Die RMS Queen Mary

01. Juli 2017 | Destination: | Rubric: Allgemein, Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Museen, Ausstellungen, Yacht des Monats |

© Jezzred/cc-by-sa-3.0

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Die RMS Queen Mary ist ein ehemaliges Passagierschiff, das von 1936 bis 1967 für die Reederei Cunard Line im Einsatz war. Sie liegt seither fest vertäut im kalifornischen Long Beach und wird als schwimmendes Hotel namens Hotel The Queen Mary genutzt. Bereits im Jahre 1926 wurde ein Ersatz für die veraltete RMS Mauretania geplant. Der Bauauftrag an die Werft John Brown & Company, Clydebank, wurde aber erst 1930 erteilt. Nach der Kiellegung am 31. Januar 1931 ging der Bau so schnell voran, dass der Stapellauf bereits für den Mai 1932 geplant wurde. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise gab die Cunard-Reederei am 11. Dezember 1931 bekannt, dass der Bau vorerst eingestellt wird. Als die Cunard-Line 1933 die White Star Line übernahm, verschmolzen die beiden Reedereien zur Cunard White Star Ltd. Die Regierung sicherte der neuen Reederei eine Anleihe von 9,5 Millionen Pfund, damit die Queen Mary fertiggestellt und ein weiteres ähnliches Schiff (die spätere RMS Queen Elizabeth) in Auftrag gegeben werden konnte. Die Arbeiten wurden im April 1934 wiederaufgenommen. Das Schiff wurde bis Mai 1936 fertiggestellt. Die Inneneinrichtung wurde im Stil des Art déco gehalten. Bei den Probefahrten von Southampton aus wurde kurzzeitig eine Geschwindigkeit von 33,0 kn (61,1 km/h) erreicht. Die aktuelle Queen Mary 2 knüpft an den Namen dieses Schiffes an.

Die Jungfernfahrt der Queen Mary war am 27. Mai 1936, auf der klassischen Route SouthamptonCherbourgNew York. Aufgrund dichten Nebels konnte das Schiff das Blaue Band nicht gleich auf der ersten Fahrt erobern. Im August 1936 schaffte es die Queen Mary, auf der Überfahrt ab Höhe Bishop Rock bis Feuerschiff Ambrose, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30,14 kn (55,8 km/h) den 1935 aufgestellten Rekord der französischen Normandie zu brechen und ihr damit das Blaue Band abzunehmen. Nach nur einem Jahr Dienst hatte die Queen Mary bereits fast 57.000 Passagiere befördert. Auf der Jagd nach dem Blauen Band wurde die Normandie überholt und konnte der Queen Mary 1937 die Trophäe wieder entreißen. Doch von 1938 bis 1952 wurde die Queen Mary zur uneingeschränkten Trägerin des Bandes. Zwei Tage vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 trat der Liner seine vorerst letzte zivile Überfahrt an. Als das Schiff am 4. September New York erreichte, wurde es an Pier 40 festgemacht.

