Christiansø in der Ostsee

05. November 2015 | Destination: | Rubric: Allgemein |

Christiansø Harbour © Arne Møller Jensen/cc-by-sa-2.0

Christiansø Harbour © Arne Møller Jensen/cc-by-sa-2.0

Christiansø bildet mit Frederiksø, Græsholm und kleineren Felsen eine Schären-Inselgruppe in der Ostsee 18 Kilometer nordöstlich von Bornholm, die den Namen Ertholmene (Erbseninseln) trägt und der östlichste Punkt Dänemarks ist. Ærtholme war der alte Name von Ertholmene. Es wird vermutet, dass der Name von ært (dänisch: Erbse) abgeleitet wurde und auch weil die Inseln – aus der Sicht der Bornholmer – so klein sind.

Ab Mitte des 16. Jahrhunderts nutzten Bornholmer Fischer die anfangs noch unbewohnte Insel Christiansø als Quartier während ihrer herbstlichen Heringsfischerei. Im Jahr 1658 musste Dänemark nach dem verlorenen Krieg Dänemarks-Norwegens gegen Schweden im Frieden von Roskilde alle seine Besitzungen östlich des Öresunds an Schweden abgeben. Um die schwedischen Bewegungen besser beobachten zu können, befahl König Christian V. 1684, auf der Inselgruppe Ertholmene, die bereits einen Naturhafen hatte, den Bau der Festung Christiansø mit einem befestigten Hafen für die dänische Flotte. Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau des Großen und Kleinen Turms sowie von Bastionen, Kasernen, Werkstätten und Häusern für Munition begonnen. Der Festungsbau wurde von dem norwegischen Ingenieur Anthon Coucheron geleitet und von bis zu 450 Mann durchgeführt. Die Festungsanlage diente auch der Handelsschifffahrt und wurde von rund 300 Handelsschiffen jährlich angelaufen. Die Festungsmauern, Bastionen und Türme sind bis heute erhalten geblieben und geben der Insel ihr Gepräge. 1855 wurde die Festung aufgehoben und der Flottenstützpunkt aufgelöst. Die Inseln blieben aber dem Verteidigungsministerium unterstellt. Ab 1863 durften ehemalige Soldaten und andere, die Fischerei von der Insel aus betreiben wollten, eine Wohnung in den Kasernengebäuden übernehmen. Sie begründeten die zivile Inselgemeinde. 1926 wurden die Bauwerke der Insel unter Denkmalschutz gestellt.

© Hans-Peter Balfanz/cc-by-sa-3.0 Christianso and Frederikso © Lilly M/cc-by-sa-4.0 Bridge between Christianso and Frederikso © Hans-Peter Balfanz/cc-by-sa-3.0 Fortress tower Store Tårn © Hubertus/cc-by-sa-3.0 © Arek Christiansø Harbour © Arne Møller Jensen/cc-by-sa-2.0
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Bridge between Christianso and Frederikso © Hans-Peter Balfanz/cc-by-sa-3.0
Auf den zwei Hauptinseln leben heute knapp 100 Menschen. Früher zählte die Inselgruppe mehr Einwohner. Die Volkszählung von 1810 ergab mit 829 Bewohnern die höchste Einwohnerzahl, wohl weil zu diesem Zeitpunkt sehr viele Soldaten wegen des “Kanonenbootkrieges” in der Festung untergebracht waren. Für die Inselbevölkerung gibt es heute einen Laden für Waren des täglichen Gebrauchs, eine Schule für Kinder bis zur 8. Klasse, eine Bibliothek, eine Kirche sowie ein eigenes Elektrizitäts-, Fernheiz- und Wasserwerk. Das Wasser wird mit einer Osmoseanlage aus Meerwasser und Grundwasser gewonnen.

Ertholmene werden jährlich von etwa 45.000 Touristen besucht. Die meisten reisen in der Saison mit Ausflugsschiffen von den Bornholmer Hafenorten Allinge und Gudhjem an. Ertholmene werden auch von vielen Seglern angesteuert. Auf Christiansø gibt es einen Rundweg. In den Häusern am Hafen werden kunsthandwerkliche Gegenstände und Andenken angeboten. Am Hafen befinden sich auch ein Restaurant, ein Kiosk, ein Laden und ein Hotel. Im Pulverturm auf Frederiksø befindet sich ein Inselmuseum. Die Inseln sind auto- und fahrradfrei, auch das Mitbringen von Hunden und Katzen ist untersagt. Der Hafen wird vom Gewässer zwischen den beiden Hauptinseln gebildet. Über den Hafen spannt sich eine 30 Meter lange Fußgängerbrücke, die Christiansø mit Frederiksø verbindet.

Lesen Sie mehr auf Christiansø, bornholm.info – Christiansø, Wikivoyage Ertholmene und Wikipedia Christiansø. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können.



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