Château des Milandes in der Dordogne

Mittwoch, 10. August 2022 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Museen, Ausstellungen, Paläste, Schlösser, Villen, Parks
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Das Schloss Les Milandes liegt mitten in einer terrassierten Parkanlage am linken Ufer der Dordogne in der französischen Gemeinde Castelnaud-la-Chapelle im Département Dordogne (Périgord). Das Schloss wurde 1489 von François de Caumont, Graf von Castelnaud, auf Initiative seiner Frau Claude de Cardaillac erbaut. Ihm gehörten auch die Festungen Castelnaud und Berbiguières, zwischen denen das Schloss situiert war. Bis 1535 blieb das Schloss der Hauptwohnsitz dieser Familie. In der Französischen Revolution wurde es enteignet. Danach ging es durch mehrere Hände, wurde jedoch nicht bedeutend verändert.

1870 erwarb der Industrielle Charles Claverie das ursprünglich aus einem Hauptgebäude und einem viereckigen Turm bestehende Schloss. Er renovierte das Bauwerk komplett und baute es um; unter anderem wurden zwei zusätzliche Türme und ein weiteres Hauptgebäude errichtet. Auch ein neuer Weinkeller wurde angelegt. 1908 beauftragte Charles Claverie den Gartenarchitekten Jules Vacherot mit der Umgestaltung des im 15. Jahrhundert erstmals angelegten Gartens. Gotisierende Elemente an den Arkaden der Terrassen und den allegorischen Figuren auf den Balustraden bilden eine angenehme Mischung mit den Stilelementen der Renaissance. Der Wohntrakt wird von runden und viereckigen Türmen mit Treppentürmchen umrahmt. Giebelfenster mit reich dekorierten Frontispizen und steinernen Fensterkreuzen zieren das Dach.

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Im Jahr 1938 wurde das Schloss von Josephine Baker zuerst gemietet und dann 1947 gekauft. Sie veranlasste Strom- und Wasseranschluss im Schloss sowie im angrenzenden Dorf Milandes, welches damit das erste Dorf im Périgord mit diesen Annehmlichkeiten wurde. Josephine Baker beauftragte zudem eine völlige Erneuerung der Innenausstattung.

Josephine Baker meldete sich während des Zweiten Weltkrieges zum Dienst als Rot-Kreuz-Schwester am Pariser Gare du Nord. Sie sammelte Geld für De Gaulles Freies Frankreich und arbeitete heimlich nebenher als Kurier für Resistance und Geheimdienst. Sie versteckte sogar jüdische Flüchtlinge in Les Milandes, das einige Zeit in der unbesetzten Zone lag. Nachdem sie ihren Pilotenschein gemacht hatte, beendete sie den Krieg im Rang eines Leutnants der französischen Armee und wurde in die Ehrenlegion aufgenommen. In Frankreich wird sie heute noch als Künstlerin und Heldin verehrt. Ab 1950 adoptierte sie mit päpstlichem Segen zehn Jungen und zwei Mädchen aus Waisen- und Armenhäusern aus fünf Kontinenten. Das Schloss diente als Zuhause für ihre “Regenbogen-Familie”. Das Schloss kann besichtigt werden.

Lesen Sie mehr auf Château des Milandes, meinfrankreich.com – Les Milandes: das Schloss von Josephine Baker, perigord.com – Château des Milandes und Wikipedia Schloss Les Milandes (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes - Wetterbericht von wetter.com - Johns Hopkins University & Medicine - Coronavirus Resource Center - Global Passport Power Rank - Democracy Index - GDP according to IMF, UN, and World Bank - Global Competitiveness Report - Corruption Perceptions Index - Press Freedom Index - World Justice Project - Rule of Law Index - UN Human Development Index - Global Peace Index - Travel & Tourism Competitiveness Index). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




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