RMS Queen Mary 2 in the Southampton Dock © Sassan The Opulent Art Deco Observation Bar © flickr.com -  Altair78/cc-by-sa-2.0 © flickr.com - Altair78/cc-by-2.0 Dining Room Map © flickr.com - Florian Boyd/cc-by-sa-2.0 © Jezzred/cc-by-sa-3.0 © Mquach/cc-by-sa-3.0 Observation Lounge © flickr.com - Colin Rose/cc-by-2.0
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The Opulent Art Deco Observation Bar © flickr.com - Altair78/cc-by-sa-2.0
Am 21. März 1940 erhielt die Queen Mary den Befehl, über Kapstadt nach Sydney auszulaufen. Als das Schiff seinen Zielort erreicht hatte, wurde es grau angestrichen und für den Kriegsdienst umgebaut. Von da an transportierte sie, wie auch die inzwischen fertiggestellte Queen Elizabeth, Tausende von Soldaten nach Australien, um dort die Pazifikfront auszubauen. Unter anderem fuhr sie ab 29. Juni 1940 im Geleitzug WS 1 zwischen Großbritannien und Ceylon. Am 2. Oktober 1942 befand sich die Queen Mary auf einem Transporteinsatz von den USA nach Britannien, bei dem ca. 10.000 GIs an Bord waren, von denen bis zu 14 Mann in einer eigentlich für zwei Personen vorgesehenen Kabine untergebracht waren. Die Queen Mary kreuzte aufgrund der U-Boot-Gefahr die gesamte Fahrt über in einem beständigen Zickzackkurs, wobei sie alle vier Minuten die Richtung um wenige Grad wechselte. Laut Befehl der Flottenführung (es war von Hitler persönlich eine Belohnung für die Versenkung dieses Schiffs ausgeschrieben worden) durfte sie niemals stoppen. Zum Geleitschutz in den britischen Gewässern wurde der 1916 gebaute, technisch veraltete Flak-Kreuzer HMS Curacoa eingesetzt, der kaum die 28 Knoten erreichen konnte, die die Queen Mary fuhr, den Zickzackkurs daher nicht mitmachen konnte und einen geraden Kurs fuhr. Die kleineren sechs Begleitschiffe waren aufgrund des schlechten Wetters in den Küstengewässern von Irland zurückgelassen worden. Etwa 80 km vor der nordirischen Küste geriet die Curacoa aufgrund mehrerer und beidseitiger Navigations- und Kommunikationsfehler vor den Bug der Queen Mary und wurde bei voller Fahrt mittschiffs gerammt und durchtrennt. Der hintere Teil des Eskortkreuzers sank fast sofort, der Vorderteil nach wenigen Minuten. Von den 336 Mann an Bord überlebten nur 26 Besatzungsmitglieder, davon nur zwei Offiziere, darunter der Kommandant. 1985 wurden die etwa 1 km voneinander entfernten Wrackteile zur nationalen Gedenkstätte erklärt. Aufgrund des Flottenbefehls konnte die Queen Mary nicht am Rettungseinsatz teilnehmen. Die von der Curacoa zurückgelassenen kleineren Schiffe trafen erst nach etwa einer Stunde am Unfallort ein. Die Queen Mary war schwer am Bug beschädigt. Dieser war derart aufgerissen worden, dass nach Zeugenaussagen “ein Ruderboot hindurchgepasst hätte”. Der Vorfall wurde geheim gehalten und erst kurz vor Beendigung des Zweiten Weltkrieges, im April 1945, publiziert. Nach mehreren Gerichtsprozessen erhielt der Kapitän der Queen Mary 1/3 der Schuld an diesem Unglück, der Kommandant der Curacoa 2/3 der Schuld. Als der Krieg im Mai 1945 in Europa vorbei war, transportierte die Queen Mary, wie auch die RMS Queen Elizabeth, Soldaten zurück in ihre Heimat. Insgesamt hatte die Queen Mary dabei über 800.000 Soldaten transportiert. Am 27. September 1946 wurde die Queen Mary der Cunard White Star zurückgegeben. Das Schiff wurde zehn Monate lang generalüberholt und erhielt auch eine neue Klimaanlage. Am 31. Juli 1947 trat das Schiff seine erste Nachkriegsreise an. Im Juli 1952 verlor die Queen Mary das Blaue Band an die United States, ein neueres und weitaus moderneres Schiff. Aufgrund der vermehrten Beliebtheit von Flügen über den Atlantik wurden die großen Passagierdampfer jedoch in den 1960er Jahren unrentabel. Am 16. September 1967 lief die Queen Mary zu ihrer letzten Überfahrt aus und wurde stillgelegt.

Die Gemeinde Long Beach in Kalifornien kaufte das Schiff für rund 1.230.000 Pfund und baute es zum schwimmenden Hotel um. Dabei wurden die Kesselräume und der vordere Maschinenraum komplett ausgeräumt, nur der hintere Maschinenraum (für die äußeren Propeller) mit seinen riesigen Turbinen blieb museal erhalten. Die Schornsteine, die man abgebaut hatte, um die Maschinenräume besser ausweiden zu können, wurden, da stark verrostet, ebenfalls verschrottet und durch identisch aussehende Attrappen aus Kunststoff ersetzt. Die ungenützen leeren Treibstofftanks wurden gefüllt, um die Stabilität der Queen Mary weiterhin zu garantieren. Die Außenkabinen des Schiffes wurden zu Hotelzimmern umgebaut, so dass das Hotel The Queen Mary über 365 Zimmer mit Bullaugen als Fenster verfügt. Seitdem wird das Hotel The Queen Mary im dortigen Hafen erfolgreich als Museum, Hotel und Tagungszentrum genutzt.

Lesen Sie mehr auf Hotel The Queen Mary und Wikipedia RMS Queen Mary. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können. Am 15. April 1993 wurde die RMS Queen Mary als Bauwerk in das National Register of Historic Places aufgenommen.



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