Die Cutty Sark in Greenwich

10. September 2015 | Destination: | Rubric: Großsegler, London, Museen, Ausstellungen, Yacht des Monats |

© flickr.com - Karen Roe/cc-by-2.0

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Die Cutty Sark ist ein englischer Tee- und Wollklipper. Sie wurde im Jahre 1869 fertiggestellt und war eines der schnellsten Segelschiffe ihrer Zeit. Sie war der letzte Klipper, der für den Seehandel gebaut wurde. 1954 wurde sie in einem speziellen Trockendock in Greenwich in London als Museumsschiff aufgelegt und gehört zur National Historic Fleet, Core Collection. Die Cutty Sark Station auf der Docklands Light Railway ist eine Minute zu Fuß entfernt und verbindet Greenwich mit dem Zentrum von London und London Underground. Vom und zum Greenwich Pier aus verbinden Flussboote Greenwich mit dem Zentrum von London. Die Tourist-Information steht im Osten des Schiffes.

Der Name des Schiffes entstammt Robert Burns‘ berühmtem Werk Tam O’Shanter (1791), in dessen Mundart, dem Lowland Scots, auch Lallans genannt, er ein “kurzes (Unter)hemd” bedeutet und der schönen Hexe Nannie gehört. Das Schiff hat dementsprechend als Galionsfigur eine Dame – die Nannie mit einem kurzen Hemdchen bekleidet und einem Strick in der ausgestreckten linken Hand (anstelle des Schweifes von Tams Pferd, den sie bei dessen Verfolgung nur ergreifen konnte). Die Portugiesen nannten sie deshalb, als der Segler ab 1895 unter ihrer Flagge fuhr, in Fortführung der Tradition Pequena Camisola (“kleines Hemd”) anstelle ihres offiziellen Namens Ferreira (und später Maria do Amparo).

Die Cutty Sark wurde in Dumbarton in Schottland, am Fluss Leven (mündet in den Firth of Clyde westlich von Glasgow) auf der Werft Scott & Linton für den Londoner Reeder John Willis gebaut und lief am 25. November 1869 vom Stapel. Ihr Motto am Bug: “Where there’s a Willis a way – Where there’s a will is a way” (“Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg”) – ein Wortspiel mit dem Namen des Reeders Willis, der stets einen hohen weißen Zylinder trug. Scott & Linton, die für das Schiff einen Preis von 16.500 Pfund Sterling vereinbart hatten, mussten zum Ende der Bauzeit Konkurs anmelden – die Cutty Sark war ihr einziges je gebautes großes Schiff. Die Werft William Denny and Brothers vollendete den Bau.

© flickr.com - Karen Roe/cc-by-2.0 Cutty Sark at dusk © Richard Toy/cc-by-sa-3.0 © Katie Chan/cc-by-sa-3.0 © flickr.com - Tony Hisgett/cc-by-2.0 Figure_head © Azu Paolobon140/cc-by-sa-3.0 © flickr.com - Karen Roe/cc-by-2.0
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Cutty Sark at dusk © Richard Toy/cc-by-sa-3.0
1895 für 2.100 Pfund Sterling an die portugiesische Reederei “J. A. Ferreira & Companhia” verkauft und in Ferreira umbenannt, wurde sie nach Entmastung 1916 nahe dem Kap der Guten Hoffnung aus Kostengründen zur Barkentine umgeriggt und sechs Jahre später, 1922, an die “Companhia Nacional de Navigação” veräußert und in Maria do Amparo umbenannt. Im selben Jahr lief das desolate Schiff, von einem Ausbesserungsaufenthalt aus London kommend, wegen eines Sturmes in den Hafen von Falmouth ein. Der bereits pensionierte Kapitän Wilfred Dowman erkannte das 53 Jahre alte, von ihm schon als Schiffsjunge stets hochgeschätzte Schiff wieder und kaufte es in Lissabon dem portugiesischen Eigner für 3.750 Pfund Sterling ab, verholte es nach Falmouth und restaurierte es mit Unterstützung seiner Gemahlin, die seinen Enthusiasmus für das schöne Schiff teilte, in den Originalzustand. Es diente in Falmouth bis 1938 als stationäres Ausbildungsschiff. 1938 kam die Cutty Sark als Geschenk der Witwe Kapitän Dowmans an das Thames Nautical Training College in Greenhithe (bis 1949). Im Jahr 1954 wurde das berühmte Schiff auf seiner letzten Seereise in das eigens dafür gebaute Trockendock überführt, wo sie ab 1957 als Museumsschiff zugänglich ist.

Lesen Sie mehr auf Royal Museums Greenwich – Cutty Sark, VisitLondon.com – Cutty Sark und Wikipedia Cutty Sark. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können.



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