Die Abtei Cluny im Burgund

01. September 2017 | Destination: | Rubric: Europäische Union, Allgemein, Haus des Monats |

© Jan Sokol/cc-by-sa-3.0

© Jan Sokol/cc-by-sa-3.0

Die Abtei von Cluny in Burgund war als Ausgangspunkt bedeutender Klosterreformen eines der einflussreichsten religiösen Zentren des Mittelalters. Ihre Kirche war zeitweise das größte Gotteshaus des Christentums. Mehrere Gebäude der Benediktinerabtei und einige Reste der im Zuge der Französischen Revolution abgerissenen Abteikirche im Zentrum der gleichnamigen französischen Stadt Cluny sind erhalten. Als erstes Monument in Frankreich hat der französische Staat die Abtei 2007 mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Im Mai 2005 erklärte der Europarat das virtuelle Netz der „Cluniazensischen Stätten“ zu einem Kulturweg. Cluny wurde mit Urkunde vom 11. September 910 durch Wilhelm I. Herzog von Aquitanien und Graf von Mâconnais als Benediktinerkloster gegründet. Dabei verzichtete Herzog Wilhelm auf jede Gewalt über das Kloster und schloss jegliche Einmischung weltlicher oder geistlicher Gewalt in die internen Angelegenheiten des Klosters aus (Exemtion und Immunität). Insbesondere wurde auf die wirtschaftliche Nutzung verzichtet. Das Kloster selbst wurde unter den direkten Schutz des Papstes gestellt. Für die Verhältnisse des 10. Jahrhunderts war dies eine Neuerung. Wilhelm ernannte lediglich den ersten Abt Berno und erlaubte dem Konvent danach eine freie Abtswahl. Diese beiden Neuerungen, Exemtion und freie Abtswahl, trugen wesentlich zur Entfaltung Clunys bei. Zusammen mit einer strengen Auslegung der Benediktusregel machten sie Cluny zum Ausgangs- und Mittelpunkt der cluniazensischen Reform, in deren Blütezeit etwa 1.200 Klöster mit rund 20.000 Mönchen zu Cluny gehörten. Eines der wichtigsten Priorate lag in La Charité-sur-Loire. Bemerkenswert war die straffe Ordnung innerhalb der Gemeinschaft. Im Auftrag von Abt Hugo schrieb der Heilige Ulrich von Zell zwischen 1079 und 1086 sein Werk Constitutiones Cluniacenses, ein für die Geschichte der Cluniazensischen Reform bedeutendes Werk in drei Bänden. Noch heute gibt es eine rege Diskussion über die Cluniazensische Bewegung, welche von der Abtei ausging. mehr…

Strawberry Hill House

28. August 2017 | Destination: | Rubric: Architektur, Europäische Union, Allgemein, Paläste, Schlösser, Villen, Parks |

© panoramio.com - Maxwell Hamilton/cc-by-sa-3.0

© panoramio.com – Maxwell Hamilton/cc-by-sa-3.0

Strawberry Hill (Erdbeerhügel) ist ein schlossartiges Landhaus, das sich der Schriftsteller und Politiker Horace Walpole, 4. Earl of Orford, in den Jahren 1749 bis 1776 an der Themse nahe Twickenham (London) erbauen ließ. Das Bauwerk wurde Vorbild für eine große Zahl ähnlicher Villen und Schlösser in Europa und gab Anstoß für die Gothic Revival (Neugotik) genannte Wiederbelebung des gotischen Baustils. 1748 hatte Horace Walpole eine kleine Villa an der Themse gekauft und dachte daran, es in sein „little gothic castle“ umzubauen. Er fertigte eine grobe Skizze an, die den Architekten vorgab, wie er sich die neogotische Veränderung vorstellte. Ab 1749 wurde es daher in mehreren Baustufen erweitert. Walpole hatte dazu mit zwei Freunden, dem Architekten John Chute und dem Zeichner Richard Bentley, das „Committee of Taste“ gegründet. Bentley verließ das „Committee“ 1761 nach einem Streit, da Walpole dessen Entwürfe inzwischen rigoros ablehnte. William Robinson (1720–1775) vom Royal Office of Works sorgte für die professionelle Bauaufsicht. Von ihm stammen auch der Kaminsims und das Erkerfenster im Frühstücksraum. mehr…

Aarhus, Kulturhauptstadt Europa 2017

18. August 2017 | Destination: | Rubric: Europäische Union, Allgemein, Kulturhauptstadt Europas |

Aarhus Theatre © Martin Steggman/cc-by-sa-4.0

Aarhus Theatre © Martin Steggman/cc-by-sa-4.0

Aarhus in der Region Midtjylland ist mit 265.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Dänemarks. Sie liegt im Osten Jütlands an der Aarhusbucht. Die Kommune Aarhus hat insgesamt 331.000 Einwohner; die Aarhus Metropolregion (Byregion Østjylland) fast 1,4 Millionen. Die Ursprünge des Ortes gehen auf eine Wikingersiedlung zurück, die im Mündungsgebiet des Flusses Aarhus Å entdeckt wurde. Aarhus wurde erstmals 948 als Bischofssitz erwähnt und entwickelte sich nach dem Mittelalter zu einer florierenden Seehandelsstadt. Der Dreißigjährige Krieg sorgte für einen wirtschaftlichen Einbruch, von dem sich Aarhus erst wieder im Laufe des 19. Jahrhunderts mit der einsetzenden Industrialisierung und dem Ausbau des Hafens erholte. Als Mittelpunkt des neuen Chaussee- und Eisenbahnnetzes entwickelte sich die Stadt zum wirtschaftlichen Zentrum Jütlands und verfügt heute über eine vielseitige Industrie. Der Seehafen Aarhus Havn verfügt über das größte Containerterminal Dänemarks. mehr…

