Doha am Persischen Golf

Mittwoch, 09. Oktober 2013 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Doha Montage © flickr.com - amjra/cc-by-sa-2.0

Doha Montage © flickr.com – amjra/cc-by-sa-2.0

Doha (deutsch: Die Bucht) ist die Hauptstadt von Katar und liegt am Persischen Golf. Die Einwohnerzahl lag im April 2010 bei 500.000. In der Agglomeration Dohas leben 800.000 Menschen. Doha wächst mit der nur neun Kilometer entfernten Stadt Ar-Rayyan schnell zusammen. Die Stadt beherbergt den Internationalen Flughafen Doha, wichtige Teile der Öl- und Fischereiindustrie sowie mit der Education City ein Gebiet für Forschung und Bildung. Katar soll 2022 die Fußball-WM ausgetragen werden. Mit dem Aufschwung durch Erdöl- und Erdgasgewinnung konnte und sich Katar ein differenziertes Ausbildungssystem aufbauen. Wichtige Positionen in der Wirtschaft und im Ausbildungssektor werden zwar immer noch mit Fachleuten aus aller Welt besetzt, die Tendenz ist jedoch rückläufig, weil immer mehr gut ausgebildete junge Kataris nachdrängen.

Obwohl Katar noch kein baldiges Ende der Erdöl- und Erdgasgewinnung vor sich sieht, ist man bereits jetzt bestrebt, private und öffentliche Investitionen in andere Wirtschaftsbereiche fließen zu lassen. Doha soll sich als Sport-, Freizeit-, Finanz- und Bildungszentrum entwickeln. Das Museum für Islamische Kunst sowie das Arabische Museum für moderne Kunst zeigen Teile der internationalen Kunstsammlungen des Herrscherhauses.

´Doha Skyline © flickr.com - Amjra/cc-by-sa-2.0 Doha Palace © flickr.com - Martin Belam/cc-by-sa-2.0 Doha City Centre Mall © Sodabottle/cc-by-sa-3.0 Doha Marina © USACE - Betsy Weiner Doha Montage © flickr.com - amjra/cc-by-sa-2.0
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Doha Palace © flickr.com - Martin Belam/cc-by-sa-2.0
Wie in vielen größeren Städten am Persischen Golf wird auch die Skyline Dohas zunehmend von meist solitären Hochhäusern dominiert, teilweise mit markanten arabischen Stilzitaten. Dazu werden immer mehr eher niedrige Wohnbauten in die Fläche gebaut. Vermutlich wird die ältere, historisch eher unbedeutende Bausubstanz bald durch Neuverwertung der Grundstücke verschwunden sein. Begrünt sind meist nur die Straßen, kleine Plätze und Verkehrsinseln in Küstennähe.

Sehr gelungen ist die von kleinen Parkanlagen begleitete östliche Corniche, die etwa sechs Kilometer entlang der halbkreisförmigen Bucht einen Hauch des Vorbilds Nizza ausstrahlt. Das sich nördlich anschließende Tourismusgebiet wird von zwei besonderen Projekten markiert: der von Kanälen durchzogenen Buchten- und Villenlandschaft “West Bay Complex” und besonders von dem für 30.000 Bewohner konzipierten kurz vor der Küste aufgeschütteten Luxuseiland The Pearl. Ein weiteres, wesentlich größeres Entwicklungsvorhaben außerhalb Dohas nördlich entlang der Küste ist das Urbanisations-Projekt Lusail City, geplant zur Aufnahme von 200.000 Menschen. Diese aufwändigen und ehrgeizigen Vorhaben werden das Siedlungsbild Dohas in Richtung Osten und Norden stark verändern: aus einer Wüstenstadt am Rande der See wird eine quirlige Lagunenstadt, ganz dem Meer und seinen Möglichkeiten zugewandt.

Um der weiteren, bis dahin recht planlosen Ausdehnung im Inneren Dohas eine städtebauliche Richtung zu geben, hat man in den Jahren ab 2000 einen innerstädtischen Masterplan aufgestellt. Kern des Entwicklungsgebiets ist ein Mehrzweck-City-Center mit 129.000 Quadratmetern Einkaufsflächen, weiter ein großes Hotel, je vier Büro- und Wohnhochhäuser und 2500 Parkplätze. Dazu wird eine offene Verkaufs- und Unterhaltungszone mit Kaufhäusern und Marken-Outletgeschäften sowie Restaurants, Kinos, Eislaufring, Bowlingbahnen usw. kommen. Die Architekten wurden beauftragt, eine besonders “einkaufsfreundliche” Suq-Bauweise zu bevorzugen. Das soll mit speziellen Dach- und Fassadenkonstruktionen und durchgängigen Arkaden erreicht werden, welche die brennende Sonne von den Gassen möglichst fernhalten.

Lesen Sie mehr auf Qatar Travel Tips and Tourist info, Time Out Doha, Doha International Airport und Wikipedia Doha (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.



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