Die Nördliche Marianen im Pazifik

Mittwoch, 19. August 2015 - 04:17 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Northern Mariana Islands map © Wikid77

Northern Mariana Islands map © Wikid77

Die Nördlichen Marianen, ein Teilgebiet der Inselgruppe der Marianen, sind ein Außengebiet der USA im Pazifischen Ozean, südlich von Japan und nördlich von Guam gelegen. Das Gebiet besteht aus fünfzehn Inseln, die sich über 500 Kilometer erstrecken, von denen Saipan, Tinian und Rota die größten und gleichzeitig einzig bewohnten sind.

1521 entdeckte Ferdinand Magellan als erster Europäer die Inselgruppe und nannte sie Islas de Ladrones, Ladronen- oder Diebsinseln, weil die dortigen Bewohner nach europäischer Auffassung Dinge von Magellans Schiffen gestohlen hatten. 1667 wurde sie von Spanien in Besitz genommen und nach der spanischen Königin Maria Anna von Österreich benannt. Heute ist der amtierende US-Präsident gleichzeitig auch Staatsoberhaupt der Nördlichen Marianen.

SAIPAN

View of Northern Saipan © Abasaa

View of Northern Saipan © Abasaa

Saipan ist mit 44.000 Einwohnern die größte Insel und Hauptstadt der Nördlichen Marianen. Höchster Berg ist der Vulkan Tapochau mit einer Höhe von 474 m über dem Meer. Garapan ist der größte Ort der Insel.

Während der Kolonialherrschaft Japans wurden die Zucker- und Fischindustrie erheblich gefördert. Heute stellen der Tourismus und die Textilindustrie die wirtschaftlichen Standbeine Saipans dar.



TINIAN

Tinian © Igasana

Tinian © Igasana

Tinian war kurze Zeit (1899–1918) Teil der Kolonie Deutsch-Neuguinea. Die Insel befindet sich ca. 8 km südwestlich von Saipan. Die Landfläche beträgt 101,01 km². Tinian ist eine recht flache Insel mit viel Grün und Stränden. Ihren höchsten Punkt erreicht die Insel im Osten mit dem Berg Lasso (171 Meter).

Während des Pazifikkrieges errichtete das Bauregiment der U.S. Navy hier eine der größten Militärflugbasen des Zweiten Weltkriegs. Am Ende der Bauarbeiten verfügte sie über vier Lande-/Startbahnen. Am 6. August 1945 startete hier die Enola Gay, ein B-29-Bomber, von dem aus über Hiroshima die erste Atombombe abgeworfen worden ist. Drei Tage später, am 9. August 1945, startete die Bockscar, ein weiterer B-29-Bomber, Richtung Nagasaki. Am 2. September 1945 kapitulierte Japan.

Zu den kuriosen Inselgeschichten gehört, dass im Jahr 1953 der japanische Soldat Murata Susumu in einer Hütte auf Tinian gefangen genommen wurde, der dort seit Ende des Zweiten Weltkrieges auf seinem Posten geblieben war. Er hatte nicht gewusst, dass der Krieg bereits seit acht Jahren vorbei war.

Da Tinian gerade einmal 3.100 Einwohner aufweist, ist die Wirtschaft dementsprechend klein. Daher besteht Tinians Wirtschaft zum größten Teil aus dem Tourismus. Glücksspiele sind 1989 gesetzlich erlaubt worden. Momentan ist sogar die Glücksspielindustrie, die aus einem großen Casino und diversen Videospielen besteht, die größte Einnahmequelle der Insel. Daneben ist das Luxushotel Dynasty das Statussymbol der Insel, welches sich zusammen mit einigen Läden und Restaurants in der Nähe der Taga Beach befindet. Touristisches Zentrum ist aber das etwas nördlich von Taga Beach gelegene San Jose mit einigen kleineren Hotels, Restaurants und Bars.



ROTA

Rota Island © flickr.com - CT Snow/cc-by-2.0

Rota Island © flickr.com – CT Snow/cc-by-2.0

Rota liegt 90 km südwestlich von Tinian. Die Insel ist 19 km lang, 8 km breit und weist bei einer Küstenlänge von 61,6 km eine Fläche von 85,39 km² auf.

Höchste Erhebung ist der Mount Manira mit 495 m über dem Meer. Die Insel hat 3.000 Einwohner und mit 1.411 Einwohnern ist Songsong die größte Siedlung auf der Insel.
View of Northern Saipan © Abasaa Saipan - Aerial view © P. Miller Rota Island © flickr.com - CT Snow/cc-by-2.0 Tinian © Igasana View of Northern Saipan © Abasaa Northern Mariana Islands map © Wikid77
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Rota Island © flickr.com - CT Snow/cc-by-2.0
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