Der Grand-Canyon-Nationalpark

Samstag, 25. Juli 2015 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Paläste, Schlösser, Villen, Parks, UNESCO-Welterbe

Grand Canyon Skywalk © Jonas.tesch/cc-by-sa-3.0

Grand Canyon Skywalk © Jonas.tesch/cc-by-sa-3.0

Im Grand-Canyon-Nationalpark liegt der größte Teil des Grand Canyon, einer steilen, etwa 450 Kilometer langen Schlucht im Norden des US-Bundesstaats Arizona, die während Jahrmillionen vom Colorado River ins Gestein des Colorado-Plateaus gegraben wurde. Der Canyon zählt zu den großen Naturwundern auf der Erde und wird jedes Jahr von rund fünf Millionen Menschen besucht.

Der Grand Canyon erstreckt sich von Nordosten nach Westen im Norden Arizonas. Er trennt den Nordwesten des Bundesstaates, den so genannten Arizona Strip, vom Rest Arizonas. Über den eigentlichen Grand Canyon gibt es keine Brücken, Süd- und Nordufer des Colorados sind auf Straßen nur östlich des Nationalparks bei Lees Ferry und Page oder rund 400 km weiter im Westen über Nevada am Hoover Dam verbunden. Der Südrand ist von Flagstaff zugänglich, der Nordrand und der Arizona Strip sind kaum besiedelt, die nächstgelegene Stadt ist St. George im benachbarten Utah. Der Grand Canyon ist etwa 450 km lang (davon liegen 350 km innerhalb des Nationalparks), zwischen 6 und 30 km breit und bis zu 1800 m tief. Der Name des Canyons stammt vom Colorado River, der früher in Teilen Grand River genannt wurde. Das Gebiet um das Tal wird in drei Regionen aufgeteilt: Den Südrand (South Rim), der die meisten Besucher anzieht, den im Durchschnitt ca. 300 m höher gelegenen und kühleren Nordrand (North Rim) und die Innere Schlucht (Inner Canyon). Der Südrand des Grand Canyons liegt im Durchschnitt auf 2100 m ü. M., während der Colorado im Durchschnitt auf 750 m ü. M. fließt. Flussaufwärts, im südlichen Utah liegen andere große Schluchten des Colorado. Der Glen Canyon, der seit 1964 im Stausee des Lake Powell versunken ist, galt landschaftlich als besonders schön. Weiter im Nordosten liegt der Canyonlands-Nationalpark. Flussabwärts, in der Nähe von Las Vegas, liegt der Stausee Lake Mead am Hoover-Staudamm.

North Rim entrance © Kamilokardona/cc-by-sa-3.0 North Rim © David Jolley/cc-by-sa-3.0 South Rim - Desert View Watchtower © John Kees/cc-by-sa-4.0 South Rim, seen from Powell Point © Tuxyso/cc-by-sa-3.0 The Colorado River as viewed from the South Rim © Akarsh Simha/cc-by-sa-3.0 Grand Canyon Skywalk © Jonas.tesch/cc-by-sa-3.0
<
>
The Colorado River as viewed from the South Rim © Akarsh Simha/cc-by-sa-3.0
Der Grand Canyon wurde durch García López de Cárdenas aus Spanien erstmals von einem Europäer gesichtet, der im Auftrag des Eroberers Francisco Vásquez de Coronado auf der Suche nach den sagenumwobenen Sieben Städten von Cibola war. Er kam im September 1540 mit einer Gruppe spanischer Soldaten und mit Führern der Hopi-Indianer am Südrand der Schlucht an. Drei Soldaten stiegen in die Schlucht, kehrten aber nach etwa einem Drittel des Weges aus Wassermangel um. Der Grand Canyon wurde als wertlos eingestuft und über 200 Jahre von keinem Europäer mehr besucht. In den 1850er Jahren schickte der Mormone Brigham Young die ersten Siedler in das Gebiet, mit dem Ziel, eine einfache Möglichkeit zur Flussüberquerung zu finden. Nachdem die Siedler gute Beziehungen zu den einheimischen Indianern geknüpft hatten, wurden zwei Orte zur Überquerung des Flusses entdeckt, Lee’s Ferry und Pierce Ferry. Berühmt wurde die wissenschaftliche Expedition des einarmigen John Wesley Powell, der am 24. Mai 1869 mit neun Mann und vier Holzbooten in Green River, Wyoming aufbrach. Nach 1500 km und durch zahlreiche gefährliche Stromschnellen im Green River und im Colorado River kam die Expedition schließlich am 30. August zum Virgin River, dem Endpunkt des Grand Canyon. Zwei Jahre später wiederholte Powell die Fahrt und fertigte genaue Karten und Berichte an. Er gab dem Canyon auch seinen heutigen Namen.

Ab den 1880er Jahren wurde der Grand Canyon als touristisches Ziel entdeckt und entwickelt. 1901 erhielt er eine direkte Anbindung durch die Eisenbahn. Am 11. Januar 1908 wurde das Gebiet um den Grand Canyon durch US-Präsident Theodore Roosevelt, der sich oft in dem Gebiet aufgehalten hatte, zum National Monument erklärt, bevor es am 26. Februar 1919 als Nationalpark unter Schutz gestellt wurde. Die Einrichtung des Parks gilt als früher Erfolg der Naturschutzbewegung. Der ganze Park ist seit seiner letzten Erweiterung 1975 etwa 4900 km² groß. 1979 wurde der Grand Canyon in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen.

