Die Französische Nationalbibliothek

Samstag, 05. Oktober 2013 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Museen, Ausstellungen, Opernhäuser, Theater, Bibliotheken, Paris

Paris - Bibliothèque nationale de France - site Richelieu-Louvois - Reading Room © flickr.com - Vincent Desjardins/cc-by-2.0

Paris – Bibliothèque nationale de France – site Richelieu-Louvois – Reading Room
© flickr.com – Vincent Desjardins/cc-by-2.0

Die Bibliothèque nationale de France (BnF; deutsch: Französische Nationalbibliothek) ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit Sitz in Paris unter der Schirmherrschaft des französischen Kulturministers. Ihre Aufgabe ist es, Schriften zu sammeln, zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie publiziert einen Katalog, pflegt die Zusammenarbeit mit anderen Anstalten auf nationaler und internationaler Ebene und nimmt an Forschungsprogrammen teil. Anders als die Deutsche Nationalbibliothek ist die BnF eine Universalbibliothek, die Literatur aus allen Zeiten und Fachgebieten sammelt und zur Verfügung stellt, nicht nur Schriften aus Frankreich oder über Frankreich. Sie verfügt über einen Erwerbungsetat von mehr als 20 Millionen Euro. Seit 2007 betrifft das Pflichtexemplarrecht auch die elektronische öffentliche Kommunikation. Infolge dieses Gesetzes speichert die französische Nationalbibliothek die Inhalte der .fr-Domain des Internets.

Als Nationalbibliothek erhält sie beide Pflichtexemplare der Verleger und das Pflichtexemplar der sich in der Ile-de-France befindenden Drucker. Ihr Buchbestand erweitert sich jährlich um 130.000 Bände (davon 60.000 durch Pflichtexemplare) und Schriftstücke aller Art. Je nach Thema oder Trägerart wird das zweite Pflichtexemplar einer anderen Bibliothek übergeben (z. B. die Comics dem Centre National de la Bande Dessinée et de l’Image (CNDBI) als Teil des Centre national de la Bande dessinée et de l’Image (CNDBI) in Angoulême). Der Gesamtbestand wird mit etwa 30 Millionen Büchern und Dokumenten angegeben. Etwa zehn Millionen Bände entfallen auf die neue BnF. Außerdem ist die BnF für ihre digitalisierte Bibliothek Gallica bekannt.

Die Aktivitäten der BnF verteilen sich auf verschiedene Wirkungsstätten, die sogenannten “Sites”. Nur mit ausdrücklicher Genehmigung sind die Restaurierungswerkstätten wie das Centre technique de Bussy-Saint-Georges und das Centre Joël Le Theule in Sablé-sur-Sarthe zugänglich. Für Besucher geöffnet sind die alte Bibliothèque nationale de France (site Richelieu-Louvois) in Paris, die neue Bibliothèque nationale de France (site François-Mitterrand) in Paris, die Bibliothèque de l’Arsenal in Paris, die Museumsbibliothek der Pariser Oper und die Bibliothek und das Dokumentationszentrum der “Maison Jean Vilar” in Avignon.

Bibliotheque Nationale © Jonathan M Paris - Bibliothèque de l'Arsenal © flickr.com - Metro Centric/cc-by-sa-2.0 Paris - Bibliothèque nationale de France - site François-Mitterrand © LPLT/cc-by-sa-3.0 Château de Sablé-sur-Sarthe © Benjamin Smith/cc-by-sa-3.0 Library - Collège Sainte-Barbe © Marie-Lan Nguyen Paris - Bibliothèque-musée de l'Opéra © flickr.com - Javier Lastras/cc-by-sa-2.0 Paris - Bibliothèque nationale de France - site Richelieu-Louvois - Reading Room © flickr.com - Vincent Desjardins/cc-by-2.0
<
>
Paris - Bibliothèque nationale de France - site Richelieu-Louvois - Reading Room © flickr.com - Vincent Desjardins/cc-by-2.0
Die Ursprünge der Bibliothek werden bis auf das Mittelalter und die persönliche Handschriftensammlung König Karls V. zurückgeführt, die 1368 im Louvre gegründet wurde und 917 Manuskripte umfasste. Sie war aber noch Privatbesitz des Königs. Nach dem Tod Karls VI. wurde diese erste Sammlung während der englischen Besatzung im Hundertjährigen Krieg zerstreut. Teile davon wurden vom Herzog von Bedford erworben und nach England transportiert. Seit Ludwig XI. wurde die Sammlung wieder aufgebaut. Seine Nachfolger Karl VIII. und Ludwig XII. trugen im 15. Jahrhundert erheblich zu ihrer Vergrößerung bei, insbesondere durch die Einverleibung der Bibliotheken der aragonesischen Könige in Neapel und der Visconti-Sforza von Mailand.

Im 16. Jahrhundert verlagerte Franz I. die königliche Bibliothek nach Fontainebleau. Die Ordonnanz von Montpellier (1537) verpflichtete Verleger und Drucker, ein Exemplar jedes Werkes an diese Bibliothek abzuliefern. Trotz der Ordonnanz wurden viele Bücher aber erst nachträglich erworben.

