Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin

Sonntag, 27. Januar 2019 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Berlin, Allgemein, Museen, Ausstellungen

© Orator/cc-by-sa-4.0

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Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, kurz Holocaust-Mahnmal, in der historischen Mitte Berlins erinnert an die rund 6 Millionen Juden, die unter der Herrschaft Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten ermordet wurden. Das Mahnmal, das von Peter Eisenman entworfen wurde, besteht aus 2711 quaderförmigen Beton-Stelen. Es wurde zwischen 2003 und Frühjahr 2005 auf einer rund 19.000 m² großen Fläche südlich des Brandenburger Tors errichtet. Am 10. Mai 2005 feierlich eingeweiht, ist es seit dem 12. Mai 2005 öffentlich zugänglich. Im ersten Jahr kamen über 3,5 Millionen Besucher.

Betreut wird das Mahnmal und der zugehörige Ort der Information von der im Jahr 2000 gegründeten Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die auch als Bauherrin auftrat. Die Stiftung betreut außerdem das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas sowie den Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen “Euthanasie”-Morde.

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas liegt im Westen des Bezirks Mitte, südlich des Brandenburger Tores, auf einer annähernd rechteckigen Fläche von 19.000 m² zwischen der Behrenstraße im Norden, der Cora-Berliner-Straße im Osten, der Hannah-Arendt-Straße und der Ebertstraße im Westen. Das Areal gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zu dem Gebiet der sogenannten Ministergärten. Auf dem Gelände stand die Stadtvilla von Joseph Goebbels; deren Bunker, der zuletzt bei der Schlacht um Berlin als Gefechtsstand der SS-Division “Nordland” gedient hatte, kam bei den Bauarbeiten am Denkmal wieder ans Licht und wurde nach einer Dokumentation im Erdreich versiegelt. Zwischen 1961 und 1989 lag das Areal im unbebauten Geländestreifen direkt östlich der Berliner Mauer, dem sogenannten „Todesstreifen“ als Teil der Grenzsicherungsanlagen.

© Mazbln/cc-by-sa-3.0 © Alphamouse/cc-by-sa-3.0 © Orator/cc-by-sa-4.0 at night © Drrcs15/cc-by-sa-4.0 In the 'Garden of Exile' of the Jewish Museum Berlin stands a small column field, which also conveys the feeling of a fluctuating floor © Andi oisn/cc-by-sa-3.0 Holocaust Memorial, Tiergarten and Reichstag © Anteeru/cc-by-sa-3.0 © Pim Zeekoers/cc-by-sa-3.0 by night © Mattias e johansson/cc-by-sa-3.0
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In the 'Garden of Exile' of the Jewish Museum Berlin stands a small column field, which also conveys the feeling of a fluctuating floor © Andi oisn/cc-by-sa-3.0
Auf der gewellten Grundfläche wurden 2711 – zwischen 0,5° und 2° geneigte – quaderförmige Stelen in parallelen Reihen aufgestellt (54 Nord-Süd- und 87 Ost-West-Achsen). Bei identischem Grundriss (2,38 m × 95 cm) weisen die Stelen unterschiedliche Höhen auf, zwischen ebenerdig (112 Stück im Gehweg) und 4,7 Meter. Ursprünglich waren von den nicht-ebenerdigen Stelen 367 niedriger als ein Meter, 869 hatten Höhen von ein bis zwei Metern, 491 Stelen waren zwischen zwei und drei Metern hoch, 569 Stelen hatten eine Höhe zwischen drei und vier Metern und 303 waren größer als vier Meter. Die schwerste Stele wiegt etwa 16 Tonnen. Am Rand des Stelenfeldes befinden sich 41 Bäume. Die gepflasterte rund 19.000 m² große Bodenfläche führt unter das Niveau der umgebenden Straßen. Die gleichmäßig 95 Zentimeter breiten Wege zwischen den Stelen sind für die Besucher voll begehbar, bieten allerdings nicht genügend Platz, um zu zweit nebeneinander zu gehen. Dreizehn Wegeachsen sind für Gehbehinderte und Rollstühle geeignet und besonders gekennzeichnet.

