Themenwoche Ukraine – Die Krim

Mittwoch, 05. Dezember 2012 - 13:30 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination: | Category/Kategorie: Allgemein

Swallow's Nest © flickr.com - Иерей Максим Массалитин

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Die Krim ist eine Halbinsel im nördlichen Schwarzen Meer und autonome Republik innerhalb der Ukraine mit einer Fläche von 26.100 km² und rund 1,98 Millionen Einwohnern, davon rund 380.000 in der größten Stadt der Halbinsel, in Sewastopol. Offiziell heißt sie Autonome Republik Krim.

Die Halbinsel Krim ist im südlichen Teil sehr gebirgig. Der Nordteil hingegen ist eher flach bis sanftwellig. Südlich des Krimgebirges an der Schwarzmeerküste herrscht mediterranes Klima, in dem Südfrüchte und auch Weinstöcke sehr gut gedeihen, weswegen die Krim auch für den Krimsekt bekannt ist. Nördlich der Berge sind vor allem die Winter deutlich kälter, so dass dort eher gemäßigte Klimabedingungen herrschen.

Die heutige Hauptstadt der Krim Simferopol bestand schon in der Antike und war den Griechen bekannt. Im Norden ist die Halbinsel durch die Landenge von Perekop mit dem Festland verbunden, im Osten grenzt die Krim an die Meerenge von Kertsch. Im Süden der Halbinsel liegt das Krimgebirge, dessen höchste Erhebungen der Roman Kosch (1545 m), der Tschatyrdag (1527 m) und der Lapata (1406 m) sind, im Norden breitet sich eine Steppenlandschaft aus.

Die Krim, deren Name sich vermutlich vom mongolisch-tatarischen kerim “Festung” oder vom krimtatarischen qrım “Felsen” ableitet, hat eine bewegte Geschichte. Eine nach modernen Kategorien indigene Bevölkerung gab es nicht. Stattdessen stand die Krim nacheinander unter kimmerischer, taurischer, skythischer, griechischer, römischer, gotischer, sarmatischer, byzantinischer, hunnischer, chasarischer, kyptschakischer, mongolisch-tatarischer, venezianischer, genuesischer, osmanischer und schließlich russischer Herrschaft. So gehörte die Halbinsel im Schwarzen Meer “jedem und niemandem” (Neal Ascherson).

Yalta Sea Promenade © Podvalov The Massandra Palace near Yalta (Eastern façade) Livadia Palace near Yalta © Alexander Noskin Crimea map © Kelisi Cape of Sarych, Crimea's southernmost point Swallow's Nest © flickr.com - Иерей Максим Массалитин
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Swallow's Nest © flickr.com - Иерей Максим Массалитин
Im 19. Jahrhundert ließen sich die Zarenfamilie und der russische Hochadel an der Südküste der Krim Sommerresidenzen errichten, die Rolle der Halbinsel als Urlaubs- und Erholungsregion begann. Bedeutende Künstler, Schriftsteller und die “Reichen und Schönen” verbrachten die Sommermonate am Schwarzmeerstrand, manche ließen sich dort dauerhaft nieder.

In der sowjetischen Zeit erfüllte die Krim die Funktion eines Allunions-Sanatoriums mit bis zu 10 Millionen Saisongästen. Seit der Unabhängigkeit der Ukraine ist die Zahl der Urlauber stark zurückgegangen, dennoch ist der Tourismus noch immer wichtigster Wirtschaftsfaktor der Halbinsel. In jüngster Zeit entdeckten auch westeuropäische Touristen die Krim.

Am Südzipfel der Krim befindet sich die Hafenstadt Sewastopol, weitere bekannte Urlaubsorte sind Jalta, Hursuf, Aluschta, Bachtschyssaraj, Feodossija und Sudak. Eine Touristenattraktion ist die längste Trolleybuslinie der Welt, sie wird von der Gesellschaft Krymskyj trolejbus betrieben und verkehrt zwischen Jalta, Aluschta und Simferopol. Sie führt unter anderem über das Krimgebirge, von dort aus ergeben sich schöne Ausblicke auf das Meer.

Im Jahre 1976 wurde begonnen, das Kernkraftwerk Krim zu bauen. Der Bau wurde 1989 eingestellt. Der Bau kam als teuerster Reaktorenbau in der Weltgeschichte in das Guinness-Buch der Rekorde.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Themenwochen.

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