Lesen Sie mehr auf Französische Nationalbibliothek und Wikipedia Französische Nationalbibliothek (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.



Das könnte Sie auch interessieren:

Laas im Vinschgau

Laas im Vinschgau

[caption id="attachment_160959" align="aligncenter" width="590"] Wooden aqueduct © Hegedex[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Laas (italienisch: Lasa) ist eine Gemeinde mit 4.000 Einwohnern im Südtiroler Vinschgau (Italien). Hauptort ist das gleichnamige Dorf, das vor allem für den Laaser Marmor bekannt ist, der unter anderem im neuen World Trade Center Bahnhof in New York verbaut. Die Marmorvorkommen im Laasertal wurden vermutlich bereits in der Römerzeit abgebaut, die systematische Gewinnung begann jedoch erst Mitte des 19...

Die Insel Lefkada im Ionischen Meer

Die Insel Lefkada im Ionischen Meer

[caption id="attachment_153484" align="aligncenter" width="590"] Lefkada © ERWEH/cc-by-sa-2.0-de[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Lefkada, "die Weiße", ist eine griechische Insel im Ionischen Meer, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist. Zusammen mit der Inselgruppe der Tilevoides bildete sie die griechische gleichnamige Präfektur. Direkt benachbart sind auch die Inseln Kefalonia und Ithaka. Bekannt ist die Insel Lefkada vor allem für Windsurfing, da in der Bucht um Vassiliki einer der besten Surfplätze Eur...

Die internationale Seestadt Southampton

Die internationale Seestadt Southampton

[caption id="attachment_151007" align="aligncenter" width="590"] RMS Queen Mary 2 in the Southampton Dock © Sassan[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Southampton ist eine Hafenstadt an der Südküste Englands, im County Hampshire. Sie liegt am Southampton Water, der Flussmündung des Test und des Itchen, der in den Ärmelkanal mündet. Die Stadt hat 221.000 Einwohner. Sie ist als Metropolregion mit anderen Orten rund um den Solent locker zur South Coast Metropole zusammengeschlossen. Der Hafen ist traditionell das wirtschaftlic...

Themenwoche Ostfriesische Inseln - Wangerooge

Themenwoche Ostfriesische Inseln - Wangerooge

[caption id="attachment_152926" align="aligncenter" width="590"] Beach Promenade © AxelHH[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Wangerooge (früher: Wangeroog) ist eine Insel im niedersächsischen Wattenmeer innerhalb des gleichnamigen Nationalparks. Sie ist die östlichste der sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln und mit 7,94 km² Fläche das zweitkleinste bewohnte Eiland dieser Gruppe. Wangerooge gehört als einzige der bewohnten ostfriesischen Inseln nicht zum politischen Ostfriesland, sondern ist historisch Teil des friesischen Jeve...

Royal Opera House in London

Royal Opera House in London

[caption id="attachment_162458" align="aligncenter" width="590"] Royal Opera House and ballerina © Russ London/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]The Royal Opera House in Covent Garden in London, ist das bedeutendste britische Opernhaus. Es ist die Heimat der Royal Opera, des Royal Ballet und des Orchestra of the Royal Opera House, das bisweilen auch Covent Garden Orchestra genannt wird. Von 1996 bis 2000 wurde das Gebäude saniert und erweitert. Seit 2007 werden jedes Jahr im Februar im Royal Opera House die British Acade...

Das größte Windrad der Welt

Das größte Windrad der Welt

[caption id="attachment_161264" align="aligncenter" width="590"] Enercon E-126 © JUWI[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die größte Windkraftanlage der Welt steht in Rheinland-Pfalz. Sie kann Windstrom für eine ganze Kleinstadt liefern, doch das ist noch nicht alles. Aus der Distanz wirkt die Windkraftanlage E-126, die sich auf einer Anhöhe des Pfälzer Waldes über dem Weiler Schneebergerhof dreht, überraschend filigran. Beim Näherkommen wird dann aber ihre gewaltige Dimension ersichtlich. Mit einer Gesamthöhe von 198 M...

Return to Top ▲Return to Top ▲
View of Parga with the Panagia Island © Sakis Kostaris/cc-by-sa-3.0
Parga an der griechischen Westküste

Parga ist eine Stadt mit rund 12.000 Einwohnern sowie eine Gemeinde mit dem Verwaltungssitz Kanalaki an der griechischen Westküste (Region...

Aerial view of Kühlungsborn © Beauwell
Das Ostseebad Kühlungsborn

Kühlungsborn liegt an der mecklenburgischen Ostseeküste, etwa 25 Kilometer von Rostock entfernt. Unmittelbar südlich der Stadt erhebt sich der Höhenzug...

Historic District - Konrad Adenauer Street © Schlaier/cc-by-3.0
Dachau in Oberbayern

Dachau ist eine Große Kreisstadt im gleichnamigen oberbayerischen Landkreis und liegt nordwestlich von München. Mit fast 45.000 Einwohnern ist sie...

Schließen