Die Europäische Freihandelsassoziation: Guten Appetit!

Dienstag, 4. September 2018 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Editorial, Europäische Union, Allgemein

© efta.int

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Die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) ist eine am 4. Januar 1960 in Stockholm (Schweden) gegründete Internationale Organisation. Ziel war die Förderung von Wachstum und Wohlstand ihrer Mitgliedstaaten und die Vertiefung des Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den westeuropäischen Ländern wie auch der Welt insgesamt. Gleichzeitig sollte sie ein Gegengewicht zu den Europäischen Gemeinschaften bilden. Nach ihrem Übereinkommen (geändert 2001) stellt die EFTA eine in ihrem Anwendungsbereich begrenzte Freihandelszone zwischen ihren Mitgliedern ohne weitere politische Ziele dar. Seit 1995 gehören ihr nur noch Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz an. Mit Ausnahme der Schweiz bilden diese Länder zusammen mit jenen der Europäischen Union den Europäischen Wirtschaftsraum.

Inhalt


Icelandic Lobster sautéed in garlic butter at Café Duus in Keflarvik © Benreis/cc-by-3.0

Isländischer Hummer in Knoblauchbutter sautiert im Café Duus in Keflavík © Benreis/cc-by-3.0

Isländische Küche
Aufgrund des rauen Klimas und der langen Winter war die isländische Küche sehr karg. Sie kannte kaum Gewürze und verwertete traditionell alles Essbare. Die wichtigste Zubereitungsmethode war das Kochen. Die Basis der isländischen Küche war der Fischfang. Die Viehzucht auf Island beschränkte sich auf Schafe, Kühe und Pferde. Gegessen wurden daher auch Seevögel wie Tordalken, Trottellummen, Gryllteisten, Papageientaucher und ihre Eier, aber auch Wal– und Robbenfleisch. Der Anbau von Getreide und Gemüse war in Island aufgrund der geografischen Lage kaum möglich, infolgedessen wurde es in der isländischen Küche kaum verwendet. Daher spielte auch Brot jahrhundertelang keine wesentliche Rolle in der Ernährung. Mehl konnte teilweise durch gemahlenes Isländisch Moos ersetzt werden. Rüben, Kohl, Rhabarber, verschiedene Ampfersorten, Angelica und Beeren wie Heidelbeeren, Rauschbeeren und Krähenbeeren lieferten Vitamine. Wacholderbeeren, Isländischer Thymian (blóðberg), Kerbel und Kümmel dienten als Würze. Eine isländische Spezialität ist der Skyr, eine Art Frischkäse. Die bei der Käse-Produktion gewonnene Molke wurde für verschiedene Getränke und zum Konservieren von Fleischprodukten verwendet. Die Konservierung von Fleisch und anderen Lebensmitteln war sehr wichtig, um die langen Winter überleben zu können. Die hierfür verwendeten Methoden waren Räuchern, Pökeln, Trocknen, Einsalzen, milchsauer Einlegen und die Fermentierung.

