Die Wasserstadt Fürstenberg an der Havel

Donnerstag, 09. April 2015 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Brandenburger Strasse with Havel church bell tower © Christopher Voitus/cc-by-sa-3.0

Brandenburger Strasse with Havel church bell tower © Christopher Voitus/cc-by-sa-3.0

Fürstenberg/Havel ist eine Stadt im Landkreis Oberhavel im Norden des Landes Brandenburg. Seit dem 19. Juli 2013 führt die Stadt die Bezeichnung “Wasserstadt” vor ihrem Namen. Das ursprüngliche Stadtgebiet von Fürstenberg gehörte bis 1950 als Teil des Fürstenberger Werders zum Land Mecklenburg. Das Gebiet von Fürstenberg ist naturräumlich überwiegend Teil des Neustrelitzer Kleinseenlandes. Im Südosten hat es Anteil an der Granseer Platte. Das Zentrum der Stadt wird von Baalensee, Röblinsee und Schwedtsee umschlossen und von der Havel in vier (früher drei) Läufen durchflossen. Der südliche Schifffahrtskanal und der Iserdiek genannte nördliche Havellauf begrenzen das Große Werder, jene Insel, auf der die ursprüngliche Stadtsiedlung entstand. Im Bereich der Ortsteile Himmelpfort und Bredereiche liegt das Waldgebiet der Himmelpforter Heide. Fürstenberg hat Anteil am Naturschutzgebiet Kleine Schorfheide. Fürstenberg liegt im südlichen Teil der Mecklenburgische Seenplatte.

Auf einer Insel nördlich des Altstadtkerns befindet sich das barocke Schloss Fürstenberg, das zwischen 1741 und 1752 nach Plänen des Baumeisters Christoph Julius Löwe als Witwensitz für eine mecklenburgische Herzogin errichtet wurde. Später diente es unter anderem als Sanatorium, Krankenhaus und Pflegeheim. Künftig soll es ein Hotel beherbergen.

Der Kaufmann und Archäologe Heinrich Schliemann, der spätere Entdecker des antiken Troja, hat in Fürstenberg seine kaufmännische Ausbildung begonnen. Geboren wurde er im etwa 190 km entfernten Neubukow.

Town Hall © Clemensfranz/cc-by-sa-3.0 Heinrich Schliemann memorial © Doris Antony/cc-by-sa-3.0 Baalensee © OHVChris75/cc-by-sa-3.0 Fuerstenberg Palace © Clemensfranz/cc-by-sa-3.0 Barracks of the former Ravensbrueck concentration camp © Norbert Radtke/cc-by-sa-3.0 Brandenburger Strasse with Havel church bell tower © Christopher Voitus/cc-by-sa-3.0
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Barracks of the former Ravensbrueck concentration camp © Norbert Radtke/cc-by-sa-3.0
Im Jahre 1938 wurde von der SS in der Gemeinde Ravensbrück (1950 eingemeindet) ein Konzentrationslager für Frauen, das KZ Ravensbrück, errichtet. 1942 kam das KZ Uckermark als Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen hinzu, später noch ein Männerlager. Auf dem Gelände befindet sich heute die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Das Mahnmal steht auf der Liste der Gedenkstätten von nationaler und internationaler Bedeutung in Deutschland und ist zudem von erheblicher Bedeutung für den Besucherverkehr in Fürstenberg. In den während des NS-Regimes von den KZ-Aufseherinnen bewohnten Gebäuden wurden eine Jugendbegegnungsstätte und eine Jugendherberge eingerichtet.

In Fürstenberg und seiner seen- und waldreichen Umgebung spielt der Tourismus seit über 100 Jahren eine wichtige Rolle. Seine Entwicklung setzte vor allem durch den Bau der Berliner Nordbahn Ende des 19. Jahrhunderts ein, wodurch viele Berliner Sommerfrischler den Weg in die Gegend fanden. Aus dieser Zeit stammen einige baulich herausragende Ferienheime im Röblinseeviertel, die heute zum Teil noch als Ruinen stehen oder inzwischen durch neue Besitzer wieder hergerichtet worden sind. Das “Brandenburgische Forstmuseum” bietet neben der Dauerausstellung “Waldwege” laufend wechselnde Ausstellungen zu unterschiedlichen kunst- und kulturgeschichtlichen Themen, Buchlesungen, Waldwanderungen, Filmvorführungen zu unterschiedlichen Fachgebieten sowie heimatkundliche Vorträge an, außerdem angepasste, thematisierte Veranstaltungen, besonders auch während der Ferien für Schüler. Zum Bildungsangebot des Forstmuseums gehören für interessierte Besucher jeweils dienstags Begehungen im Wald unter forstfachlicher Anleitung.

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