Die Mega-Yacht Black Pearl

Dienstag, 1. Oktober 2019 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Design & Produkte, Allgemein, Großsegler, Superyachten, Yacht des Monats

© Berthold Neutze

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Black Pearl (oder Project Y712), gebaut bei Oceanco in Alblasserdam/Niederlande, ist mit 106 Metern Länge momentan (2018) die drittlängste Megayacht in der Liste der längsten Segelyachten. Sie gehört dem russischen Milliardär Oleg Burlakov und hat mutmaßlich 200 Millionen US-Dollar gekostet.

Inspiriert von der 88 Meter langen Maltese Falcon (gebaut 2006) begann Project Solar, als Ken Freivokh im Juli 2010 vom Eigentümer unter Vertrag genommen wurde, um Design und Styling des Projekts zu übernehmen. Dies führte zunächst zu einem 96 Meter langen, vorläufigen Konzept mit dem Codenamen Nautilus. Bis November 2011 wurde es auf 106 Meter verlängert und ein Modell gebaut. 2012 wurde Oceanco als Bauwerft ausgewählt und das Büro Nuvolari Lenard, das mit Oceanco beim Bau von mehreren Megayachten zusammengearbeitet hatte, stieß zum Designer-Team dazu. Der Eigner beteiligte sich intensiv am Entwicklungsprozess. Vor allem beim Entwurf des innovativen Bugs war er maßgeblich beteiligt. Im September 2016 wurde die Black Pearl aus der Werfthalle gerollt, worauf dann das innovative Rigg montiert wurde. Im Sommer 2017 stand die See-Erprobung an. Im Januar 2018 lag die Black Pearl noch an ihrem Ausrüstungskai im Rotterdamer Nieuw-Mathenesse-Hafen.

Wie bei Megayachten üblich, gibt es kaum bis keine Informationen über die Inneneinrichtung der Black Pearl. Das italienische Büro Nuvolari & Lenard, das schon einige von Oceanco gebauten Megayachten ausgestattet hat, darunter die Vibrant Curiosity oder Seven Seas, ist mit der Ausstattung betraut. Nach Zeichnungen von Nuvolari & Lenard ist das Interieur in einem klassischen, dem Empire ähnelnden Stil gehalten.

© Berthold Neutze © flickr.com - Kees Torn/cc-by-sa-2.0 © flickr.com - Kees Torn/cc-by-sa-2.0 © flickr.com - Kees Torn/cc-by-sa-2.0 © Berthold Neutze
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Angesichts der Beteiligung an der Entwicklung des Maltese Falcon und ihres DynaRig-Konzepts wurden Dykstra Naval Architects von Ken Freivokh dem Eigner und dem Nautilus-Konzept vorgestellt, bei dem sie dann als Schiffsarchitekten agierten. Als Ergebnis der Zusammenarbeit konnte das Team von Dykstra das von ihnen entworfene und bei der Maltese Falcon angewendete DynaRig-System weiterentwickeln. Als das vorläufige Konzept voranschritt, beauftragte das Studio Devonport Yachts (Pendennis Werft) mit Sitz in Großbritannien, eine technische Studie der Yacht durchzuführen, um das Ausschreibungspaket zu erstellen, das dann im Juni 2011 sieben führenden Werften in Australien, Europa und den Vereinigten Staaten vorgelegt wurde. Das niederländische Unternehmen Oceanco wurde schließlich vom Eigentümer ausgewählt, den Bau zu übernehmen. Das Büro Nuvolari Lenard beeinflusste den Bau mit einige Verbesserungen wie den drei emblematischen, elliptischen Rumpffenstern sowie Teilen des Aufbaus einschließlich der Weiterentwicklung der markanten Bögen. Während der Prozess fortfuhr, entwickelte sich das Rumpfdesign mit aktivem Input des Besitzers weiter. Unter seinem Einfluss entwickelten sich diese Modifikationen allmählich zu dem negativen “Panzerkreuzer“-Steven. Entgegen diesem Konzept, das in den Bildern und im Modell zu sehen ist, wurde letztlich dem Bug zusätzlich eine Nase aufgesetzt und damit der radikale Entwurf entwertet.

Die Black Pearl ist ein sogenanntes Dynaship; den Antrieb besorgen fünfzehn an drei Masten angeschlagene Segel. Die einzelnen Rahsegelflächen werden dabei „aus der Mastmitte“ heraus – ähnlich einer Gardine – zu den Rahenden der strömungsgünstig gekrümmten Rahen ausgefahren oder bei zunehmendem Wind wieder in den Mast eingerollt. Dabei ist jedes Segel einzeln steuerbar und das Schiff somit jedem Windangebot anzupassen. Diese Anordnung erhöht die aerodynamische Effizienz, da kein Druckverlust zwischen den fünf Segeln eines Mastes entsteht. Entgegen der üblichen Konstruktionsweise sind die Gaffeln nicht drehbar am Mast befestigt, sondern der Mast wird gedreht, um den Segeln den gewünschten Anstellwinkel zum Wind zu geben. Da drehbare Masten eine kompliziertere Verstagung erfordern, hat das Dynarig der Black Pearl unverstagte Masten, die unter Deck drehbar gelagert sind. Für die Fahrt mit unzureichendem Wind oder beim Manövrieren hat die Black Pearl eine Maschinenanlage bestehend aus zwei MTU-Dieselmotoren, die auf zwei Propeller wirken und eine Fahrt von 17,5 kn ermöglichen sollen. Die Anlage ist mit einer Fahrtenergie-Rückgewinnungsanlage ausgerüstet, die beim Segeln die Propeller zur Generation von elektrischer Energie nutzt. Im Verlauf der weiteren Ausrüstung sollen etwa 50% der Segel der Black Pearl mit flexiblen Solarzellen beklebt werden, um die Abhängigkeit des Schiffes von fossilem Treibstoff zu verringern. Es wird erwartet, dass die Black Pearl eine Transatlantikreise ganz ohne die Verbrennung von Diesel wird durchführen können.

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