Seit den 1950er Jahren hat man in Island genauso wie in Mitteleuropa im Supermarkt eine große Auswahl an Produkten, was zur Vielfalt der Küche beiträgt. Gemüse, vor allem Tomaten, wird heute auch in geothermal beheizten Gewächshäusern angebaut. Garnelen und viele Arten Seefisch kommen auf den Tisch, wobei der Schellfisch dem Kabeljau vorgezogen wird. Auf der Insel wachsende Speisepilze wie Bovist, Birkenpilz oder Wiesenchampignon werden mittlerweile auch gegessen. Die isländischen Lämmer, die einen Großteil ihres Lebens auf Wildweiden verbringen, werden im Alter von etwa einem halben Jahr geschlachtet. Hammelfleisch von älteren Tieren gilt als minderwertig und wird fast nur verarbeitet angeboten (zum Beispiel als gepökelte Siedewurst kindabjúga). Einige der traditionellen Gerichte kommen auch heute noch oft auf den Tisch. Dazu gehören Hangikjöt, Skyr und Stockfisch (mit etwas Butter bestrichen ein beliebter Snack in Island). Andere, wie bjúgu, Rüben oder Pökelfleisch (saltkjöt) gelten als Arme-Leute-Essen und verlieren an Bedeutung. Trotz internationaler Ächtung betreibt Island weiterhin Walfang. Das Fleisch von Zwergwalen ist in Island erhältlich. Für die Küche des Landes spielt es jedoch kaum noch eine Rolle. Die Hauptkonsumenten von Walfleisch in Island sind mittlerweile Touristen. Das beliebteste Getränk der Isländer ist Kaffee. Er wird den ganzen Tag bis zum Abend (Kvöldkaffi) getrunken. Eine Besonderheit ist der Molakaffi: zum schwarzen Kaffee wird Würfelzucker (Sykurmolar) gereicht. Man nimmt den Zucker in den Mund und trinkt den Kaffee durch dieses Stück, wie im Orient.

Zu den Spezialitäten der modernen isländischen Küche gehören Wildlachs, Forelle und Saibling, Wildgeflügel wie Gänse, Enten und Seevögel sowie Seefisch und Lammfleisch. In Restaurants wird zu speziellen Anlässen auch Rentier serviert. Als typisch isländische Süßspeisen können kleinur, ein Schmalzgebäck, Crêpe-artige pönnukökur, Plinsen-ähnliche lummur, laufabrauð, ein traditionelles Weihnachtsgebäck, und Kakaosuppe mit Zwieback gelten. Weiterhin ist Rúgbrauð (Roggenbrot) bekannt.

Der Großteil der traditionellen Gerichte wird heute nur noch zu bestimmten Festtagen und zum Winterfest Þorrablót serviert. Dazu werden Kartoffeln und Rübenmus gegessen, als Digestif wird Brennivín getrunken. Viele dieser Speisen, Þorramatur genannt, rufen bei Kulturfremden, aber auch modernen Isländern, auf Grund ihrer Konsistenz, ihres Geruchs oder auch des Geschmacks Befremden hervor.

  • svið, abgesengte, gekochte Schafsköpfe
  • hákarl, fermentierter Hai, der frisch zubereitet giftig und ungenießbar wäre
  • lundabaggar, gekochte und sauer eingelegte Schafsinnereien
  • kæst skata, fermentierter Rochen, wird ebenso zubereitet wie der Hai, und am 23. Dezember serviert
  • selshreyfar, sauer eingelegte Robbenflossen
  • saltkjöt (Pökelfleisch), wird oft als Suppeneinlage gegessen
  • síld, marinierter Hering
  • slátur, in einem Schafsmagen gekochte Innereien vom Schaf, ähnlich wie schottischer Haggis
  • súrsaðir hrútspungar, in Molke eingelegte Hammelhoden, teilweise auch als Pastete zubereitet

Rösti © Mussklprozz/cc-by-sa-3.0

Rösti © Mussklprozz/cc-by-sa-3.0

Liechtensteiner Küche
Die Liechtensteiner Küche ist vielfältig und wurde von der Küche der nahe gelegenen Länder, insbesondere der Schweiz und Österreich, und auch von der mitteleuropäischen Küche beeinflusst. Käse und Suppen sind fester Bestandteil der Liechtensteiner Küche. Aufgrund der extensiven Milchindustrie sind Milchprodukte in der Küche des Landes üblich. Zu den meist verwendeten Gemüsesorten gehören Salate, Kartoffeln und Kohl. Weit verbreitete Fleischsorten sind Rindfleisch, Huhn und Schweinefleisch. Drei Mahlzeiten am Tag sind üblich. Zu den üblichen Speisen und Gerichten gehören:

  • Spargel wird häufig verwendet
  • Brot
  • Hafalaab – eine Suppe mit Schinken oder Speck und Maismehlknödeln
  • Kasnopfle – kleine Knödel mit Käse oder Zwiebeln
  • Leber
  • Müsli – ungekochte Haferflocken mit Früchten und Nüssen, die in Wasser, Saft oder Milch übergossen werden
  • Gebäck
  • Ribel – eine Kornart
  • Rösti – ein Gericht aus grob geriebenen Kartoffeln, die gebraten werden. Es gibt regionale Variationen, die zusätzliche Zutaten verwenden
  • Sandwiches
  • Saukerkas – ein in Liechtenstein hergestellter Käse
  • Schnitzel – plattiertes und paniertes Fleisch ohne Knochen
  • Geräuchertes Fleisch
  • Torkarebl – ein Porridge-Gericht, das Knödeln ähnelt
  • Wurst – geräucherte Wurstwaren
  • Joghurt

Norwegian Smørbrød © flickr.com - Seansie/cc-by-2.0

Norwegisches Smørrebrød © flickr.com – Seansie/cc-by-2.0

Norwegische Küche
Die norwegische Küche ist durch die traditionelle Ernährung der Fischer und Bauern geprägt. Fisch und Milchprodukte waren lange Zeit die Basis dieser Küche, ergänzt durch Getreide und Walfleisch. Die norwegische Küche ist stark durch das skandinavische Klima mit kurzen Sommern und langen Wintern geprägt. Auf Grund des Klimas war die Konservierung von Lebensmitteln früher sehr wichtig, um die Versorgung während der Wintermonate zu gewährleisten. Viele Nahrungsmittel wurden daher geräuchert, gesalzen, eingelegt oder getrocknet. Das moderne norwegische Frühstück ist sehr reichhaltig und entspricht eher dem englischen als dem kontinentalen Frühstück. Das Mittagessen (lunsj, traditionell formiddagsmat) ist dagegen eher ein Imbiss und oft kalt. Das Abendessen (middag) wird bereits zwischen 17 und 18 Uhr eingenommen und ist die warme Hauptmahlzeit des Tages. Teilweise folgt noch ein Imbiss gegen 21 Uhr (aftensmat oder kveldsmat), der auch aus Kaffee und Kuchen bestehen kann. Eine regelrechte Ernährungsrevolution bedeutete die Einführung der Kartoffel Mitte des 18. Jahrhunderts.

Getreideanbau ist nur im Süden des Landes möglich und auch dort gedeihen nur Hafer und Gerste. Diese Sorten eignen sich nicht für die Herstellung von Hefebrot, so dass für Norwegen das hart getrocknete Fladenbrot Flatbrød, beispielsweise die Hardangerlefse, typisch ist, vergleichbar dem Knäckebrot. Es hat den Vorteil, lange haltbar zu sein. Das weiche Fladenbrot heißt Lefse, bei dem dem Teig Kartoffeln zugesetzt werden. Heute sind die beliebtesten Brote in den Bäckereien das so genannte kneippbrød, benannt nach Sebastian Kneipp und franskbrød, helles “französisches Brot”. Goro ist ein Gebäck zur Weihnachtszeit, das mit speziellen Waffeleisen gebacken wird. Kransekake besteht aus übereinander geschichteten Ringen. Skolebrød ist ein mit Vanillepudding gefülltes Hefeteiggebäck. Svele ähneln deutschen Eierkuchen.

