Augusta National Golf Club in Georgia

Montag, 07. Januar 2019 - 11:00 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein, Sport, Veranstaltungen

Masters Tournament logo made of flowers © flickr.com - pocketwiley/cc-by-2.0

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Der Augusta National Golf Club in Augusta in Georgia ist ein berühmter US-amerikanischer Golfclub. Er veranstaltet jährlich das Masters-Turnier auf dem clubeigenen Golfplatz (Augusta National). Der Golfclub wurde im Dezember 1932 gegründet und entwickelte sich im Lauf der Zeit zu einem sehr exklusiven, privaten Golfclub.

Das beim Masters traditionell an den Gewinner verliehene „Green Jacket“, ein grünes Sakko, führte man erstmals 1937 ein. Die Clubmitglieder sollten es während des Masters-Turniers tragen, damit die Zuschauer schnell einen Ansprechpartner identifizieren konnten, falls sie eine Frage hatten. Seit 1949 erhält der Gewinner des Turniers ein Green Jacket, das in diesem Fall dann nicht für eine reguläre Clubmitgliedschaft mit allen Rechten und Pflichten steht. 1958 wurde ein zusätzlicher Par-3-Platz angelegt. 1990 wurde der erste schwarze Amerikaner als Mitglied aufgenommen. Die bisherigen Vorsitzenden des Clubs sind Clifford Roberts (1934–1976), William Lane (1976–1980), Hord Hardin (1980–1991), Jack Stephens (1991–1998), William “Hootie” Johnson (1998–2006) und William Porter “Billy” Payne (seit 2006).

Offizielle Informationen über den Golfclub gibt es praktisch keine, insbesondere die Mitglieder werden konsequent abgeschirmt. Als widerlegt gilt jedoch, dass alle oder zumindest alle republikanischen US-Präsidenten Mitglied waren bzw. sind. Einzig der passionierte Golfer Dwight D. Eisenhower, nach dem einige Landmarken auf dem Platz benannt sind, ist gesichert. In einer Mitgliederliste, die 2002 von USA Today veröffentlicht wurde, finden sich jedoch durchaus bekannte Politiker (George Shultz) und viele prominente Unternehmer und Manager (Jack Welch, Warren Buffett, William C. Ford, Lou Gerstner). Angeblich wurde die Mitgliedschaft auch dem mexikanischstämmigen Golfchampion Lee Trevino angeboten, der jedoch mit der Begründung ablehnte, er fühle sich in einer weißen, südstaatlich geprägten Organisation unwohl. Die Einladung zum Masters 1970 und 1971 schlug er jedenfalls aus. Zu jedem Zeitpunkt soll der Augusta National Golf Club ungefähr 300 Mitglieder haben, die zwischen 25.000 $ und 50.000 $ jährlich für das Privileg bezahlen. Von einem offiziellen Aufnahme- oder Bewerbungsprozess ist nichts bekannt, allgemein wird davon ausgegangen, dass die Mitgliedschaft nur durch eine Einladung von Seiten des Clubs zustande kommen kann. Eine oft zitierte Legende besagt, eine solche Einladung werde nicht durch einen Telefonanruf oder Brief übermittelt, sondern durch das kommentarlose Zusenden der Rechnung über den Mitgliedsbeitrag. Zahle der Empfänger, so sei er lebenslang aufgenommen, er erhalte jedoch kein offizielles Dokument darüber. Zahle er nicht, so erhalte er keine weiteren Rechnungen, da der Club dann davon ausgehe, es bestehe kein Interesse.

12th hole at Augusta National Golf Club by Jason Denaro © Reheinrich 2006 Masters Tournament © flickr.com - pocketwiley/cc-by-2.0 Eisenhower Tree © flickr.com - Shannon/cc-by-sa-2.0 Hole 10 (Camellia) © Mbrooks Masters Tournament logo made of flowers © flickr.com - pocketwiley/cc-by-2.0
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Masters Tournament logo made of flowers © flickr.com - pocketwiley/cc-by-2.0
Zwar dürfen Frauen als Gäste eines Mitglieds auf dem Golfplatz spielen und laut offizieller Verlautbarung des Vorsitzenden Johnson gibt es auch keine clubinterne Regel, die die Aufnahme von Frauen verbietet, dennoch wurde bisher noch keine Frau tatsächlich eingeladen Mitglied zu werden. Diesen Umstand nahm Martha Burk, die Vorsitzende der Frauenrechtsorganisation NOW, im Jahr 2002 zum Anlass eine nationale Protestkampagne gegen die von ihr als diskriminierend angesehene Politik des Clubs zu starten. Sie schrieb offene Briefe an prominente Mitglieder, insbesondere Politiker, die zur Wiederwahl standen, und forderte sie auf Stellung zu dieser Praxis zu beziehen. Außerdem organisierte sie eine Protestkundgebung in der Masters-Woche 2003 und übte Druck auf die Werbepartner des Turniers aus. Der Standpunkt des Clubs wurde vertreten durch den Vorsitzenden William “Hootie” Johnson. Er gab zu Protokoll, dass der Augusta National Golf Club eine rein private Organisation sei, die das Recht habe selbst zu entscheiden, wen sie als Mitglied aufnehme. Es gebe keine grundsätzlichen Bedenken gegen Frauen, jedoch lasse sich der Club nicht durch Außenstehende erpressen. Der öffentliche Druck führte am Ende zu einem Rückzug der Sponsoren des Masters, so dass die TV-Übertragung in den Jahren 2003 und 2004 ohne Werbeunterbrechung lief. Den erheblichen Rückgang der Einnahmen konnte der Club zwar verschmerzen, jedoch schrieben sich die Frauenrechtlerinnen dies als Erfolg auf die Fahne. Am 20. August 2012 nahm der ANGC erstmals in seiner Geschichte zwei Frauen als Mitglieder auf. Dabei handelt es sich um die ehemalige US-Außenministerin Condoleezza Rice und die Unternehmerin Darla Moore.

Die “Magnolia Lane” ist die etwa 300 Meter lange Straße, die das Tor mit dem Clubhaus verbindet. Sie erhielt ihren Namen von 61 großen Magnolien (angelegt in den 1850ern), die sie links und rechts säumen. Am Ende der Magnolia Lane befindet sich der “Founder’s Circle” mit Gedenktafeln für die beiden Gründer Bobby Jones und Clifford Roberts. Auf der anderen Seite des Clubhauses steht der “Big Oak Tree”, eine etwa 150 Jahre alte Eiche, die während des Masters-Turniers ein beliebter Treffpunkt ist. Im Clubhaus selbst befindet sich das “Crow’s Nest”, ein Raum direkt unter der Kuppel, der Platz für bis zu fünf Gäste bietet. Während des Masters dürfen die teilnehmenden Amateure hier logieren.

Lesen Sie mehr auf Augusta National Golf Club, The Augusta Chronicle tournament coverage and information und Wikipedia Augusta National Golf Club (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Fotos von Wikimedia Commons. Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.







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