Das Korallendreieck im Pazifik

Mittwoch, 17. Dezember 2014 - 13:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Christmas tree worms © Nick Hobgood/cc-by-sa-3.0

Christmas tree worms © Nick Hobgood/cc-by-sa-3.0

Das Korallendreieck ist ein Meeresgebiet, das sich von den Inseln der Salomonen im Osten über die Nordküste Neuguineas bis zu den Kleinen Sundainseln im Westen und vorbei an der Ostküste Borneos bis zu den Philippinen im Norden erstreckt. Es ist eines der Gebiete mit der höchsten Biodiversität (biologischen Vielfalt) im Meer überhaupt, und erstreckt sich über eine Fläche von 5,7 Millionen Quadratkilometern, was ungefähr der Hälfte der Fläche der Vereinigten Staaten von Amerika entspricht. Neben Korallenriffen, finden sich hier ausgedehnte Seegraswiesen und an den Küsten häufig Mangrovenwälder.

Auf den Inseln der Region leben über 150 Millionen Menschen. Für etwa 2,25 Millionen Fischer ist der Fischreichtum Grundlage für ihr Überleben. 88 % der Korallenriffe Südostasiens gelten als gefährdet, zum Beispiel durch Überfischung und Dynamitfischen, wobei besonders die indonesische Fischereiindustrie in der Kritik steht. Der Fang und Handel von Lebendfischen erbrachte 2002 schätzungsweise einen Ertrag von 810 Millionen US-Dollar. Ein weiteres Problem ist das Phänomen der Korallenbleiche. Die touristische Bedeutung des Gebietes ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Die Region bietet mit ihrer farbenprächtigen Tierwelt viele attraktive Tauchgebiete.

Coral Triangle map © Devil m25/cc-by-sa-3.0-de Purple Anemone and Clownfish © Nick Hobgood/cc-by-sa-3.0 Christmas tree worms © Nick Hobgood/cc-by-sa-3.0
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Purple Anemone and Clownfish © Nick Hobgood/cc-by-sa-3.0
Seit den 1980er Jahren fördert der WWF die Erforschung des Gebietes und regionale Projekte in Zusammenarbeit mit den dortigen Regierungen und Fischereiverbänden, um die besten Wege der wirtschaftlichen Nutzung zu finden. Der WWF versucht bei der Fischerei die Umstellung auf umwelt- und ressourcenschonende Methoden zu erreichen. Das beginnt mit dem Einschränken der Überfischung und geht weiter mit dem Kampf gegen unkontrollierter und illegaler Fischerei. Vom Fischfang sollen in erster Linie die Bewohner der Inseln der Region einen Nutzen haben. Ziel ist ein funktionierendes Management der Fangquoten und die Bildung von maritimen Schutzgebieten, um langfristig die Artenvielfalt zu sichern. Ein weiteres Augenmerk hat der WWF auf den Erhalt der Meeresschildkröten geworfen.

Auf Bali wurde 2000 das Conservancy’s Coral Triangle Center (CTC) gegründet, das ein Netzwerk von Schutzgebieten im Korallendreieck gründen soll, um den Arten Rückzugs- und Ruheräume zu schaffen. Das CTC betreibt dabei aktive Arbeit beim Aufbau der Schutzgebiete, bietet technische Unterstützung (zum Beispiel bei der Erforschung) und versucht Einfluss in die Politik zu nehmen. Durch Informationsveranstaltungen und Zusammenarbeit mit verschiedenen Medien wird auch die einheimische Bevölkerung über die Problematik des Meeresschutzes aufgeklärt. In Indonesien wird eng mit dem Nationalkomitee für Meeresschutz zusammengearbeitet. Das Komitee arbeitet Vorschläge für die Politik zur Fischerei und Verwaltung maritimer Schutzgebiete aus. Das CTC stellt dafür technische und operative Unterstützung zur Verfügung. Im September 2007 wurde zudem durch die Asia Pacific Economic Cooperation (APEC), von 21 Staaten die Coral Triangle Initiative (CTI) gegründet, um die Ressourcen des Meeres besser zu schützen. Mit dem 2008 gegründeten WWF Coral Triangle Program unterstützt der WWF die CTI.

Lesen Sie mehr auf Coral Triangle Center, Coral Triangle Initiative und Wikipedia Korallendreieck (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




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