Die Fregatte A.R.A. Presidente Sarmiento

01. März 2015 | Destination: | Rubric: Großsegler, Museen, Ausstellungen, Yacht des Monats |

© Rodrigo Menezes/cc-by-sa-3.0

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Die A.R.A. Presidente Sarmiento ist ein Vollschiff (rahgetakelter Dreimaster), das als Segelschulschiff der argentinischen Marine diente und heute als Museumsschiff im Hafen und Stadtviertel Puerto Madero von Buenos Aires liegt. Das Schiff wurde nach dem argentinischen Präsidenten Domingo Faustino Sarmiento benannt, der 1872 die erste Marineschule (Escuela de Náutica, ab 1873 Escuela Naval Militar) des Landes gegründet hatte.

Am 31. August 1897 lief die Presidente Sarmiento vom Stapel. Zu ihrer Jungfernfahrt brach sie am 12. Januar 1899 unter Kapitän Onofre Betbeder auf und kehrte erst am 30. Oktober des folgenden Jahres nach Argentinien zurück. Die Kadetten auf der Presidente Sarmiento, meist junge Männer von 21 Jahren, mussten zunächst eine fünfjährige Ausbildung an der argentinischen Escuela Naval hinter sich bringen, bevor sie zu einer der 12-monatigen Fahrten auf das Schiff kamen. In der Zeit an Bord hatten sie neben der seemännischen Arbeit und Artillerieübungen auch noch Unterricht in 26 Fächern von Mathematik bis zu Fremdsprachen zu meistern. Am Ende der Ausbildungsreise mussten sie ihre erworbenen Kenntnisse in einer Prüfung nachweisen.

Museum ship ARA Presidente Sarmiento - Figurehead © Hermann Luyken Museum ship ARA Presidente Sarmiento - Helm © Ken Walker/cc-by-sa-2.5 Museum ship ARA Presidente Sarmiento © flickr.com - MacAllenBrothers/cc-by-sa-2.0 Museum ship ARA Presidente Sarmiento © Carlos Ravazzani/cc-by-sa-3.0 Museum ship ARA Presidente Sarmiento © Isha/cc-by-sa-3.0 © Rodrigo Menezes/cc-by-sa-3.0
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Museum ship ARA Presidente Sarmiento © flickr.com - MacAllenBrothers/cc-by-sa-2.0
Neben seiner Ausbildungsmission war die Presidente Sarmiento auch als Botschafter Argentiniens unterwegs: Unter anderem kamen Zar Nikolaus II., Kaiser Wilhelm II., Reichspräsident Friedrich Ebert sowie die amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt und William Taft (USA) an Bord des Schiffes. Die Presidente Sarmiento reiste zu den Krönungen der englischen Könige Edward VII. und Georg V. sowie des spanischen Königs Alfons XIII. an. Auch an den Feierlichkeiten der Öffnung des Panamakanals (1914) und Mexikos Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit (1910) nahm das Schiff teil. 1905 in Japan brachte die Bord-Musikgruppe der Presidente Sarmiento mit einer Darbietung von Angel Villoldos La morocha wahrscheinlich erstmals den Tango in die Bucht von Tokio. Am 18. April 1938 kehrte die Presidente Sarmiento unter Luis Malerba von ihrer letzten großen Fahrt zurück. Auf 39 Reisen in stets friedlicher Mission hatte sie 1.100.000 Seemeilen (2.035.000 Kilometer) zurückgelegt, eine Strecke, die etwa 50 Erdumrundungen entspricht. 23.000 Kadetten und Offizieren waren in dieser Zeit auf dem Schiff ausgebildet worden.

Ab 1939 lief die Presidente Sarmiento nur noch zu kürzeren, 14-tägigen Ausbildungsfahrten aus. In den 1950er Jahren befuhr sie noch die Gewässer des Río de la Plata und der Flüsse Río Paraná und Río Uruguay. Zuletzt wurde sie 1961 als Ausbildungsschiff für Kadetten niedrigeren Ranges der Marineschule Escuela de Marinería und zur Maatsausbildung eingesetzt. Am 18. Juni 1962 wurde die Presidente Sarmiento zum Nationalen Historischen Denkmal (Monumento Histórico Nacional) erklärt und am 22. Mai 1964 in ein Museumsschiff umgewandelt. Den Dienst als argentinisches Segelschulschiff übernahm die Libertad. Seit November 1994 ist das Schiff dauerhaft im Hafenbecken III des Hafens und Stadtviertels Puerto Madero von Buenos Aires festgemacht. An Bord befinden sich neben einiger Schiffsausrüstung, Informationen über die Schiffsreisen und einer Ausstellung über die argentinische Marine auch einige Kuriositäten wie ein Stück der Chinesischen Mauer und die Mumie des einstigen Schiffshundes Lampazo.

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