Horizont 2020

31. Juli 2017 | Destination: | Rubric: Europäische Union |

Horizont 2020 ist ein EU-Förderprogramm für Forschung und Innovation, ausgeschrieben von der Europäischen Kommission, das von 2014 bis 2020 laufen soll. Horizont 2020 vereint die bisherigen Forschungsrahmenprogramme mit dem Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP), sowie den Programmen des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie (EIT). Mit der Zusammenlegung wurde die deutlich höhere Ausstattung von ursprünglich geplanten 87 Mrd. Euro im Vergleich zum 7. Forschungsrahmenprogramm (50,5 Mrd. Euro) durch die Kommission begründet. Nach den Verhandlungen um den Haushalt der Europäischen Union wurde das Budget jedoch auf 70,2 Mrd. Euro gekürzt. Berücksichtigt man den Inflationszuwachs seit 2011, ergibt sich jedoch ein Betrag von 79,271 Mrd. EUR, die ab 2014 dem Programm zur Verfügung stehen. Die drei Schwerpunkte des Programms sind Wissenschaftsexzellenz, Führende Rolle der Industrie und gesellschaftliche Herausforderungen. Diese Schwerpunkte entsprechen denen der Strategie Europa 2020. mehr…

Die Europäische Union: Guten Appetit!

08. Juli 2017 | Destination: | Rubric: Editorial, Europäische Union, UNESCO-Welterbe |

Während es in den ersten Teilen der EU-Beitragsserie eher um abstrakte, formale und manchmal etwas trockene Themen ging, wird es jetzt gemütlich. Im Café d’Europe wurden bereits die beliebtesten Backwaren in den Mitgliedstaaten vorgestellt. Hier geht es darum was alles zusammen hält und alle zusammen bringt: Speisen & Getränke. Auch hier sind die Bundesstaaten sehr vielfältig (jeweils etwa 3.000 verschiedene Sorten Brot, Käse, Wurst, Wein, Bier und eine vielfach höhere Zahl von unterschiedlichen Gerichten), aber wer weiß schon wirklich aus welchem Bundesstaat welche Speisen und Getränke stammen? Deshalb gucken wir hier einfach etwas genauer hin. Guten Appetit! :-) mehr…

Die Europäische Union: Institutionen

08. Juli 2017 | Destination: | Rubric: Editorial, Europäische Union |

Das politische System der Europäischen Union hebt sich von einzelstaatlichen politischen Systemen deutlich ab. Als supranationaler Zusammenschluss souveräner Staaten stellt die Europäische Union ein politisches Gebilde eigener Prägung dar, das es in dieser Form zuvor noch niemals gegeben hat. Bereits in der Entstehungsphase des europäischen Einigungsprojekts nach dem Zweiten Weltkrieg waren die bis heute fortwirkenden konzeptionellen Unterschiede zwischen den Modellen eines europäischen Bundesstaats einerseits und eines losen Staatenbunds andererseits angelegt. In diesem Spannungsfeld von Zielvorstellungen hat sich das derzeit bestehende Institutionengefüge (siehe Grafik der Bundeszentrale für politische Bildung Institutionen der Europäischen Union) herausgebildet. Die Europäische Union hat sieben Organe. Im Einzelnen sind dies: mehr…

Die Europäische Union: Regionalpolitik

08. Juli 2017 | Destination: | Rubric: Editorial, Europäische Union |

Die Regionalpolitik der Europäischen Union verfolgt das Ziel, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt innerhalb der Europäischen Union zu stärken. Dies soll mittels der Verringerung des Strukturgefälles zwischen den einzelnen Regionen sowie durch die Förderung einer ausgewogenen räumlichen Entwicklung geschehen. Die Regionalpolitik bildete im mehrjährigen Finanzrahmen für den Zeitraum 2007–2013 den zweitgrößten Posten des EU-Haushalts. Die Regionalpolitik wird insbesondere aus dazu eingerichteten Fonds finanziert, aus denen EU-Länder und Regionen Hilfen erhalten, die sich an den Zielen der jeweiligen Förderperioden orientieren. In der Förderperiode 2007–2013 ist erstmals jede europäische Region förderfähig, wenn auch nicht aus jedem Fonds. Folgende Fonds (oft als Gesamtes EU-Strukturfonds genannt) stehen der EU-Regionalpolitik zur Verfügung: mehr…

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