Lesen Sie mehr auf nps.gov – Grand Canyon National Park, GrandCanyon.org, GrandCanyon.com und Wikipedia Grand-Canyon-Nationalpark (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.



Das könnte Sie auch interessieren:

Die Hackeschen Höfe in Berlin

Die Hackeschen Höfe in Berlin

[caption id="attachment_161239" align="aligncenter" width="590"] © Times[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die Hackeschen Höfe gehören zu einem ausgedehnten Altstadtquartier, das in Berlin nicht seinesgleichen hat: die Spandauer Vorstadt, nördlich des Alexanderplatzes. Die acht miteinander verbundenen Höfe zwischen der Rosenthaler Straße und der Sophienstraße wurden 1993 für 80 Millionen Mark saniert und sind heute mit den vielen Läden, Galerien und Restaurants und Clubs ein beliebter Treffpunkt für Szenegänger, Nachtschwär...

Bergen in der Lüneburger Heide

Bergen in der Lüneburger Heide

[caption id="attachment_160991" align="aligncenter" width="590"] Römstedthaus - Local History Museum © Hajotthu/cc-by-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Bergen ist eine Stadt im nördlichen Landkreis Celle in der Lüneburger Heide. Sie liegt jeweils etwa 24 km entfernt zwischen Soltau und Celle. Heute leben in der Stadt Bergen etwa 17.000 Einwohner. In dieser Zahl sind mit rund 3.000 Personen Angehörige der britischen Streitkräfte mit ihren Familien enthalten. Im Westen der Stadt liegt der ab 1935 von der Wehrmacht errichtete NA...

Mykonos in der Südlichen Ägäis

Mykonos in der Südlichen Ägäis

[caption id="attachment_152411" align="aligncenter" width="590"] Elias Beach © Squirmy2000[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Mykonos ist eine Insel der Kykladen im Ägäischen Meer. Zusammen mit Delos, der unbewohnten Insel Rinia und einigen kleinen Eilanden bildet sie eine Gemeinde und zugleich den Regionalbezirk Mykonos, der zwei Abgeordnete in den Regionalrat der Region Südliche Ägäis entsendet. Die Insel hat eine Fläche von 86 km² und ca. 9.300 Einwohner. Die Hauptstadt der Insel - die Chora - heißt ebenfalls Mykonos. Die In...

Die royale Yacht Dannebrog

Die royale Yacht Dannebrog

[caption id="attachment_151682" align="aligncenter" width="590"] Royal Yacht Dannebrog in Sønderborg © Erik Christensen/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Die Königsyacht Dannebrog ist das Schiff der dänischen Königsfamilie. Die 1932 gebaute Luxusyacht ist wie ihre Vorgängerin gleichen Namens (1879–1932) benannt nach der Flagge Dänemarks, dem Dannebrog. Sie ist zusammen mit der norwegischen Norge die einzige verbleibende Königsyacht Europas. Die Königsyacht Dannebrog wurde 1931 von Königin Alexandrine in...

One57 in New York

One57 in New York

[caption id="attachment_191662" align="aligncenter" width="590"] © flickr.com - Anthony Quintano/cc-by-2.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]One57 (ehemals Carnegie 57) ist ein Super-Wolkenkratzer, der 2014 an der Adresse 157 West 57th Street in New York City fertiggestellt wurde. Unweit des Gebäudes befinden sich bereits andere Hochhäuser wie das CitySpire Center und der Carnegie Hall Tower, die jedoch niedriger sind als One57. Wenig nördlich des Baugeländes befindet sich der Central Park. Der Vorsitzende der Extell Development C...

Themenwoche Gascogne - Dax

Themenwoche Gascogne - Dax

[caption id="attachment_151949" align="aligncenter" width="439"] Bullring entrance © CTHOE/cc-by-sa-3.0[/caption][responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Diesen Beitrag vorlesen"]Dax ist eine Stadt in der Nähe der französischen Atlantikküste im Département Landes in der Region Aquitanien und mit 20.400 Einwohnern nach Mont-de-Marsan die zweitgrößte Stadt im Département. Die Stadt ist Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements Dax, das aus dreizehn Kantonen besteht. Dax ist Hauptort der Kantone Dax-Nord und Dax-Sud. Die Stadt wird vom Adour durchflossen. Dax ...

Return to Top ▲Return to Top ▲
Dahab © B. Simpson/cc-by-3.0
Dahab am Roten Meer

Dahab ist eine ägyptische Stadt im Gouvernement Dschanub Sina. Das ehemalige Fischerdorf im Süden der Sinai-Halbinsel hat sich zu einem...

Center of Gostivar © Fazlijah/cc-by-sa-3.0
Themenwoche Mazedonien – Gostivar

Gostivar ist eine Stadt in Mazedonien und liegt im Nordwesten des Landes. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde, die neben...

Old part of Port Townsend and Admiralty Inlet © Adbar/cc-by-sa-4.0
Port Townsend am Pazifik

Port Townsend ist eine Stadt im Jefferson County im US-Bundesstaat Washington. Sie ist zugleich County Seat und befindet sich im...

Schließen