Das Segelschulschiff Irving Johnson

Sonntag, 01. Juli 2018 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Großsegler, Yacht des Monats

2010 Festival of Sail © flickr.com - Port of San Diego/cc-by-2.0

2010 Festival of Sail © flickr.com – Port of San Diego/cc-by-2.0

Die Zwillingsbrigantinen Irving Johnson und Exy Johnson sind die Flaggschiffe des Los Angeles Maritime Institute (LAMI) TopSail Youth Program, einer gemeinnützigen Organisation, die gefährdeten Jugendlichen hilft Disziplin und Teamwork durch Segeln zu erlernen. Sie ergänzen die bereits vorhandenen LAMIs TopsailSchoner Swift of Ipswich und Bill of Rights. Die Boote sind nach den Segelschulpionieren Irving and Electa “Exy” Johnson benannt worden. Die Brigantinen basieren auf Originalplänen, die in den 1930er Jahren von Henry Gruber entworfen, aber nie gebaut wurden. Der bekannte Yachtdesigner W.I.B. Crealock wurde eingesetzt, um die Anforderungen der US Coast Guard und die ebenfalls strengen Anforderungen von LAMI zu erfüllen, die auf jahrelangen Versuchen und Erfahrungen basieren. Der Schiffsbauer Allan Rawl wurde beauftragt, das Projekt zu überwachen.

Mit der Ankunft einer LKW-Ladung von südamerikanischem Hartholz für den Kiel im Jahr 2000 begann das Projekt Twin Brigantine auf dem Parkplatz neben dem LAMI. Die Rümpfe wurden in der Öffentlichkeit gebaut, mit amerikanischer weißer Eiche gerahmt und mit Bronze befestigt. Sie wurden am 27. April 2002 von Bürgermeister James Hahn zu “Offiziellen Großsegelbotschaftern der Stadt Los Angeles” in Anwesenheit eines ihrer Namensvetter, Exy Johnson, ernannt, bevor sie zum Ausstattungsort für die Innenausstattung fuhren, wo sie auch ihre Masten, Takelage und Segel bekamen. Die Arbeiten wurden von einer kalifornischen Firma unter der Leitung von Philippe d’Anière durchgeführt. Die Schiffe wurden am 28. März 2003 in Dienst gestellt.

2012 Festival of Sail © flickr.com - Port of San Diego/cc-by-2.0 2012 Festival of Sail © flickr.com - Port of San Diego/cc-by-2.0 2011 Festival of Sail © flickr.com - Port of San Diego/cc-by-2.0 2010 Festival of Sail © flickr.com - Port of San Diego/cc-by-2.0
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2012 Festival of Sail © flickr.com - Port of San Diego/cc-by-2.0
Das Schiff ist hat eine Länge von 27 m auf Deck und 21 m und ist in drei Quartiere mit den Bezeichnungen “A”, “B” und “C” unterteilt. Im Teil “A” befinden sich 12 Kojen. In Sektion “B” befinden sich 18 Kojen. Mittschiffs befindet sich der Zugang zum Deck und die Galeere (ein Propanofen mit sechs Brennern). Achtern liegt das Kartenhaus mit einem großen Kartentisch und einem umlaufenden Sofa, das zum Unterrichten oder Essen genutzt verwendet werden kann. Die Navigationsstation ist vom Steuerstand aus leicht zugänglich. Es beinhaltet Radar, GPS, VHF und SSB. Unten im Abteil “C” liegt die Kapitänskajüte, eine Offizierskabine mit zwei Kojen, vier Mannschaftskojen achtern und der Zugang zum darunter liegenden Maschinenraum. Ein Cockpit auf dem Deck bietet zusätzlichen Unterrichtsraum sowie einen Ort für Mahlzeiten im Freien. Ein 3208 V8 Caterpillar Dieselmotor liefert Hilfsenergie, die 315 PS (235 kW) bei 2600 Umdrehungen/min erzeugt, während ein Northern Lights 16 kW Stromgenerator die Ausstattung an Bord mit Strom versorgt. In Verbindung mit einem Wassererzeuger von Village Marine mit einer Wassermenge von 50 g/h versetzt das Schiff in der Lage längere Passagen ohne Landgänge zu bewältigen. Zweieinhalb Kilometer laufendes Takelwerk tragen insgesamt 467 Quadratmeter Segeltuch, verteilt auf zwei Masten und 13 Segel, die von 85 Leinen an Deck gesteuert werden.

Am 21. März 2005 strandete die Irving Johnson auf einer Sandbank vor dem Eingang zum Channel Islands Harbor. Die Sandbank war das Ergebnis von heftigen Regenfällen, die Schutt und Schlamm in den Kanal wuschen und somit noch nicht kartographiert war. Alle Besatzungsmitglieder und Passagiere wurden sicher gerettet, aber erste Versuche der Küstenwache das Schiff von der Sandbank zu schleppen scheiterten und das Schiff lag mehrere Tage am Strand bevor es ins Fahrwasser gezogen werden konnte. Nach schweren Schäden, die den vorderen Teil des Schiffes beeinträchtigten und das Schiff mit Meerwasser überfluteten, wurde sie einer umfangreichen Rekonstruktion für von 2 Millionen Dollar unterzogen und Anfang 2006 wieder in Betrieb genommen.

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