Die Star of India

Dienstag, 01. März 2016 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Großsegler, Museen, Ausstellungen, Yacht des Monats

150th Anniversary Sail © flickr.com - Port of San Diego/cc-by-2.0150th Anniversary Sail © flickr.com - Port of San Diego/cc-by-2.0

150th Anniversary Sail © flickr.com – Port of San Diego/cc-by-2.0

Die Star of India (ex-Euterpe) ist ein 1863 gebauter Windjammer und liegt heute als Museumsschiff im Maritime Museum San Diego in den USA. Nach der USS Constitution (1797), der Charles W. Morgan (1841) und der USS Constellation (1854), ist die Star of India das viertälteste Schiff der Vereinigten Staaten und das zweitälteste Schiff der Welt, welches noch regelmässig gesegelt wird.

Gebaut wurde das Schiff im Jahr 1863 als Euterpe für die Reederei Wakefield, Nash & Company aus Liverpool bei der Werft Gibson, McDonald & Arnold in Ramsey auf der englischen Isle of Man. Das Schiff entstand als eisernes Vollschiff. Die Jungfernreise und die darauffolgende Fahrt führten beide nach Kalkutta, wobei das Schiff auf beiden Reisen Sturm- und Kollisionsschäden erlitt. Auf der zweiten Heimreise verstarb der Kapitän, woraufhin die Euterpe an den Ostindien-Kaufmann David Brown abgegeben wurde, der sie weiterhin im Indienhandel einsetzte. 1871 folgte ein weiterer Verkauf an die renommierte Reederei Shaw, Savill & Company, die das Schiff über die folgenden 27 Jahre überwiegend auf Reisen nach Australien und Neuseeland, zur Pazifikküste der Vereinigten Staaten und über Kap Hoorn nach Europa zurück, einsetzte. Allein zehnmal in Folge wurde das Schiff auf solchen Reisen von Kapitän Th. E. Phillips geführt und erwies sich auf allen Reisen als eher langsam. Im Jahr 1899 erwarb J. J. Moore die Euterpe für seine Reederei Pacific Colonial Ship Company. Moore setzte das Schiff in den folgenden zwei Jahren unter hawaiianischer Flagge im Holzhandel vom Puget Sound nach Australien ein, auf denen meist Heimreisen mit Kohle unternommen wurden. Für die Reisen mit Langholz als Ladung schnitt man Ladepforten in das Heck des Schiffs.

Star of India in San Diego © Jot Powers/cc-by-sa-2.0 Star of India in San Diego at night © Tony Webster/cc-by-3.0 Star of India plaque © Stan Durbin/cc-by-sa-3.0 © BrokenSphere/cc-by-sa-3.0 150th Anniversary Sail © flickr.com - Port of San Diego/cc-by-2.0 Steering wheel © BrokenSphere/cc-by-sa-3.0
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150th Anniversary Sail © flickr.com - Port of San Diego/cc-by-2.0
Nach einem Verkauf an die San Franciscoer Alaska Packers’ Association im Jahre 1901 riggte man das Schiff als Bark und verlängerte das Poopdeck bis zum Hauptmast, um mehr Platz für die Besatzung zu schaffen. Unter US-amerikanischer Flagge mit bis zu 300 Mann Besatzung wurde es in der Lachsfahrt eingesetzt. Die Reisen nach Alaska begannen im April, dort wurde bis zum September Lachs gefangen und zu Konserven verarbeitet. Um eine einheitliche Benennung der Flotte zu erzielen, benannte Alaska Packers die Euterpe im Jahr 1906 in Star of India um und setzte sie weiterhin in der Lachsfahrt ein. Bis 1923 führte man diese Fahrten weiter fort und legte das Schiff danach bis 1926 auf.

1926 erwarb J. Wood Coffroth das Schiff für die Zoological Society, um es zu einem meereskundlichen Museum umzugestalten. Die Weltwirtschaftskrise machte diese Pläne zunichte. Ende des Zweiten Weltkriegs lag das Schiff in schlechtem Zustand in San Diego. Dort entdeckte der Segelschiffskapitän und Autor Alan Villiers das Schiff 1957 und gab den ersten Anstoß zur Erhaltung der Star of India. 1959 gründete sich die Vereinigung “Star of India Auxiliary” zur Erhaltung des Schiffs. Bis 1976 war das Schiff restauriert und konnte wieder als seetüchtig eingesetzt werden. Heute ist die Star of India Teil des Maritime Museum of San Diego und wird jedes Jahr mindestens einmal gesegelt.

Lesen Sie mehr auf westkueste-usa.de – Star of India, sdmaritime.org – Star of India und Wikipedia Star of India. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.



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