Die Hackeschen Höfe in Berlin

Samstag, 31. März 2012 - 13:18 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Berlin, Allgemein

© Times

© Times

Die Hackeschen Höfe gehören zu einem ausgedehnten Altstadtquartier, das in Berlin nicht seinesgleichen hat: die Spandauer Vorstadt, nördlich des Alexanderplatzes. Die acht miteinander verbundenen Höfe zwischen der Rosenthaler Straße und der Sophienstraße wurden 1993 für 80 Millionen Mark saniert und sind heute mit den vielen Läden, Galerien und Restaurants und Clubs ein beliebter Treffpunkt für Szenegänger, Nachtschwärmer und Touristen.

Historisch gesehen ist die Entwicklung der Höfe eng mit der Berliner Stadtgeschichte verbunden. Die Gegend nördlich der Spree lag noch Ende des 17. Jahrhunderts außerhalb der Berliner Stadtmauer. Zu diesem Zeitpunkt war es verboten Heu und Stroh innerhalb der Stadtmauern zu lagern, aus diesem Grunde entstanden hier immer mehr Scheunen. Die Bezeichnung Scheunenviertel für einen Teil der Gegend um die Hackeschen Höfe hat sich bis heute erhalten.

Um 1700 hatte sich vor dem Spandauer Tor nun eine kleine, aber dicht besiedelte Vorstadt entwickelt, die seit 1712 mit der Sophienkirche sogar ein eigenes Gotteshaus besaß. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. ließ die Stadtmauer 1732 erweitern, somit wurde die sogenannte Spandauer Vorstadt zu einem Berliner Stadtteil. Die alten Festungsanlagen wurden abgerissen und der zuständige Stadtkommandant Hans Christoph Graf von Hacke wurde beauftragt Freiflächen zu bebauen. So entstand direkt vor dem Spandauer Tor ein Markt, der nach dem Stadtkommandanten benannt wurde, der heutige Hackesche Markt.

© Schlaier © Politikaner Rosenhöfe © Politikaner © Gryffindor Chamäleon © Raimond Spekking Hackesche Höfe map © Elkawe © Times
<
>
Chamäleon © Raimond Spekking
Der Zustrom von jüdischen und französischen Einwanderern gab dem Viertel eine weltoffene Vielfältigkeit, die noch heute besteht. Die erste Synagoge Berlins wurde in dem Viertel errichtet, ebenso der erste Jüdische Friedhof, der in der Großen Hamburger Straße angelegt wurde. Im Jahre 1866 wurde zudem in der Oranienburger Straße die größte Synagoge Deutschlands erbaut.

1906 als Wohn- und Gewerbehof eröffnet
1906 wurde der aus acht Höfen bestehende Komplex nach mehrjähriger Bauzeit feierlich eröffnet. Der Architekt und Bauunternehmer Kurt Berndt hatte in knapp drei Jahren die größte Wohn- und Gewerbehof-Anlage Deutschlands errichtet, dessen Besonderheit die Verzahnung der verschiedenen Funktionen war. So wurden z.B. die Gebäude des ersten Hofs kulturell genutzt, die im zweiten und dritten gewerblich, in anderen Höfen waren nur Mietwohnungen angeordnet. In den Anfangsjahren siedelten sich die unterschiedlichsten Firmen an: Banken, Händler für Metallwaren und , Musikinstrumente, Herrenkonfektion oder Lebensmittel-Handlungen.

Gefunden auf berlin.de – Hackesche Höfe. Lesen Sie mehr auf hackesche-hoefe.com und Wikipedia Hackesche Höfe. Fotos von Wikipedia Commons.



Das könnte Sie auch interessieren:

Schwimmende Fertighaussiedlung in den Niederlanden

Schwimmende Fertighaussiedlung in den Niederlanden

[caption id="attachment_153683" align="aligncenter" width="590"] © Luuk Kramer[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Eine beendruckende Siedlung von 75 modernen, schwimmenden Häusern ist in IJburg, den Niederlanden, entstanden, die die Beziehung der Holländer zum Wasser berücksichtigt. Mit Bootsstegen die als Fußwege genutzt werden und dem IJ See als Garten hat die Flotte der schwimmenden Häuser die Entwicklung in einem Land berücksichtigt, das überproportional von den steigenden Meeresspiegeln in Folge des Klimawandels betroffen s...