Eine wichtige Rolle spielt in den Küstenregionen seit jeher der Fischfang. Heringe waren lange Zeit ein Grundnahrungsmittel und wurden auf vielfältige Weise zubereitet. Die ärmere Bevölkerung aß angeblich teilweise viermal täglich Hering, zu jeder Mahlzeit. Er wurde gesalzen, getrocknet, eingelegt oder fermentiert. Weit verbreitet wegen seiner Haltbarkeit war klippfisk. Lutefisk ist gewässerter Stockfisch. Lachs ist der wichtigste Exportartikel Norwegens und ein Beitrag zur gehobenen Küche. Sehr beliebt ist Räucherlachs in verschiedenen Variationen. Gravet laks oder einfach Gravlaks wird eingelegt in eine Beize aus Salz, Pfeffer, Zucker und Dill und wird häufig mit einer Dill-Senfsauce serviert. Neben Hering spielen auch Kabeljau, Sardinen und Makrelen eine wichtige Rolle und in jüngerer Zeit auch Garnelen. Fiskeboller sind Fischklöse. Eine besondere Fischspezialität ist Rakfisk aus fermentierter Forelle. Er hat starke Ähnlichkeit mit dem schwedischen Fischgericht Surströmming.

Selbst kleine Bauern besaßen früher mindestens eine Kuh; dazu galt es auch abgelegenes oder steiles Weideland auszunutzen, deshalb wurden auch Ziegen und besonders Schafe gehalten. Als besondere Spezialität gilt fenalår, gepökelte und meistens auch geräucherte Lammkeule. Im Westen des Landes gilt jetzt smalahove, geräucherter Schafskopf, als Delikatesse, wogegen es früher als Arme-Leute-Essen angesehen wurde, welches es z.B. zu Weihnachten nicht mehr im Haus geben sollte. In der gehobenen Küche spielt auch Wild eine Rolle, darunter Elche, Rentiere und Wildgeflügel. Wildgerichte werden häufig mit süß-sauren Saucen und zermahlenen Wacholderbeeren serviert. Besonders populär sind Kjøttkaker, Fleischklößchen in dunkler Sauce. Bis ins 20. Jahrhundert hinein diente Walfleisch als preiswerter Ersatz für Rindfleisch. Norwegen betreibt als eins von zwei europäischen Ländern neben Island weiterhin kommerziellen Walfang, wenn auch weniger intensiv als früher. Walfleisch ist in vielen Restaurants erhältlich.

Butter, Käse und andere Milchprodukte spielen für die norwegische Ernährung nach wie vor eine wichtige Rolle, während Molke heute weniger bedeutend ist. Früher war blande das traditionelle Alltagsgetränk der Bevölkerung, bestehend aus Molke und Wasser. Ende 2011 kam es zur sogenannten Norwegischen Butterkrise, als aufgrund von extremer Butterknappheit die Preise für Butter kurzfristig sehr stark anstiegen. Für die Käseherstellung wurde nach der “alten Art” meistens Sauermilch verwendet, welches dann den Gammelost (wörtlich übersetzt “alter Käse”, d.h. “Käse nach alter Art”) ergibt: ein brauner Schimmelkäse. Pultost ist ein reifer Frischkäse mit strengem Geschmack. Sehr typisch ist der Braunkäse, ein Molkenkäse, der entweder nur aus Ziegenmmolke (Geitost), nur aus Kuhmolke (Fløtemysost) oder Kuh- und Ziegenmolke (Gudbrandsdalsost) hergestellt wird. Der Jarlsberg, ein halbfester Schnittkäse, ist im Geschmack mild bis nussig. Der Käsehobel wurde 1925 in Norwegen erfunden.

Als typische norwegische Spezialitäten gelten:

  • Kjøttkaker (wörtlich Fleischkuchen (Plural)), Frikadellen in brauner Sauce
  • Fårikål, Hammelfleisch mit Kohl
  • Sild, eingelegter Hering
  • Pinnekjøtt, gepökelte Lammrippen
  • Lutefisk
  • Rømmegrøt, ein Brei aus Sauerrahm und Grieß mit Zucker und Zimt, aber auch manchmal mit Honig

