Die Universitätsstadt Modena in der Emilia-Romagna

Montag, 19. November 2012 - 14:29 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
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Palazzo Comunale (right) and Cathedral (left) © Hierakares

Palazzo Comunale (right) and Cathedral (left) © Hierakares

Modena ist eine norditalienische Universitätsstadt mit 186.000 Einwohnern, am südlichen Rand der Poebene gelegen. Sie ist eine moderne Industriestadt mit historischem Stadtkern (Centro Storico). Sie befindet sich in der Region Emilia-Romagna und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Modena.

Die Universität (Università degli Studi di Modena e Reggio Emilia) mit Sitz in Modena und Reggio Emilia wurde bereits 1175 gegründet. Daneben gibt es auch eine Akademie der Wissenschaften und der Kunst, ein geophysikalisches Observatorium, eine Militärakademie sowie einen botanischen Garten. Modena ist Sitz eines Erzbischofs.

Stolz der Modeneser ist die Piazza Grande mit ihrem romanischen Dom San Geminiano (Duomo) und dem 88 m hohen Campanile (Torre Ghirlandina). 1997 wurde dieses Architekturensemble von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Wahrzeichen Modenas aber ist die Torre Ghirlandina (dt. kleine Girlande). Der für Italien typische frei stehende Glockenturm wurde Anfang des 12. Jahrhunderts im romanischen Stil begonnen und im 14. Jahrhundert von den Maestri aus Campione mit einer gotischen Turmspitze vollendet.

Palazzo Comunale (right) and Cathedral (left) © Hierakares Via Sant'Eufemia © Icco80 Baroque Ducal Palace © Bob Tubbs Palazzo Tosi Bellucci © Icco80 Piazza Grande © Davidtsousa Piazza San Domenico © flickr.com - Josh Petersen
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Palazzo Comunale (right) and Cathedral (left) © Hierakares
Dem Dom gegenüber befindet sich mit dem Palazzo Comunale (Stadthaus) der weltliche Gegenpol zum Duomo. Der Uhrturm stammt zwar noch vom ursprünglichen Bau aus dem 12. Jahrhundert, doch wurde er wie der gesamte Palast während größerer Umbauten im 16. Jahrhundert stark verändert. Die steinerne Tribüne vor dem Gebäude, die so genannte “Pietra Ringadora”, diente als Rednerpult, von dem aus Reden an das Volk gehalten wurden. Neben dieser Funktion fungierte der Steinblock aber auch als Pranger. So wurden säumige Schuldner dazu verurteilt, ihn als Zeichen ihrer Erniedrigung dreimal mit dem nackten Gesäß zu berühren. Hier wurden auch die Leichen unbekannter Ertrunkener in der Hoffnung aufgebahrt, sie würden von einem Passanten identifiziert werden.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählt der Palazzo Ducale, der sich abseits des historischen Zentrums von Modena befindet. Der Bau des herzoglichen Palastes wurde 1634 durch Francesco I. d’Este in Auftrag gegeben, jedoch erst Mitte des 19. Jahrhunderts fertiggestellt. Hinter der langen und imposanten Schaufassade befindet sich heute die traditionsreichste Offiziersschule Italiens, die Accademia Militare.

Lebensader der Stadt und zugleich eine der beliebtesten Flaniermeilen ist die Via Emilia, die durch das historische Zentrum der Stadt führt. Die römische Straße ist insgesamt 262 Kilometer lang und verläuft über Bologna, Modena und Parma bis nach Piacenza in der Poebene. Ihr Bau begann 187 v. Chr. unter dem Konsul Emilius Lepidus. Der Name der Region Emilia-Romagna geht auf die Via Emilia zurück.

Im Stadtgebiet und Umland befinden sich überwiegend Betriebe der Keramik- (vor allem Wand- und Bodenfliesen), Zement-, Leder- und Nahrungsmittelindustrie sowie des Maschinen- und Fahrzeugbau (Maserati). Im benachbarten Maranello, 18 km südlich von Modena, ist die Autofirma Ferrari (Scuderia Ferrari) beheimatet. Hier werden seit 1943 die berühmten roten Boliden mit dem springenden Pferd gefertigt. Im hypermodernen Bau der Galleria Ferrari wird die Geschichte des Konzerns dargestellt und einige der roten Ferrari-Modelle und Rennwagen ausgestellt. Gezeigt wird auch das Büro, in dem Enzo Ferrari in der Via Trento e Trieste in Modena, gearbeitet hat. Auf der anliegenden Teststrecke kann man Probefahrten und Motortests sowie mit viel Glück die “Erlkönige” (Testfahrzeuge) von Ferrari und Maserati zur Probefahrt in den angrenzenden Apenninen beobachten.

Im Umland der Stadt spielt dagegen immer noch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Dort wird der bekannteste Lambrusco (Lambrusco di Sorbara), ein rubinroter, manchmal leicht schäumender (frizzante) Wein, gekeltert und in die ganze Welt exportiert. Außerdem befinden sich in der Umgebung von Modena die größten Kirschenhaine Italiens. Darüber hinaus sind der Aceto Balsamico di Modena (Balsamessig) sowie der Grana Padano und der Parmigiano Reggiano (Parmesankäse) weitere Exportartikel. Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie der Provinz Modena wurden durch die Erdbeben vom 20. und 29. Mai 2012 stark in Mitleidenschaft gezogen und meldeten Schäden von 400 Millionen Euro.

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