Als Kernkraftwerk gebaut, als Freizeitpark betrieben: Das Wunderland Kalkar

Als Kernkraftwerk gebaut, als Freizeitpark betrieben: Das Wunderland Kalkar

[caption id="attachment_24194" align="aligncenter" width="590"] Cooling tower used as climbing wall © Koetjuh[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Das Wunderland Kalkar (bis Anfang 2005 Kernwasser-Wunderland) ist ein Freizeitzentrum, das ab 1995 auf dem Areal des niemals in Betrieb gegangenen schnellen Brüters in Kalkar, nördlich von Düsseldorf, errichtet wurde. Teile der Anlage sind ein Kongresszentrum mit 20 Tagungsräumen und der Familien-Freizeitpark Kernie’s Familienpark. Es gibt insgesamt 40 Attraktionen auf dem Gelän...

Porträt: Voltaire, französischer Philosoph und Schriftsteller

Porträt: Voltaire, französischer Philosoph und Schriftsteller

[caption id="attachment_27319" align="aligncenter" width="522"] Voltaire by Nicolas de Largillière © Musée national du Château de Versailles[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Voltaire (eigentlich François-Marie Arouet, * 21. November 1694 in Paris; † 30. Mai 1778 ebenda) war ein französischer Philosoph und Schriftsteller. Er ist einer der meistgelesenen und einflussreichsten Autoren der französischen und europäischen Aufklärung. In Frankreich nennt man das 18. Jahrhundert auch "das Jahrhundert Voltaires" (le siècle de Volta...

Die Arabische Liga

Die Arabische Liga

[caption id="attachment_25374" align="aligncenter" width="590"] © Lencer/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die Arabische Liga (LAS) ist eine Internationale Organisation arabischer Staaten und wurde am 22. März 1945 in Kairo gegründet, wo sie auch ihren Sitz hat. Sie besteht aus 22 Mitgliedern, d.h. 21 Nationalstaaten in Afrika und Asien sowie dem international nicht vollständig anerkannten Staat Palästina. Als Hauptziel des Staatenbundes gilt die Förderung der Beziehungen der Mitglieder auf politischem, kulturellem, ...

Timișoara, das historische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Banats

Timișoara, das historische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Banats

[caption id="attachment_160834" align="aligncenter" width="590"] Lloyd Palace, seat of the 'Politehnica' University of Timişoara © Turbojet[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Timișoara ist eine Stadt im westlichen Rumänien und das historische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Banats, und nach Bukarest die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Stadt liegt infolge der Flussbegradigungen aus dem 18. Jahrhundert nicht mehr am Fluss Temesch, sondern an der Bega. Sie liegt in einem seismisch aktiven Gebiet, so konnten Erdbeben mit...

Homer in Alaska

Homer in Alaska

[caption id="attachment_26587" align="aligncenter" width="590"] © Derek and Julie Ramsey/cc-by-sa-2.5[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Homer ist eine Stadt im US-Bundesstaat Alaska in der Kachemak Bay am Cook Inlet im Golf von Alaska. Südlich der Bucht liegt mit dem Kachemak Bay State Park and State Wilderness Park, einem 1620 km² großen Schutzgebiet, der erste State Park Alaskas. Der Ort entstand in den 1890er Jahren, als in der Umgebung Kohlevorkommen gefunden wurden. 1896 wurden durch Homer Pennock, den Namensgeber des ...

Return to Top ▲Return to Top ▲
Nottingham Montage © PawełMM
Nottingham und Robin Hood

Nottingham ist eine Stadt in den East Midlands in England mit rund 307.000 Einwohnern. Sie ist Verwaltungssitz der Grafschaft Nottinghamshire,...

Richard Wagner Festival Hall on the Green Hill © rizi-online.de - Rico Neitzel
Die Wagnerstadt Bayreuth

Bayreuth ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken. Die Stadt ist Sitz der Regierung von Oberfranken, des Bezirks Oberfranken...

Frankfurter Tor © Dnsob
Die Karl-Marx-Allee in Berlin

Die Karl-Marx-Allee, benannt nach dem deutschen Philosophen und Volkswirtschaftler Karl Marx, ist eine Straße in den Berliner Bezirken Mitte und...

Schließen