Bauhaus-Archiv Museum für Gestaltung

Dienstag, 1. Juni 2021 - 12:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Architektur, Berlin, Allgemein, Haus des Monats, Museen, Ausstellungen
Lesedauer:  5 Minuten

© janine pohl/cc-by-sa-2.5

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Das Bauhaus-Archiv, Museum für Gestaltung in Berlin-Tiergarten sammelt Arbeiten, Dokumente und Literatur, die in Zusammenhang mit dem Bauhaus stehen, und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Die Sammlung ist die weltweit umfangreichste der Bauhausschule. Bis voraussichtlich 2022 ist das Museum aufgrund von Umbauarbeiten geschlossen und verfügt über einen temporären Standort in Berlin-Charlottenburg.

Das Bauhaus-Archiv wurde 1960 von Hans Maria Wingler in Darmstadt gegründet. Walter Gropius und andere Bauhaus-Angehörige unterstützten das Vorhaben. Die Sammlung wuchs schnell, man dachte an ein eigenes Museumsgebäude und fragte bei Gropius an, ob er den Entwurf dafür übernehmen würde. So entstanden die Pläne für ein neues Museum auf der Darmstädter Rosenhöhe, das sich aber kommunalpolitisch nicht durchsetzen ließ. Auf einem seiner Berlin-Besuche gelang es Gropius, den damaligen Bausenator Rolf Schwedler für das Bauhaus-Archiv zu interessieren. Der Senat von Berlin war bereit, Grundstück und Geldmittel für den Museumsbau zur Verfügung zu stellen. 1971 bezog das Bauhaus-Archiv eine vorübergehende Unterkunft in Berlin.

Die Sammlungen dokumentieren die Geschichte des Bauhauses und zeigen die Ergebnisse seiner Arbeit in Kunst, Unterricht, Architektur und Design. Zum Bestand gehören Unterrichtsergebnisse, Werkstattarbeiten, Architekturpläne und -modelle, Photographien, Dokumente und eine Bibliothek. Das Archiv betreut eine bedeutende Kollektion von Gemälden, Zeichnungen und Plastiken der Meister und Schüler des Bauhauses, darunter Arbeiten von Feininger, Itten, Klee, Kandinsky, Moholy-Nagy und Schlemmer. Die umfangreiche grafische Sammlung enthält Zeichnungen, Aquarelle und Druckgraphik, von vielen Künstlern auch Beispiele ihres Schaffens vor oder nach der Bauhauszeit. Zum Bestand gehören ferner gebrauchsgraphische Arbeiten sowie Materialien aus dem Unterricht am Bauhaus, also aus den verschiedenen Kursen. Ein wichtiger Aspekt der Arbeit ist seit Gründung des Bauhaus-Archivs die Sammlung aller auf die Tätigkeit und das kulturelle Ideengut des Bauhauses bezogenen Dokumente. Gesammelt werden Briefe, Manuskripte und Druckschriften. Walter Gropius stellte dem Museum sein Privatarchiv zur Geschichte des Bauhauses zur Verfügung. Das beispiellos reichhaltige Material bildet den Mittelpunkt der Dokumentensammlung.

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Neben der ständigen Ausstellung Die Sammlung Bauhaus werden jährlich mehrere Sonderausstellungen gezeigt. Hinzu kommen Vorträge, Workshops und Podiumsdiskussionen. Zunehmend beschäftigt sich das Bauhaus-Archiv auch mit aktuellen Fragestellungen zu Design und zeitgenössischer Architektur. 2014 wurde dazu der temporäre Veranstaltungspavillon bauhaus re use auf dem Vorplatz des Bauhaus-Archivs errichtet. Bis zum Start der Bauarbeiten für den Erweiterungsbau des Bauhaus-Archivs im Mai 2018 finden hier regelmäßig Veranstaltungen statt. Im März und April 2018 können die leeren und von nachträglichen Einbauten befreiten Ausstellungshallen des Bauhaus-Archivs im lichtdurchfluteten Originalzustand besichtigt werden – auch begleitet von Architekturführungen.

Ende 2013 vereinbarte die Große Koalition in ihrem Koalitionsvertrag, dass der Bund die Hälfte des mit 56,3 Millionen € geschätzten Kosten für eine Erweiterung des Bauhaus-Archivs übernehmen wird. Die andere Hälfte trägt das Land Berlin, das diesen Betrag bereits in den Landeshaushalt eingestellt hatte. Im Juni 2015 lobte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt einen nichtoffenen Wettbewerb aus; das Preisgericht empfahl am 22. Oktober 2015 den Entwurf des Berliner Architekten Volker Staab zur Realisierung. Seit Ende April 2018 ist das Museum aufgrund der Umbauarbeiten geschlossen. Der temporäre Standort “the temporary bauhaus-archiv” wurde Ende Juni 2018 in der Knesebeckstr. 1–2 eröffnet.

Lesen Sie mehr auf Bauhaus-Archiv, Berlin.de – Bauhaus-Archiv und Wikipedia Bauhaus-Archiv. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes - Wetterbericht von wetter.com - Global Passport Power Rank - Democracy Index - GDP according to IMF, UN, and World Bank - Global Competitiveness Report - Corruption Perceptions Index - Press Freedom Index - World Justice Project - Rule of Law Index - UN Human Development Index - Global Peace Index - Travel & Tourism Competitiveness Index). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




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