheit bei den ersten Wahlen, der SED-Politiker Karl Wenk erlangte das Amt des Oberbürgermeisters. Die folgende SED-Herrschaft in der DDR hat die Erinnerung an die sozialdemokratische Anfangszeit der Stadt vollständig überlagert, so erhielt die wiedergegründete sächsische SPD nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik nur noch etwa zehn Prozent der Stimmen im Jahr 1990. Auch von der durch Arbeitervereine geprägten Freizeitkultur ist heute in dieser Form nichts mehr übrig.

Ein sehenswertes Bauwerk in Freital ist das Schloss Burgk am Fuß des Windbergs im Stadtteil Burgk, das eng mit dem Steinkohlenbergbau in der Region in Verbindung steht. Carl Friedrich August Dathe von Burgk erwarb das Schloss und führte von hier seine Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke. Im Stadtteil Pesterwitz befindet sich mit dem Jochhöhschlösschen ein weiteres Schloss, das ebenfalls Carl Friedrich August Dathe von Burgk gehörte. Stadtprägend ist zudem das König-Albert-Denkmal auf dem Windberg, ein 17 Meter hoher Sandsteinobelisk, der zu Ehren König Alberts von Sachsen 1903 bis 1904 erbaut wurde. Im Stadtteil Deuben befindet sich die Egermühle, die, mit einem hohen Turm ausgestattet, weithin sichtbar ist. Durch die Lage an der Weißeritz entstanden weitere Mühlengebäude wie die Hainsberger Mühle oder die Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissene Rote Mühle in Döhlen. Wichtige das Stadtbild prägende Gebäude sind zudem die Rathäuser in den Gründungsgemeinden Deuben, Döhlen und Potschappel, aber auch in den außen gelegenen Stadtteilen gibt es Kulturdenkmale wie das Rathaus Wurgwitz. Da sich in den Randgebieten keine großen Industriebetriebe entwickelten, sind sie meist noch dörflich und durch Bauernhöfe und Fachwerkhäuser geprägt.

Lesen Sie mehr auf Freital und Wikipedia Freital. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.



Das könnte Sie auch interessieren:

Bozen in Südtirol

Bozen in Südtirol

[caption id="attachment_160885" align="aligncenter" width="590"] Waltherplatz © Mattes[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Bozen ist die Landeshauptstadt Südtirols, einer autonomen Provinz in Italien, und als solche Sitz der Südtiroler Landesregierung und des Südtiroler Landtags. Seit 1998 ist die Stadt mit der Freien Universität Bozen Universitätsstadt. Bozen wird zu den großen städtischen Zentren im Alpenraum gerechnet und gilt auf Grund ihrer Bikulturalität als wichtiger Begegnungsort der österreichisch-deutschen und...

Mailand, Italiens moralische Hauptstadt und Tor zur Welt

Mailand, Italiens moralische Hauptstadt und Tor zur Welt

[caption id="attachment_152753" align="aligncenter" width="590"] Milan Cathedral - Galleria Vittorio Emanuele II - Royal Palace of Milan © Dodo[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Mailand ist die zweitgrößte Stadt Italiens, Hauptstadt der Provinz Mailand und der Region Lombardei in Oberitalien. Innerhalb der amtlichen Stadtgrenzen hat Mailand rund 1,3 Millionen Einwohner, in der Provinz sind es ca. 4,8. Die Metropolregion Grande Milano mit ca. 7,5 Millionen Einwohnern ist der mit Abstand größte Ballungsraum Italiens. Mailand...

Eishockey

Eishockey

[caption id="attachment_166637" align="aligncenter" width="590"] U.S. Secretary of State John Kerry prepares for ceremonial puck drop with U.S. Olympians Blake Wheeler and John Carlson © U.S. Department of State[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Eishockey ist eine Mannschaftssportart, die mit fünf Feldspielern und einem Torwart auf einer etwa 60 m langen und 30 m breiten Eisfläche gespielt wird. Ziel des Spiels ist es, das Spielgerät, den Puck, eine kleine Hartgummischeibe, in das gegnerische Tor zu befördern. Die Spielzeit beträ...

Schloss Mirabell und Mirabellgarten in Salzburg

Schloss Mirabell und Mirabellgarten in Salzburg

[caption id="attachment_169055" align="aligncenter" width="590"] Mirabell Palace and Gardens © Steveurkel/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Das Schloss Mirabell in der Salzburger Rechten Altstadt gehört aufgrund seiner Gärten zu den bekanntesten Touristenzielen der Stadt. Die Gesamtanlage mit allen Nebengebäuden und Gartenbaudenkmalen steht unter Denkmalschutz und gehört zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg. Die Innenräume werden weitgehend von der Salzburger Stadtverwaltung genutzt; der Prunks...

Themenwoche Sardinien - Carbonia

Themenwoche Sardinien - Carbonia

[caption id="attachment_151658" align="aligncenter" width="590"] Carbonia from Monte Leone © Alex10/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Carbonia ist eine Stadt mit 29.000 Einwohnern. Neben Iglesias ist Carbonia seit 2005 Provinzhauptstadt der Provinz Carbonia-Iglesias. Die Stadt Carbonia besteht neben Carbonia noch aus 10 angeschlossenen Gemeinden. Carbonia liegt in der historischen Region Sulcis und bildet ihr urbanes Zentrum. Die etwa 70 km westlich von Cagliari gelegene Landschaft war früher sumpfig und wurde Anfang des...

Alanya an der Türkischen Riviera

Alanya an der Türkischen Riviera

[caption id="attachment_169456" align="aligncenter" width="590"] © kallerna/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Alanya ist ein Badeort der Türkischen Riviera und liegt 135 km östlich von Antalya. Alanya ist Hauptstadt des gleichnamigen Landkreises im Osten der Provinz Antalya. Der Name der Stadt stammt aus dem 13. Jahrhundert, von Ala-iye, Stadt des Ala. Da die Stadt im 13. Jahrhundert als Winterresidenz des seldschukischen Sultans von Rum Alaeddin Kai Kobad I. benutzt wurde, hieß die Stadt nach dem Sultan Alaiye. In lat...

Return to Top ▲Return to Top ▲
Outrigger canoe © flickr.com - Giorgio Montersino/cc-by-sa-2.0
Diani Beach am Indischen Ozean

Diani Beach ist ein etwa 25 Kilometer langer, sanft abfallender, weißer Sandstrand des Indischen Ozeans in Kenia. Er liegt rund...

Fort Jefferson - Dry Tortugas © U.S. National Park Service
Die Florida Keys

Die Florida Keys sind eine Inselkette mit einer Länge von über 290 km (180 Meilen), die sich von der Südspitze...

© flickr.com - Phillip Capper/cc-by-2.0
Port Vila auf der Insel Efate im Pazifik

Port Vila ist die Hauptstadt des Pazifikstaates Vanuatu. Sie liegt an der Südwestküste der Insel Efate in der vanuatuischen Provinz...

Schließen