In einem mehrstufigen Verfahren sind die Stelen speziell oberflächenbehandelt, um eine einfache Entfernung von Graffiti zu gewährleisten. Die Zahl von ursprünglich 4000 Stelen wurde bei späteren Änderungen des Konzepts auf 2711 verringert und hat nach Auskunft der Denkmalstiftung keine symbolische Bedeutung. Seit 2008 zeigen sich zunehmend Risse an den Stelen. Eine unterirdische, 930 m² große Gedenkausstellung (Ort der Information) ergänzt den Komplex. Sie besteht aus vier Ausstellungsräumen (778 m²), zwei Vortragsräumen (106 m²) und einem Buchladen (46 m²). An Computerstationen sind rund vier Millionen Namen jüdischer Holocaustopfer einsehbar; die Datenbank basiert auf dem Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland und der Zentralen Datenbank der Namen der Shoah-Opfer der Gedenkstätte Yad Vashem.

Lesen Sie mehr auf Stiftung-Denkmal.de – Holocaust-Mahnmal, stiftung-denkmal.de – Ort der Information unter dem Stelenfeld, Berlin.de – Holocaust-Mahnmal, VisitBerlin.de – Holocaust-Mahnmal, Der Spiegel vom 13.05.2018: Gründung Israels: Wie Holocaust-Überlebende in Bayern für den Krieg trainierten, Der Spiegel vom 25.01.2019: KZ-Gedenkstätte: AfD-Politiker sind in Buchenwald nicht willkommen, Der Spiegel vom 25.01.2019: Rechte in KZ-Gedenkstätten: “Wir haben einen Notfallplan”, Süddeutsche Zeitung vom 27.01.2019: Holocaust-Gedenktag: Politischer Rechtsruck beschäftigt Besucher von KZ-Gedenkstätten, Der Spiegel vom 27.01.2019: Holocaust-Gedenken: Auschwitz hilft nicht, Auschwitz zu verhindern, Süddeutsche Zeitung vom 27.01.2019: Holocaust-Gedenktag: Nie wieder? Schon wieder! Immer noch, Die Zeit vom 27.01.2019: Blockade Leningrads: Bundesregierung kündigt Hilfen für sowjetische Kriegsopfer an, Der Spiegel vom 27.01.2019: Holocaust-Gedenken: Erinnerung ist Kampf um die Zukunft, Die Welt vom 27.01.2019: Heiko Mass: “Das Unwissen der jungen Deutschen ist gefährlich”, Die Zeit vom 21.10.2015: Netanjahu gibt Palästinenser-Mufti Verantwortung für Holocaust, Süddeutsche Zeitung vom 27.01.2019: Interreligiöses Gedenken: “Fluch von Auschwitz zu Segen werden lassen”, Die Zeit vom 27.01.2019: Nationalsozialismus: Kanzlerin fordert null Toleranz für Antisemitismus und Hass, Der Spiegel vom 28.01.2019: Holocaust-Überlebende in Israel: Bilder aus dem Jetzt, bpb.de – 27. Januar: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, Marsch der Lebenden, Deutschlandfunk vom 02.05.2019: Gedenken an Holocaust: “Marsch der Lebenden” in Auschwitz, Wikipedia Geschichte der Juden in Deutschland, Wikipedia Geschichte der Juden, Wikipedia Jüdische Kultur, Wikipedia Judenfrage, Wikipedia Konzentrationslager, Wikipedia Liste der Konzentrationslager, Wikipedia Vernichtungslager, Wikipedia Ghettos, Wikipedia International Holocaust Remembrance Alliance und Wikipedia Holocaust-Mahnmal (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




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