Die Dampffregatte Jylland

Mittwoch, 1. Oktober 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Großsegler, Yacht des Monats

© Sebastian Nils/cc-by-sa-3.0

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Die Fregatte Jylland ist ein in Ebeltoft nahe Aarhus in einem Trockendock des Museumshafens liegendes historisches Holzschiff. Mit 71 Metern Länge ist sie das längste erhaltene Schiff ihrer Art. Die Jylland ist die letzte aus Eichenholz gebaute (Schrauben-)Fregatte der dänischen Marine, die zudem noch mit ursprünglich 44 Vorderladerkanonen bewaffnet worden ist. Gegen einen Befall mit dem Schiffsbohrwurm und ähnlichem wurde der Rumpf unterhalb der Wasserlinie mit Kupferplatten verkleidet.

Als Vollschiff hat sie drei vollständig rahgetakelte Masten und wurde mit einer heute nicht mehr an Bord befindlichen Dampfmaschine ausgestattet. Diese diente jedoch nur als zusätzliche Antriebsquelle, um dem Schiff insbesondere im Gefechtsfall einen windunabhängigen Einsatz zu ermöglichen und somit auch Manöver gegen den Wind zu fahren. Mit dem Maschinenantrieb konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 12 Knoten erreicht werden – wobei der Vorrat an Kohlen einen etwa siebentägigen Einsatz ermöglichte. Um den Strömungswiderstand des Schiffes im Wasser zu reduzieren, konnte die zweiflügelige Schiffsschraube ausgekuppelt und über die Wasserlinie gezogen werden. Unter Segeln – zwischen 2000 und 3000 m² Segel konnten gesetzt werden – konnte eine Geschwindigkeit von 15 Knoten erreicht werden.

Fregatten_Jylland © Morten Dam Jørgensen/cc-by-sa-3.0 Figurehead © Nol Aders - fregatten-jylland.dk/cc-by-sa-3.0 © Sebastian Nils/cc-by-sa-3.0 © Sebastian Nils/cc-by-sa-3.0 Propeller © Nol Aders - fregatten-jylland.dk/cc-by-sa-3.0 © Sebastian Nils/cc-by-sa-3.0
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Die Fregatte wurde 1856 bis 1860 in Kopenhagen auf der Marinebasis Holmen gebaut. Am 9. Mai 1864 nahm sie im Rahmen des Deutsch-Dänischen Krieges an dem Seegefecht bei Helgoland auf dänischer Seite teil. Nach Ende des Krieges 1866 wurde sie mehrfach wechselnd als Exerzierschiff und für zahlreiche Fahrten eingesetzt. Zusätzlich diente sie repräsentativen Zwecken – so wurde sie 1874 und 1886 als Schiff des Dänischen Königs Christian IX. genutzt und eskortierte diesen 1880 auf der Yacht Dannebrog. 1887 schied die Fregatte aus dem aktiven Dienst aus. Ab 1892 wurde sie reaktiviert und wieder als Exerzierschiff sowie als schwimmende Kaserne genutzt, bis sie 1908 endgültig außer Dienst gestellt und zur Abwrackung verkauft wurde. Durch verschiedene Rückkäufe wurde die Abwrackung verhindert.

Von 1934 bis 1949 lag sie in Holmen und diente als Jugendherberge, 1960 kam die Fregatte als Wrack nach Ebeltoft. 1979 ging die Fregatte in Stiftungseigentum über. Diese Stiftung organisierte eine Spendensammlung und konnte den dänischen Reeder Arnold Mærsk Mc-Kinney Møller als Hauptförderer gewinnen. Nach dem Bau des Trockendocks wurde das Schiff darin ab 1984 umfassend renoviert, so dass auch endlich ein vorhandener Kielbruch beseitigt werden konnte. Seit 1994 steht die Fregatte Jylland als Museum für Besichtigungen offen. Sie ist Teil eines maritimen Museums, das rund um das Trockendock, in dem sie liegt, aufgebaut wurde. In diesem Museum werden Teile ihrer Geschichte, aber auch andere geschichtsrelevante maritime Ereignisse dargestellt. Zudem lässt sich dort ein Blick auf damalige Fertigungstechniken werfen, da sich in einem frei zugänglichen Anbau auf dem Museumsgelände verschiedene Fertigungsbereiche für Schiffsteile, Taue (z. B. Reeperbahnen) u. ä. befinden.

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