Die Cinque Ports in Kent und Sussex

Montag, 24. September 2012 - 13:30 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Cinque Ports map © Clem Rutter

Cinque Ports map © Clem Rutter

Die Cinque Ports (französisch Fünf Häfen) sind ein Bund von ursprünglich fünf (Hastings, New Romney, Hythe, Dover und Sandwich), heute 14 Hafenstädten in den englischen Grafschaften Kent und Sussex. Die militärische und wirtschaftliche Allianz der fünf Gründungsmitglieder stellte im spätmittelalterlichen England eine einflussreiche politische Macht dar. Heute dient der Städtebund vorwiegend der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Hafenstädte an der Kanalküste Südostenglands.

Das Gründungsdatum der Cinque Ports ist nicht genau überliefert, es wird jedoch angenommen, dass eine wirtschaftliche Allianz bereits vor der normannischen Invasion im Jahr 1066 bestand. Gründungsmitglieder waren die Häfen Dover, Hastings, Hythe, Roniney (heutiger Name: New Romney) und Sandwich. Zusätzlich wurden auf Wunsch der Stadt Hastings, die den Vorsitz des Bündnisses innehatte, die Orte Rye und Winchelsea in das Bündnis aufgenommen, da ihre Häfen strategisch günstiger lagen als der von Hastings. Erstmals offiziell erwähnt wurde die Allianz 1155 in einer königlichen Urkunde. In dieser wurden die Mitglieder verpflichtet, der Krone Schiffe zur Verfügung zu stellen, sollte sie diese benötigen. Das Hauptaugenmerk richtete sich dabei auf den Schutz vor dänischen Angriffen. Da England damals noch nicht über eine permanente Marine verfügte, war der König darauf angewiesen, dass die Hafenstädte ihm Schiffe und Besatzungen zur Verfügung stellten.

Lord Warden Cinque Ports (Lord Boyce) © GrahamPadruig

Lord Warden Cinque Ports (Lord Boyce) © GrahamPadruig

Der Niedergang der Cinque Ports begann gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Mehrere Häfen begannen zu versanden und wurden im Laufe der Zeit unbrauchbar. Hinzu kam ab dem 15. Jahrhundert die Einführung deutlich größerer Schiffe, für die die Hafenanlagen der Cinque Ports nicht ausgestattet waren. Man versuchte diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, indem man sieben weitere Häfen, die mit den ursprünglichen Mitgliedern politisch verbunden waren, als Corporate Members in die Allianz aufnahm. Dies waren: Deal, Brightlingsea und Ramsgate (zu Sandwich), Faversham, Folkestone und Margate (zu Dover), Lydd (zu New Romney) und Tenterden (zu Rye)

Die Erweiterung des Bündnisses brachte jedoch keine langfristigen Erfolge. Im 16. Jahrhundert folgte schließlich die offizielle Gründung der Royal Navy, einer permanenten englischen Marine, die das Bereitstellen von Schiffen und Mannschaften durch die Cinque Ports überflüssig machte. Aufgrund dieser Entwicklung wurden ihnen schließlich auch die meisten Privilegien entzogen. Städte wie Portsmouth oder Bristol entwickelten sich nun zu Zentren des Schiffbaus und übertrafen die südostenglischen Hafenstädte bald an Größe und Bedeutung.

Die Cinque Ports existieren mit ihren 14 Mitgliedern bis zum heutigen Tag. Hauptaufgabe ist heute die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Hafenstädten Südostenglands. Das Amt des Lord Warden of the Cinque Ports wurde im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts immer weiter beschnitten und hat heute nur noch symbolischen Charakter.

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