Das beliebteste Getränk in Norwegen ist heute Kaffee, der zu jeder Tageszeit getrunken wird. Der jährliche Pro-Kopf-Konsum beträgt rund 160 Liter. Bier ist ebenfalls sehr populär und wurde früher von jedem Haushalt selbst gebraut, vor allem als Festgetränk zu Weihnachten; in der vorchristlichen Zeit war das Brauen von “Jule-Bier” sogar gesetzlich geboten, auf Unterlassung stand Geldstrafe. Bedeutend ist die Herstellung von norwegischem Aquavit (akevitt), der aus Kartoffeln destilliert wird. Bier und Aquavit werden traditionell zu vielen norwegischen Gerichten wie Lutefisk, Fårikål und Gepökeltem oder Geräuchertem getrunken. Eine Besonderheit ist die Marke Linie Akevitt, bei der die Spirituose vor dem Verkauf mit Schiffen nach Australien und zurück transportiert wird, so dass der Alkohol zweimal den Äquator passiert. Diese Prozedur verbessert angeblich den Geschmack.


Schweizer Küche
In der Deutschschweizer Küche sind die sogenannten Rösti eine oft verwendete Beilage. Die Rösti ist ein flacher, in heisser Butter oder Fett in der Pfanne ausgebackener Fladen aus geriebenen gekochten (Gschwellti) (Pellkartoffeln) oder rohen Kartoffeln, die nur durch die in den Kartoffeln enthaltene Stärke gebunden werden. Da in der Westschweiz die Zubereitung von Rösti nicht zur traditionellen Küche gehört, wird die Grenze zwischen der deutsch- und der französischsprachigen Schweiz oft scherzhaft-ironisch als Röstigraben bezeichnet. Die Glarner Pastete ist eine Süssgebäck-Spezialität aus dem Schweizer Kanton Glarus.

Eine Appenzeller Spezialität ist der Biber, ein Bild-Lebkuchen der vor dem Backen in ein Holzmodel gepresst wird. Ebenfalls bekannt sind der Appenzellerkäse, der Appenzeller Käsefladen, die Appenzeller Siedwürste sowie die Mostbröckli. Als Spezialität im Bereich der Getränke gelten der Appenzeller Alpenbitter und das Appenzeller-Bier Quöllfrisch. Als weitere Getränke stammen Flauder, Wonder und Himml aus dem Appenzellerland.

Die bekanntesten Basler Gerichte sind Basler Mehlsuppe, Käsewähe (ein flacher Kuchen mit Käse und Zwiebeln) und Fasnachtskiechli, die alle traditionell an der Fasnacht serviert werden, suuri Lääberli (saure, geschnetzelte Leber) und als Süssspeise Basler Läckerli.

Bern steuert zur Schweizer Küche die währschafte Berner Platte bei, wie auch das Dessert Meringue, üblicherweise mit Schlagrahm (Schlagsahne) serviert. Zum Zibelemärit gehört der traditionelle Zibelechueche. Der Berner Lebkuchen zeichnet sich dadurch aus, dass er mit Haselnüssen zubereitet wird. Ebenfalls mit Haselnüssen hergestellt wird das süsse Gebäck Meitschibei.

Typische Bündner Gerichte sind Pizzoccheri (ein Eintopf aus Buchweizennudeln mit verschiedenem Gemüse und Käse), Capuns (Rouladen aus Mangold oder Lattich, gefüllt mit Spätzleteig), Maluns, Pizokels, Churer Fleischtorte, das Birnbrot (eine dünne Schicht Brotteig gefüllt mit einer Mischung aus gedörrtem Obst, Nüssen und Brotteig) und die Bündner Nusstorte. Nicht zu vergessen ist die Bündner Gerstensuppe (mit Speck) und Plain in Pigna (eine Art Rösti mit Speck und Wurst).

Aus St. Gallen stammt die OLMA-Bratwurst, der Name leitet sich von der «Ostschweizerischen Land- und Milchwirtschaftlichen Ausstellung» ab – heute OLMA Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung. Auch bekannt ist der St. Galler Schüblig, ebenfalls eine Wurst, und das St. Galler Brot. Des Weiteren wird im St. Galler Rheintal Ribel gegessen, eine Art Brei aus Mais, der sowohl süss als auch salzig zubereitet wird. Wie auch im benachbarten Appenzell ist auch in St. Gallen der Biber bekannt. Daneben ist insbesondere im Fürstenland der Mandelfisch eine bekannte Spezialität.

