Der Bahnhof Milano Centrale in Mailand

Dienstag, 01. Juli 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Haus des Monats

Milano Centrale, seen from Pirelli Tower © Kiban/cc-by-sa-3.0

Milano Centrale, seen from Pirelli Tower © Kiban/cc-by-sa-3.0

Die Stazione di Milano Centrale (oder kurz Milano Centrale) in Mailand ist ein Kopfbahnhof und einer der wichtigsten Bahnhöfe im europäischen Verkehrsnetz. Er wurde 1931 offiziell eingeweiht, um den alten Hauptbahnhof von 1864 zu ersetzen, da dieser durch die Einweihung des Simplontunnels 1906 dem erhöhten Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen war. König Vittorio Emanuele III. legte den Grundstein für das Bauwerk am 28. April 1906, noch bevor ein genauer Bauplan vorlag. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen 1913.

Die ersten Veränderungen waren der Bau neuer Bahnsteige mit einer stählernen Bahnsteighalle von 341 Meter Länge, mit einer Gesamtfläche von 66.500 Quadratmetern durch Alberto Fava. Die Bauarbeiten wurden 1925 wieder aufgenommen und zu Ende geführt, bis schließlich am 1. Juli 1931 der Bahnhof eingeweiht wurde.

Arrival Hall © Bjørn Christian Tørrissen/cc-by-sa-3.0 Milano Stazione Centrale, 1865 © Silvio Gallio Milano Centrale © Алан Arrival Hall © Giovanni Dall'Orto © flickr.com - Conor Lawless/cc-by-2.0 Milano Centrale, seen from Pirelli Tower © Kiban/cc-by-sa-3.0
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Milano Centrale, seen from Pirelli Tower © Kiban/cc-by-sa-3.0
Der Architekt der Stazione Centrale war Ulisse Stacchini, der 1912 den Architekturwettbewerb gewann. Die Planung lehnte sich an die Union Station in Washington, D.C. an, stilistisch die Kopie römischer Monumentalarchitektur. Milano Centrale ist also stilistisch die Kopie einer Kopie. Das Empfangsgebäude stellt einen Höhepunkt des historistischen Eklektizismus dar, hat also keinen eindeutig definierbaren architektonischen Stil. An der Fassade finden sich etwa auch Elemente von Jugendstil und Art Déco. Er ist in klassizistischer Monumentalbauweise errichtet: Die Frontseite hat eine Breite von 200 Metern und eine Höhe von 72 Metern. Erst 1935 vollständig fertiggestellt, war er stilistisch damals schon völlig veraltet. Zu dieser Zeit wurden in Italien andere Großbahnhöfe in sehr viel moderner Gestaltung errichtet, etwa der Bahnhof Santa Maria Novella in Florenz. Gelegentlich wird diese Architektur auch als Assiro-Milanese (assyrisch-mailändisch) verspottet.

Der Hauptbahnhof zählt zu den Grandi Stazioni Italiens und wird seit August 2005 von der Ferrovie dello Stato renoviert, welche die dreizehn Hauptbahnhöfe Italiens betreibt. 2010 benannte man den Bahnhof nach der Heiligen Franziska Xaviera Cabrini, er wird jedoch in der Beschilderung und im Fahrplan weiter nur als Milano Centrale bezeichnet. Der Kopfbahnhof hat 24 Gleise, jeden Tag nutzen ihn 320.000 Passagiere von täglich etwa 500 Zügen, im Jahr also insgesamt 120 Millionen Fahrgäste.

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