BIQ, das weltweit erste Gebäude mit einer Bioreaktorfassade

01. Mai 2013 | Destination: | Rubric: Haus des Monats |

© iba-hamburg.de / Splitterwerk, Graz

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Natürlich, effizient und einzigartig – das BIQ setzt als weltweit erstes Gebäude mit einer Bioreaktorfassade neue Maßstäbe. In Glaselementen seiner “Biohaut” werden Mikroalgen gezüchtet, die zur Energieerzeugung genutzt werden und gleichzeitig die Steuerung von Licht und Schatten kontrollieren können. Im Inneren sorgt ein innovatives Wohnkonzept für maximale Gestaltungsfreiheit des Alltages und erlaubt einen Blick in das städtische Leben der Zukunft. Mit innovativen Wohnkonzepten, dem futuristischen Äußeren und der intelligenten Algenfassade ist das BIQ ein Highlight der Bauausstellung in der Bauausstellung.

Ein Gebäude mit einer zweiten grünen Haut
In denen der Sonne zugewandten Fassadenseiten, in einer zweiten Außenhülle, die der eigentlichen Gebäudefassade ein Stück vorgestellt ist, werden sie produziert: Mikroalgen – kleinste Pflanzen, meist nicht größer als Bakterien. Sie sorgen dafür, dass das BIQ ein Haus ist, das sich selbst mit Energie versorgen kann. Die Algen müssen dafür nur eins – wachsen. Über einen getrennten Wasserkreislauf in der Fassade werden sie deshalb kontinuierlich mit flüssigen Nährstoffen und Kohlendioxid versorgt. Mit Hilfe der Sonneneinstrahlung können die Algen so Photosynthese betreiben und wachsen. Diese Fassade ist weltweit einmalig und bedient sich neuester Erkenntnisse der Energie- und Umwelttechnik.

Mikroalgen – die cleveren Energiebündel
Die Algen gedeihen und vermehren sich in einem regelmäßigen Zyklus immer so lange, bis sie geerntet werden können. Dann werden sie von ihrem Muttermedium getrennt und als dicker Algenbrei in den Technikraum des BIQ weitergeleitet. In einer externen Biogasanlage werden die Kleinstpflanzen anschließend vergoren und so für die Gewinnung von Biogas weiter genutzt. Dafür sind Algen besonders gut geeignet, da sie verglichen mit Landpflanzen bis zu fünfmal so viel Biomasse pro Hektar produzieren und besonders viele energetisch nutzbare Öle enthalten.

Ein Energiekonzept, das alle natürlichen Kräfte zusammenführt
Das BIQ verfügt über ein ganzheitliches Energiekonzept, das sämtliche benötigte Energie zur Erzeugung von Strom und Wärme aus regenerativen Quellen bezieht – fossile Brennstoffe sind also nicht im Spiel. Mithilfe der geernteten Algen-Biomasse in seiner eigenen Hülle kann das BIQ Energie erzeugen. Darüber hinaus gewinnt die Fassade Energie, in dem sie das nicht von den Algen genutzte Licht absorbiert und wie in einer solarthermischen Anlage Wärme produziert, die anschließend entweder direkt für die Warmwasseraufbereitung und Heizung verwendet werden kann oder im Erdboden mit Hilfe von Erdwärmesonden – 80m tiefe Bohrungen gefüllt mit Sole – zwischengespeichert wird. Das besonders zukunftsfähige Energiekonzept ist so in der Lage Solarthermie, Geothermie, einen Brennwertkessel, Nahwärme und die Gewinnung von Biomasse an der Bioreaktorfassade zu einem Kreislauf zusammenzuführen.

BIQ-House by Arup BIQ-House by Arup © iba-hamburg.de - Martin Kunze © iba-hamburg.de - Martin Kunze © iba-hamburg.de - Martin Kunze © iba-hamburg.de / Splitterwerk, Graz
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© iba-hamburg.de / Splitterwerk, Graz
Mehr als nur eine Hülle – das BIQ zeigt, was Fassaden von morgen leisten können
Das BIQ zeigt: Fassaden können in der Zukunft multifunktionale Aufgaben übernehmen und weit mehr sein, als ein ästhetisches Kleid, das gegen Regen und Kälte schützt. Während die nach Nordost und Nordwest ausgerichtete Gebäudeseite mit einer kunstvoll gestalteten Hülle für Aufmerksamkeit sorgt, produzieren die Algen im Inneren der Südwest- und Südostfassade Biomasse für regenerative Energie. Nebenbei dient die Fassade dem Gebäude natürlich ganz konventionell auch als Schallschutz, isoliert Wärme wie Kälte und sorgt für Beschattung bei starker Sonneneinstrahlung.

Großzügige Loggien bieten den Bewohnern einen freien Blick ins Grüne und die Möglichkeit, das Naturkraftwerk Algenfassade aus nächster Nähe zu betrachten. Aber auch die Besucher können der Biohaut beim Wachsen zusehen. Durch das Grün der Fassade kann man erkennen, das die Algen Kohlendioxid abbauen und durch Photosynthese verarbeiten. Die regenerative Energieproduktion ist nach außen hin sichtbar und gewünschter Teil des architektonischen Konzeptes.

Wohnen on-demand
Im Innenraum zeigt das BIQ heute schon, wie das Wohnen von morgen funktionieren kann. Die zunehmende Vernetzung von Wohnen und Arbeiten und der stärkere Wunsch nach anpassungsfähigem Wohnraum fordert flexible Wohnungsgrundrisse für die Zukunft. Zwei der insgesamt 15 Wohnungen des BIQs verfügen nicht über getrennte Räume, sondern ermöglichen ein Leben „on-demand“. Je nach Bedarf, können einzelne Funktionen der Wohnung – Bad, Küche, Schlafen – wechselnd oder auch gleichzeitig zu einer „neutralen Zone“ dazu geschaltet werden. So prägt der Alltag mit seinen benötigten Nutzungen das Erscheinungsbild der Wohnung und der Grundriss kann flexibel und täglich neu auf den Bewohner und seinen Alltag angepasst werden.

Gefunden auf iba-hamburg.de.



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