Der Sueskanal

Montag, 17. März 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Union für das Mittelmeer

Port Said - Suez Canal Authority © Daniel Csörföly

Port Said – Suez Canal Authority © Daniel Csörföly

Der Sueskanal ist ein Schifffahrtskanal in Ägypten zwischen den Hafenstädten Port Said und Port Taufiq bei Sues, der das Mittelmeer über den Isthmus von Sues mit dem Roten Meer verbindet und der Seeschifffahrt zwischen Nordatlantik und Indischem Ozean den Weg um Afrika erspart. Er wurde am 17. November 1869 eröffnet. Seine Länge beträgt 162,25 km. Seit der 2009 fertiggestellten Vertiefung ist er einschließlich der nördlichen und südlichen Zufahrtskanäle 193,30 km lang. Der Kanal bildet die Grenze zwischen Afrika und Asien.

Der Sueskanal ist ein schleusenloser Meerwasserkanal, der – im Gegensatz zu Kanälen wie dem Panamakanal, die einen Höhenunterschied überwinden – keinen ständigen Wassernachschub benötigt. Eigentümer des Kanals ist die seit dem 26. Juli 1956 bestehende Suez Canal Authority, die für Betrieb, Wartung, Reparatur und Erweiterung des Kanals und die Sicherheit des Verkehrs verantwortlich ist. Sie stellt die Verkehrsregeln (Rules of Navigation) und die Gebührentabellen (Tolls) auf und zieht die Gebühren ein.

Port Said - Building of Suez Canal Authority © Abdooo 87 Port Said - Suez Canal © NASA - ISS Suez Canal © Yolan Chériaux/cc-by-2.5 Suez Canal Inauguration Memorial in Ismailia © Judisa/cc-by-sa-3.0 Suez Canal volumes © AHert Port Said - Suez Canal Authority © Daniel Csörföly Suez Canal © Io Herodotus/cc-by-sa-4.0 Building of Suez Canal Authority © Abdelrhman 1990
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Suez Canal Inauguration Memorial in Ismailia © Judisa/cc-by-sa-3.0
Im Norden beginnt der Sueskanal mit der Einfahrt zum Hafen Port Said bzw. zum Eastern Entrance, der zur Entlastung des Hafens und als Zufahrt zu dem neuen östlichen Hafen dient. Nach ca. 18 km vereinigt sich der östliche Zweig mit dem von Port Said direkt nach Süden führenden Hauptkanal. Dieser führt weiter durch das früher als Menzalehsee bezeichnete Schwemmland, das unter landwirtschaftlichen Flächen weitgehend verschwunden ist und durch die beiden Hälften des Ortes El Qantara, bis er nach ca. 33,5 km den Ballah By-Pass erreicht, der mit einer Länge von 10 km den früheren Ballahsee ersetzt. Nach einer leichten Biegung Richtung SSW und weiteren 17 km erreicht der Kanal den Timsahsee mit der Stadt Ismailia. Der Timsahsee wird in einer Kurve mit großem Radius seitlich liegen gelassen. Nach 16 km beginnt der By-Pass, der in südöstlicher Richtung in den Großen Bittersee und zu den dortigen Wartezonen führt. Die ineinander übergehenden Bitterseen haben zusammen mit diesem By-Pass eine Länge von ca. 40 km. Eine leichte Kurve und die letzte, direkt nach Süden führende Strecke von ca. 27,25 km führen zu dem Ausgang in Port Taufiq unmittelbar neben dem Hafen von Sues.

Das Kanalbauprojekt war wohl das größte Bauprojekt seiner Zeit, das obendrein im Wortsinne in der Wüste und weitab von jeglicher Infrastruktur durchgeführt werden musste. Zunächst mussten am Strand ein Landungssteg, ein kleiner Leuchtturm, Lagerplätze und Baubaracken geschaffen werden, um überhaupt Material und Geräte zur Baustelle bringen zu können. Alles Trinkwasser und die Verpflegung mussten antransportiert werden, anfangs mit bis zu 1.800 Lastkamelen. Alles Material, alle Werkzeuge, Maschinen, Kohle, Eisen und jedes Stück Holz musste aus Europa geholt werden. Für den Transport entlang der Kanalstrecke mussten Feldbahnen mit Dampflokomotiven eingerichtet werden, für die Kohle und Wasser bereitgehalten werden musste. Die Maschinen für den Aushub der riesigen Sandmengen waren noch am Anfang ihrer Entwicklung und mussten erst konstruiert und gebaut werden. Der Aushub im Trockenen erfolgte von Hand, indem die bis zu 34.000 Arbeiter Binsenkörbe füllten und sie über Menschenketten zur Böschungskrone brachten. Sobald der Kanal tief genug war, wurde Wasser eingelassen und der weitere Aushub mit Baggerschiffen und neu entwickelten, schwimmenden Förderbändern ausgeführt.

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