Die Sieben Weltwunder

Samstag, 11. Juli 2015 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Museen, Ausstellungen, UNESCO-Welterbe

Seven Wonders of the World © Slof/cc-by-sa-3.0

Seven Wonders of the World © Slof/cc-by-sa-3.0

Weltwunder oder die sieben Weltwunder waren bereits in der Antike eine Auflistung besonderer Bauwerke oder Standbilder. Die älteste Überlieferung einer Liste von Weltwundern geht auf den Geschichtsschreiber Herodot zurück (etwa 450 v. Chr.). Die erste vollständige Liste der bekannten “sieben Weltwunder” findet sich in einem Epigramm des Schriftstellers Antipatros von Sidon (2. Jahrhundert v. Chr.), der einen Reiseführer des Mittelmeerraums und Vorderasiens schrieb. Die Griechen nannten “die sieben Sehenswürdigkeiten der bewohnten [Erde]”. Philon von Byzanz beschrieb sie in der Schrift De septem mundi miraculis. Dass die Liste in Vorderasien entstand, ist naheliegend: Vier der Weltwunder fanden sich dort. Da zu jener Zeit viele imposante Bauwerke be- und entstanden, wurden vor allem solche in der Umgebung des Schreibers angeführt. Auch heute noch inspirieren die klassischen “sieben Weltwunder” Autoren, immer wieder neue Listen von “Weltwundern” in den verschiedensten Bereichen zu erstellen. Darunter fallen zeitgenössische Bauwerke ebenso wie auch außergewöhnliche Aufzählungen von Naturereignissen oder Kunstwerken.

Die sieben Weltwunder der Antike
In der Antike beschrieb der erwähnte Antipatros die heute geläufige Liste der klassischen sieben Weltwunder in seinem Reiseführer. Genannt wurden darin die imposantesten und prunkvollsten Bauwerke seiner Zeit und seines Kulturkreises:

Die Liste umfasst sieben Weltwunder, weil die Zahl Sieben in der Antike als “vollkommen” galt. Diese festgelegte Zahl sollte die Bauwerke in ihrer Bedeutung erhöhen. Heute existieren von diesen Weltwundern nur noch die Pyramiden von Gizeh. Die anderen wurden durch Erdbeben und Kriege zerstört oder zerfielen im Laufe der Zeit. Die ursprünglich aufgelisteten Stadtmauern von Babylon wurden z. B. schon von Antipatros aus der Liste entfernt, da sie zerstört waren, und durch den Leuchtturm von Alexandria ersetzt. In späteren Listen waren die Mauern von Babylon aber teilweise noch verzeichnet. Erst Gregor von Tours strich sie im 6. Jahrhundert endgültig aus der Liste. Der Turm zu Babel fand dagegen nie Eingang in die Liste der Weltwunder, weil er schon bei ihrer ersten Erfassung nicht mehr existierte. Antike Darstellungen der Weltwunder gibt es recht wenige, jedoch wurden einige Münzprägungen mit dem Helioskopf (der Koloss von Rhodos war eine Statue des Sonnengottes Helios), mit der Zeusstatue im Profil oder mit dem Leuchtturm von Alexandria gefunden. Beschreibungen des Mausoleums liegen vor. In der Renaissancezeit fertigten Künstler wie der Niederländer Maerten van Heemskerck und im Barock der österreichische Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach Darstellungen der Wunder nach ihren Vorstellungen an. Da die ursprünglichen Weltwunder weitgehend zerstört wurden, wurden Versuche unternommen, neue Listen zu erstellen. Die sieben Weltwunder inspirierten Autoren, andere Bauwerke in die klassische Liste einzufügen, wobei sie auch “jüngere” Bauwerke wie das Taj Mahal berücksichtigten. Die meisten gehören zum Weltkulturerbe.



Architektonische Weltwunder der Moderne
In jüngster Vergangenheit ernannte man auch modernere Bauwerke zu “Weltwundern”, die sich durch ihre hohe Baukunst oder auch ihr außergewöhnliches Äußeres von anderen abhoben. Diese Liste beruht nicht auf Rekorden, sondern auf architektonischen Meisterleistungen, die sich im Lauf der Zeit durchgesetzt haben. 1995 erstellte die American Society of Civil Engineers eine Liste der “Sieben Wunder der modernen Welt”:

1995 waren aktuellere Bauwerke noch nicht fertiggestellt, etwa die momentan höchsten Wolkenkratzer Burj Khalifa und Taipei 101, die höchste und längste Schrägseilbrücke Viaduc de Millau oder der 57 km lange Gotthard-Basistunnel, der längste Tunnel seiner Art.

“Die neuen 7 Weltwunder”
Ein größeres Medienecho erreichte Mitte der 2000er Jahre die 1999 von dem Schweizer Bernard Weber gegründete Stiftung “NewOpenWorld Foundation” mit der Wahl der sogenannten “New 7 Wonders of the World”. Ziel war laut Weber, Menschen aus aller Welt durch ihr gemeinsames kulturelles Erbe zu verbinden. Die Wahl erfolgte in einer Kombination aus Online-Wahl und Juryentscheidung in drei Phasen. In der ersten Phase standen 200 Bauwerke zur Auswahl, über die, nach Angabe der Veranstalter, ca. 20 Millionen Internetnutzer abstimmten. Aus den 77 Bestplatzierten wurden in der zweiten Phase von einer Jury, bestehend aus sieben Architekten unter dem Vorsitz des ehemaligen UNESCO-Generaldirektors Federico Mayor Zaragoza, 21 Finalisten ausgewählt. Am 7. Juli 2007 wurden in Lissabon im Rahmen einer aufwendig inszenierten Fernsehshow die “New 7 Wonders of the World” bekannt gegeben:

Weltwunder der Natur
Analog zu den von Menschen geschaffenen “Weltwundern” werden auch verschiedene Naturerscheinungen wie der Grand Canyon in den Vereinigten Staaten oder das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens manchmal als solche bezeichnet, viele davon gehören auch zum Weltnaturerbe. Auch hier wurde eine weltweite Umfrage des “New 7 Wonders Projekts” durchgeführt. Dabei herausgekommen sind folgende:

Lesen Sie mehr auf scinexx.de – Die Sieben Weltwunder und Wikipedia Weltwunder. Foto von Wikimedia Commons.

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