Arad in Siebenbürgen

Montag, 17. September 2012 - 13:09 (CET/MEZ) Berlin | Author/Destination:
Category/Kategorie: Allgemein

Classic Theatre 'Ioan Slavici' © B. Proksch

Classic Theatre ‘Ioan Slavici’ © B. Proksch

Arad ist die Kreishauptstadt des Kreises Arad in Rumänien. Das Munizipium Arad befindet sich im Süden des Kreischgebietes, an der Grenze zum Banat und ist dem historischen Siebenbürgen zuzuordnen. In dem für den Westen des Landes bedeutenden Industriezentrum und wichtigen Verkehrsknotenpunkt befindet sich der Sitz des rumänisch-orthodoxen Erzbistums Arad.

Arad liegt im äußersten Westen des Landes, 20 km von der ungarischen Grenze entfernt und ist ein Verkehrsknoten- und Transitpunkt zwischen Ungarn und Rumänien. Die nächstgrößeren Städte sind Timișoara (40 km), Oradea (110 km), Belgrad (200 km) und Budapest (270 km). Arad befindet sich 17 Kilometer vom Grenzübergang Curtici und hat eine Fläche von 7.654 Quadratkilometer. Im Jahr 2002 zählte Arad 172.827 Einwohner.

Die 1828 ausgearbeiteten Systematisierungspläne setzten den Stadtkern um den heutigen Avram-Iancu-Platz fest. Die Überschwemmung von 1844 und die Bombenangriffe während der Revolution von 1848/49 richteten erhebliche Zerstörungen an. Die infolge der Demolierungen entstandenen freien Gelände wurden von neuen, ansehnlichen Gebäuden eingenommen. Durch die Inbetriebnahme des Bahnhofs (1858) wurde die Hauptader der Stadt auf der Süd-Nord-Axe definiert. Entlang dieser wurden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine Reihe von repräsentativen Gebäuden errichtet, die auch heute noch das Stadtbild von Arad prägen: das Theater (1874), das Rathaus (1876), das Finanzpalais (1885), der Cenad Palast (1887), das Neumannpalais (1902), das Kovácspalais (1906), der Sitz der Nationalbank (1912), der Kulturpalast (1913) u. a. Die um die Jahrhundertwende errichteten oder renovierten Bauten wurden im Sezessionsstil errichtet.

Palace of Culture © IuliuSturza92 Arad at dusk © Ncsakany Arial view of the fortified town of Arad © FlorinCB Town hall © flickr.com - Stanciu Radu Eduard Arad Cathedral © Mario Csipai Classic Theatre 'Ioan Slavici' © B. Proksch
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Arial view of the fortified town of Arad © FlorinCB
In der Zwischenkriegszeit blieb die Struktur der Arader Wirtschaft die gleiche wie in der Vorkriegszeit. Die große Industrie war weiterhin durch die Fabrik Weitzer (1920 fusionierte sie mit der Automobilfabrik ‘Marta), die Textilienfabrik und die Mühle der Gebrüder Neumann sowie durch die Möbelfabrik der Gebrüder Lengyel vertreten. Die berühmte Likörfabrik Zwack setzte ihre Tätigkeit auch fort. Es wurden auch neue Fabriken gegründet: die Zuckerfabrik (1926), die Lack- und Farbenfabrik Polycrom (1930), die Technischen Werke Arad (1935), welche Glühbirnen produzierten, und die Fabrik für Radios und Haushaltsgeräte IRON. Die Anzahl der Unternehmen stieg von 58 im Jahre 1919 auf 110 im Jahre 1937. Infolge der Wirtschaftskrise von 1929–1933 wurden zahlreiche kleine Unternehmen geschlossen und ein Großteil der Gesamtproduktion der Stadt konzentrierte sich in 22 Unternehmen.

Um die stark anwachsende Wohnungsnachfrage zu lösen, wurden während der sozialistischen Ära die großen Blockviertel Micălaca, Aurel Vlaicu und Alfa gebaut. Im Stadtkern erschienen massive Bauten wie das Hotel Astoria, der Wohnblock mit dem Dacia-Kino, das Kaufhaus Ziridava.

Arad ist eine moderne Stadt mit einem aktiven Kulturleben. Mittelpunkt der Stadt ist ein breiter Boulevard aus dem 19. Jahrhundert mit repräsentativen Geschäfts- und Wohnhäusern, einem Theater, einer orthodoxen und einer katholischen Kathedrale, einem Konzerthaus und dem Rathaus im Neorenaissance-Stil. Auch die bereits erwähnte Festung ist in ihrer streng symmetrischen Bauweise und ihrer Ausdehnung beeindruckend, jedoch militärisches Sperrgebiet und somit nur aus der Luft bzw. von höher gelegenen Punkten oder an einem jährlich stattfindenden “Tag der offenen Tür” anzusehen.

Lesen Sie mehr auf Stadt Arad, Universität Aurel Vlaicu, Arad Airport und Wikipedia Arad. Hier erfahren Sie mehr über Bilder und deren Verwendung. Damit Sie sich auf dem Laufenden halten können, bieten die meisten Stadt- oder Tourismus-Webseiten einen Newsletter-Service an und/oder unterhalten Facebook-Seiten/Twitter-Accounts. Zudem bieten mehr und mehr Orte, Tourismusorganisationen und Kultureinrichtungen zusätzlich Apps für SmartPhones und Tablets an, sodass Sie Ihren mobilen Fremdenführer immer dabei haben können (Sicher Reisen - Die Reiseapp des Auswärtigen Amtes). Wenn Sie eine Anregung, Kritik oder einen Hinweis zu dem Beitrag haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an kommentar@wingsch.net. Nennen Sie dazu im Betreff bitte die Überschrift des Blogbeitrags, auf den sich Ihre E-Mail bezieht.




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