Aus der Zentralschweiz stammen Älplermagronen (Makkaroni, Kartoffeln, Käse, Rahm und geröstete Zwiebeln), verschiedene Käsegerichte, die Luzerner Chügelipastete (eine Pastete gefüllt mit Brätklösschen an einer weissen Sauce), Eintopfgerichte wie Hafenchabis und Stunggis und die Zuger Kirschtorte (mit Kirsch und nicht mit Kirschen).

Die Zürcher Spezialität ist das Zürcher Geschnetzelte, Kalbfleisch, Kalbsnieren und Champignons an einer Rahmsosse, dazu gibt es Rösti. Ebenfalls aus Zürich kommt das vom Schweizer Arzt Maximilian Oskar Bircher-Benner um 1900 entwickelte und heute weltweit bekannte Birchermüesli. Weniger bekannt sind die Zürcher Läckerli oder Züriläckerli, die aus einer Mandel- oder Nussmasse bestehen. Zur Weihnachtszeit gibt es in Zürich die Tirggel, ein trockenes Honiggebäck, das in speziellen Bilderformen gebacken wird.

Aus der französischsprachigen Schweiz stammen Käsefondue, Walliser Raclette und Käseschnitte, die heute in der ganzen Schweiz beliebt sind. Ebenfalls aus dem Wallis stammt eine Art Gemüse-Kuchen namens Cholera etwa aus Kartoffeln, Äpfeln und Käse, dessen Rezeptur während einer Cholera-Epidemie aus der Not entwickelt worden sein soll. In der Gegend des Genfersees, Neuenburgersees und Bielersees sind Fischgerichte sehr beliebt, insbesondere Felchen, Egli und Forellen. In der ganzen Romandie beliebt sind verschiedene primär aus Schweinefleisch hergestellte Rohwürste zum selber Kochen, die unter der Bezeichnung Saucisson angeboten werden und entweder pochiert oder auf Gemüse gegart werden. Am Bielersee werden im Brennkessel gegarte Saucissons als Treberwurst angeboten. An Desserts sind insbesondere der Gâteau du Vully («Nidlechueche») und die Moutarde de Bénichon zu erwähnen, welche ihren Ursprung beide im Kanton Freiburg haben.

Typische regionale Produkte des Kantons Wallis sind das runde Walliser Roggenbrot, das magere, gesalzene und durch Lufttrockenreifung haltbar gemachte Rindfleisch, das Walliser Trockenfleisch und der Walliser Safran. Der Walliser Teller besteht aus in dünnen Scheiben geschnittenem Walliser Trockenfleisch, Walliser Trockenspeck und Walliser Rohschinken aus Schweinefleisch, Walliser Trockenwurst aus Rind- und Schweinefleisch sowie Walliser Roggenbrot und Walliser Käse (Schnitt- und/oder Hobelkäse). Ein weiteres typisches Gericht aus dem Kanton Wallis ist das Gesottene (walliserdeutsch Gsottus), das aus luftgetrocknetem und gekochtem Walliser Schweine- und Rindfleisch, Speck und Wurstwaren besteht und zusammen mit Sauerkraut oder Weisskohl und Kartoffeln serviert wird. Als typische Weine gelten der Walliser Weisswein Fendant und der Walliser Rotwein Dôle. Als echte Raritäten sind sowohl die Walliser Rotweinsorten Durize und Eyholzer als auch die Walliser Weissweinsorten Gletscherwein, Heida, Himbertscha, Lafnetscha, Mennas, Planscher und Resi zu erwähnen.

