Eine Militärbrache auf dem Weg zur Nullenergiestadt

18. April 2012 | Destination: | Rubric: Allgemein, Grüne Gebäude, Grüne Technologien |

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Für die energieeffiziente Konversion eines aufgelassenen ehemaligen amerikanischen Militärstützpunkts im Bad Aiblinger Stadtteil Mietraching mit einer Gesamtfläche von 70 Hektar und rund 72.000 m² Wohn- und Nutzfläche wurde ein Energiekonzept entwickelt, das zur Zeit Schritt für Schritt umgesetzt wird. Die meisten Wohngebäude stammen aus den 1930er Jahren, da der Stützpunkt 1936 ursprünglich als deutscher Fliegerhorst errichtet worden war. Für den nördlichen Teilbereich des Geländes mit 15 größeren Wohn- und Nichtwohngebäuden soll eine Netto-Nullenergiebilanz erreicht werden. Dabei wird über den Bilanzrahmen der EnEV hinaus auch der Nutzerstromverbrauch mit berücksichtigt. Das Konzept sieht vor, auf der Bedarfsseite unterschiedliche Sanierungsstandards umzusetzen, vom EnEV-Neubaustandard bis annähernd zum Passivhausstandard.

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Eine besondere Herausforderung stellt die Modernisierung des Nahwärmenetzes dar, denn hier sollen im Teilbereich “Nullenergiestadt” neue Wege beschritten werden: Neben einer Holzhackschnitzelheizung werden ca. 2.000 m² Solarkollektoren die regenerative Wärme bereitstellen, um den sommerlichen Wärmebedarf komplett solar zu decken. In den Übergangszeiten und im Winter soll die Netzvorlauftemperatur heizungsgeführt eingeregelt werden. Höhere Temperaturen für die Warmwasserbereitung werden über Wärmepumpen erreicht, die das Wärmenetz als Wärmequelle nutzen. Dies ermöglicht hohe Solargewinne, eine exergetische Optimierung und beste Energiekennwerte. Der spezifische Primärenergieverbrauch einschließlich Nutzerstrom liegt bei nur 75% des Passivhausgrenzwertes. Werden die Photovoltaik-Anlagen auf dem Gelände mit bilanziert, ergibt sich eine Plusenergiebilanz. Abgerundet wird das Konzept durch diverse innovative Bausteine im Bereich Vorfertigung aus Holz, fortschrittliche TGA-Komponenten, Wasserkraftnutzung und Photovoltaik-Anlagen. Die Umsetzung ist in vollem Gange Ein über 3,5 Jahre laufendes Monitoring-Projekt begleitet und evaluiert die Maßnahmen seit Januar 2011. Ein weiteres Projekt zur Optimierung des Wärmenetzes und seiner Betriebsführung wurde bereits beantragt.

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