Centre Georges-Pompidou in Paris

11. März 2016 | Destination: | Rubric: Architektur, Allgemein, Museen, Ausstellungen, Paris |

Centre Georges-Pompidou © foto@NikolasBecker.de/cc-by-sa-3.0-de

Centre Georges-Pompidou © foto@NikolasBecker.de/cc-by-sa-3.0-de

Das Centre national d’art et de culture Georges-Pompidou, umgangssprachlich auch Centre Pompidou oder Beaubourg, von den Einheimischen auch La Raffinerie tituliert, ist ein staatliches Kunst- und Kulturzentrum im 4. Arrondissement von Paris. Es wurde auf Initiative des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou von den Architekten Renzo Piano, Richard Rogers und Gianfranco Franchini entworfen und nach einer fünfjährigen Bauzeit am 31. Januar 1977 eröffnet. Auf den Plätzen im Westen und Süden des Gebäudes treten oft Straßenkünstler auf. Im Süden befindet sich auch der von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely gestaltete Strawinski-Brunnen. Das Forum les Halles und das Hôtel de Ville befinden sich jeweils wenige Häuserblocks entfernt.

Das Centre Pompidou soll französischen Staatsbürgern wie auch Fremden aller Gesellschaftsschichten freien Zugang zu Wissen garantieren. Es beherbergt das Musée National d’Art Moderne (MNAM, Museum der Modernen Kunst, dessen Räume Gae Aulenti 1982–1985 neu gestaltete) mit bedeutenden Kunstwerken des 20. Jahrhunderts, dem ein Zentrum für Industriedesign angeschlossen ist, die Bibliothek Bibliothèque Publique d’Information (BPI) mit über 400.000 Medien und 2000 Leseplätzen, das Musikforschungszentrum IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique), eine Kinderwerkstatt, Kino-, Theater- und Vortragssäle, eine Buchhandlung sowie ein Restaurant und ein Café.

Centre Georges-Pompidou © Jean-Christophe Windland/cc-by-sa-4.0 Brussels - Mini Europa - Centre Georges-Pompidou © Michael Kramer/cc-by-sa-3.0 Centre Georges-Pompidou © foto@NikolasBecker.de/cc-by-sa-3.0-de
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Brussels - Mini Europa - Centre Georges-Pompidou © Michael Kramer/cc-by-sa-3.0
Als erste Außenstelle wurde im Mai 2010 das Centre Pompidou-Metz in der lothringischen Hauptstadt eröffnet. Das Gebäude entstand nach einem Entwurf des japanischen Architekten Shigeru Ban. Im September 2014 wurde bekannt, dass das Centre Pompidou im Frühjahr 2015 eine weitere Außenstelle in Málaga eröffnet. Dabei handelt es sich jedoch um ein zeitlich befristetes Engagement, denn das sogenannte “Centre Pompidou provisoire” bezieht die Räume des Kulturzentrums “El Cubo” lediglich für fünf Jahre. In dieser Zeit sollen in Málaga rund 90 Meisterwerke aus dem Bestand des Musée National d’Art Moderne präsentiert werden. Im Gegenzug erhält das Pariser Kulturzentrum von der Stadt Málaga jährlich zwischen 1 und 1,5 Millionen Euro.

Das Gebäude ist im Stil der High-Tech-Architektur entstanden. Das Tragwerk und Rohre für Gebäudetechnik und Erschließung wurden sichtbar an den Gebäudeaußenseiten angeordnet. Dabei sind das Tragwerk und die Belüftungsrohre weiß bemalt, die Beförderung (Treppen, Rolltreppen) rot, Elektrik gelb, Wasserrohre blau und die Rohre der Klimaanlage grün. Dadurch bleiben die großen Nutzflächen im Inneren weitgehend frei von Stützen und sind dadurch flexibel nutzbar. Während die Rohre der Gebäudetechnik weitgehend auf der Ostseite („Rückseite“) verlaufen, befindet sich auf der Westseite (“Vorderseite”) eine teilweise rote überdachte Rolltreppe, die diagonal über die komplette Fassade verläuft. Dieser neue Fassadentypus und seine Gestaltung waren zur Entstehungszeit umstritten. Viele Zeitgenossen fühlten sich an Fabriken erinnert und empfanden die Architektur als unpassend hinsichtlich Ort und Nutzung. Das Gebäude wird als erste bedeutende Loslösung vom architektonischen Diskurs zwischen Modernismus und Postmoderne verstanden. Vorgesehen waren im Wettbewerbsentwurf höhenverstellbare Stockwerke und ein großer Fassadenbildschirm als Schnittstelle zwischen Museum und Stadt. Aus Geldmangel verzichtete man darauf. Ein Modell ist im Park Mini-Europa in Brüssel vorhanden.

Lesen Sie mehr auf Centre Georges-Pompidou, paris.info – Centre Georges-Pompidou und Wikipedia Centre Georges-Pompidou. Fotos von Wikimedia Commons.





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