Aus dem Tessin kommt die Polenta, ein schnittfester Maisbrei, der dort mit Käse gemischt als Hauptgericht oder als Beilage Tradition hat, ebenfalls die Marroni (Esskastanien), die in der ganzen Schweiz im Winterhalbjahr entweder geröstet noch heiss am Strassenrand verkauft oder als Vermicelles (gekocht und gezuckert und dann durch eine Presse hindurch spaghettiartig angerichtet) zum Dessert serviert werden.

Die Schweiz besitzt eine grosse Tradition im Bereich der Süsswaren und der Schokoladeherstellung. Die deutschsprachige Schweiz bevorzugt eher Milchschokolade und die französischsprachige Schweiz eher die dunkle Schokolade. Traditionelle Schweizer Schokolade hat meistens Tafelform. Typische Backwaren sind Nidelfladen und die Wähe/Kuchen/Dünnen/Fladen/Gateau, die sowohl süss als auch salzig zubereitet werden, ein dünner Mürbe- oder Blätterteig, der mit Früchten oder Gemüse und einem Eierguss gebacken wird. Regionale Schweizer Spezialitäten sind die Aargauer Rüeblitorte (Möhrentorte) oder die Zuger Kirschtorte. Achtung: Schweizer Käsekuchen ist nicht süss, sondern salzig: eine Wähe ohne Gemüse oder Früchte, nur mit Käse-Eierguss, in dem sich häufig auch noch gehackte Zwiebeln befinden.

In der Schweiz werden einige hochwertige Weine produziert, die allerdings kaum in den Export kommen. Der bekannteste Schweizer Weisswein ist der Fendant und der bekannteste Rotwein der Dôle, die aus der grössten Weinregion der Schweiz kommen. 40% aller in der Schweiz erzeugten Weine stammen aus dem Kanton Wallis. Von Appenzell Innerrhoden und Uri abgesehen, gibt es in jedem Kanton Weinberge. In der deutschsprachigen Schweiz ist auch Bier ein beliebtes Getränk, wobei das Schweizer Lagerbier weniger stark gehopft ist als das deutsche Pilsner.

Ein weiteres typisches Getränk ist Milchkaffee, halb Milch und halb Kaffee, der zum Frühstück getrunken werden kann. Zu anderen Zeiten wird der Kaffee in Restaurants praktisch immer und zu Hause oft mit einer Espressomaschine hergestellt, wobei ganz kleine (Ristretto), kleine (Espresso) wie auch grössere Tassen Café Crème (mit Kaffeerahm oder Schale Gold mit Milch) erhältlich sind. Der typische Schweizer Espresso hat um 50 ml Inhalt (Liste Schweizer Kaffeespezialitäten).

Natürlich gehören auch die Schweizer Käse zur Schweizer Küche: In der Schweiz am beliebtesten ist der Greyerzer (bzw. Gruyère) aus den Waadtländer Alpen oder aus Freiburg, den es in milden und rezenten (kräftigen) Varianten gibt. An zweiter Stelle kommt der Emmentaler mit grossen Löchern, der in riesigen Laiben hergestellt wird. Der Innerschweizer Sbrinz, der Berner Alpkäse und der Walliser Hobelkäse gehören zu den extraharten Käsen, die gerieben über die Speisen gestreut oder in sehr dünnen gehobelten Scheiben gegessen werden. Eine Käsespezialität aus dem Jura ist der Tête de Moine (Mönchskopf), so genannt, weil beim zylindrischen Laib oben die Rinde entfernt wird, worauf er von oben nach unten mit einer Girolle zu Rosetten gehobelt wird. Aus der französischsprachigen Schweiz kommt der Vacherin Mont-d’Or, ein rezenter Weichkäse. Der Appenzellerkäse ist besonders würzig, da er beim Reifen mit einer Sulz aus Wein, Kräutern und Gewürzen eingerieben wird. Der Glarner Schabziger, ein harter, mit Schabzigerklee gewürzter Käse, wird hauptsächlich zum Würzen verwendet (Käseherstellung in der Schweiz).



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